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Halbjahresbilanz der deutschen Internetaktien: Scout24 gewinnt – mit 1 Prozent Plus

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Fast nichts gewesen außer Spesen: Im Sog der schwachen Vorgaben aus den USA erlebten Besitzer von deutschen Internetaktien rabenschwarze sechs Monate. Lediglich Scout24 und Xing konnten Anlegern bis Ende Juni ein marginales Plus bzw. eine schwarze Null bescheren. Europas führender Internet-Versandhändler Zalando verlor im ersten Halbjahr 2016 mehr als ein Drittel seines Wertes, während die Beteiligungsgesellschaft der Samwers, Rocket Internet, noch dramatischer abstürzte.

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4. Rocket Internet: – 38 Prozent

Es ist ein Trauerspiel ohne absehbares Ende: Rocket Internet, vor zwei Jahren noch der ganz große Hoffnungsträger der deutschen Internetszene, stürzt immer tiefer ab. Zu 42,50 Euro wurde das Papier des Berliner Internet-Inkubators im Oktober 2014 noch zugeteilt – gerade mal 17,50 Euro sind 21 Monate später noch übrig geblieben. Allein seit Jahresbeginn stürzte das Internet-Imperium der Samwer-Brüder um 38 Prozent ab – nicht zuletzt, weil sich die Großwetterlage an den Kapitalmärkten eingetrübt hat und schnelle Exits der zahlreichen Start-ups vorerst nicht in Sicht scheinen.

CEO Oliver Samwer dürften die neuen Allzeittiefs, die erst diese Woche wieder aufgestellt wurden, indes kaum berühren. “Die kurzfristige Optimierung des Börsenkurses und der Kommunikation ist für mich kein Thema mehr”, erklärte Samwer unlängst im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

3. Zalando: – 34 Prozent

Auch einer direkten Rocket-Beteiligung, die in den Nullerjahren ganz maßgeblich von den Samwers hochgepäppelt wurde, ist der Schrei nach Glück in diesem Jahr vergangen – Bekleidungsversender Zalando liegt seit Januar plötzlich um 34 Prozent hinten.

Der happige Börsenabsturz der größten deutschen Internet-Erfolgsstory der vergangenen Jahre überrascht, zumal Zalando weiter nachhaltig zweistellig wächst: Im März-Quartal konnten die Berliner den Umsatz um immerhin noch 24 Prozent steigern; der Vorsteuergewinn gab wegen gestiegener Investitionen jedoch um 34 Prozent nach.

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2. Xing: + – 0 Prozent

Der Spitzenreiter des Vorjahres hätte es fast wieder geschafft: Nur hauchdünn verpasste Xing erneut den Spitzenplatz unter den deutschen Internetwerten. Dabei fühlt sich die Nullnummer, die nach sechs Monaten auf dem Kurszettel bei 170 Euro steht, wie ein Erfolg an – der Vergleichsindex TecDax hat schließlich 13 Prozent an Wert eingebüßt.

Nach einem turbulenten Jahresstart, der Internetaktien in die Tiefe riss, sorgte in den letzten Wochen maßgeblich die Übernahme des großen Rivalen LinkedIn durch Microsoft für neue Fantasie – und damit eine ausgeglichene Halbjahresbilanz an der Börse. Fundamental hat CEO Thomas Vollmoeller die Argumente weiter auf seiner Seite: Im ersten Quartal legten die Umsätze um 21 Prozent und der operative Gewinn sogar um 27 Prozent zu.

1. Scout24: + 1 Prozent

Der Überraschungssieger unter den höher kapitalisierten deutschen Internet-Unternehmen im ersten Börsenhalbjahr 2016 kommt aus München: Die Scout24-Gruppe kann tatsächlich im schwierigen Börsenumfeld der ersten sechs Monate ein Plus von einem Prozent in die Ziellinie retten, nachdem das Kursplus vor dem Brexit noch 10 Prozent betragen hatte.

Die positive Entwicklung des dreifachen Internet-Einhorns, das inzwischen mit einem Börsenwert von 3,6 Milliarden Euro deutlich höher bewertet wird als Rocket Internet, überrascht durchaus. Im vergangenen Herbst war die Scout24-Gruppe, die Marktplätze für Immobilien und Autos betreibt, noch sehr verhalten an der Börse gestartet. CEO Greg Ellis konnte im ersten Quartal weiter zweistelliges Wachstum präsentieren: Der Umsatz und das operative Ergebnis stiegen jeweils um 13 Prozent an.

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Alle Kommentare

  1. Scout24:
    Schwer zu beurteilen, ehrlich gesagt – denn wenn man mit AutoScout24 und ImmobilienScout24 mehr oder weniger Marktführer ist, fällt es schwer, noch weiter zu wachsen, würde ich sagen?
    Nennenswerte Verticals hat Scout24 ja eh nicht mehr:
    FriendScout24, vor einigen Jahren (kommerziell) noch sehr erfolgreich, wurde erfolgreich heraus filetiert und verscherbelt (laut KRESS damals für einen niedrigen[!!] einstelligen Millionenbetrag)
    Dann:
    JobScout24 – im Zuge von post 2007-Crisis verkauft
    TravelScout24 – ebenfalls hinüber
    TruckScout24 – nur noch ein Sub-sub-sub-Brand von AutoScout24
    MotoScout24 – hatte niemals Traktion
    ElectronicScout24 – konnte nie Land gewinnen, da zu übermächtige Konkurrenz
    FinanceScout24 – müsste ich selbst jetzt erstmal nachgucken, ob das überhaupt noch gibt.
    Nach dem die Telekom in 2007 erfolgreich die letzten Anteile der Scout24-Gruppe von der Macquarie Bank aus AU aufgekauft hatte, wollte das damalige Management unbedingt an Börse, was Telekom-intern verhindert wurde.
    Dann, nach ein paar Wechseln (über Obermann zu Höttgen & Co), entschied man sich für den Verkauf des größten Anteils an einen Finanzinvestor.
    Der tat das, was Finanzinvestoren üblicherweise so tun – Increase revenues, and if not possible, reduce costs 😉
    Wie sagte mal ein Deutscher DAX Manager: “fix, close or sell”.

    Grüße

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