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Grazia-Verlage Klambt und Gruner klagen gegen Olivia: Bauer droht hohes Ordnungsgeld

Bauer greift an: Olivia und Grazia könnten Schwestern sein
Bauer greift an: Olivia und Grazia könnten Schwestern sein

Erneut hat die Hamburger Bauer Media Group den Frauentitel Olivia auf den Markt geworfen, der dem Konkurrenztitel Grazia sehr stark ähnelt. Das wollen die familiengeführte Klambt-Gruppe und Gruner + Jahr, die Grazia im Joint-Venture herausgeben, nicht mehr hinnehmen. Bereits am 5. Juli soll das Gericht entscheiden, ob Bauer gegen eine bereits erwirkte Unterlassungserklärung verstoßen hat, den Titel erneut zu veröffentlichen.

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Es war ein Frontalangriff, mit dem niemand gerechnet hat. Überraschend brachte die Bauer Media Group Mitte März den Frauentitel Olivia zum Kampfpreis von 99 Cent an die Kioske, der dem Konkurrenztitel Grazia zum Verwechseln ähnlich sieht. Die beiden betroffenen Verlage Klambt und Gruner + Jahr, die das Frauenmagazin Grazia im Joint-Venture herausgeben, reagierten auf den Vorstoß von Bauer mit einer außergewöhnlichen Volte.

In einer Pressemitteilung bedankten sich die beiden Magazinhäuser in ironischer Form für die „Kollegenhilfe” der Bauer Media Group. „Da wir diese Woche durch kurzfristige technische Probleme in der Druckerei nicht die gesamte Auflage von Grazia selbst herstellen konnten, sprangen uns die Kollegen sehr spontan zur Seite und veranlassten, zumal auf eigene Kosten, einen Fortdruck von über 100.000 Exemplaren“, hieß es damals in ihrer Erklärung. Optisch habe dies auf ganzer Linie hervorragend funktioniert und es sei kein großer Unterschied zwischen den beiden Ausgaben erkennbar. schrieben die Verlage und ergänzten: „Dass beim Umschlagdruck versehentlich der Name „Grazia “ durch „Olivia“ vertauscht wurde, ist zwar bedauerlich, aber sicher der Kürze der Zeit geschuldet. Es schmälert jedoch in keiner Weise das kreative und unternehmerisch vorbildliche Vorgehen des Hauses Bauer in dieser Angelegenheit. Und da sage noch einer, nur in Asien könne man schnell Luxusprodukte nachproduzieren“, so Klambt und Gruner + Jahr.

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Jetzt hat die Bauer Media Group Olivia zum zweiten Mal auf den Markt geworfen. Und diesmal könnte es für Bauer teuer werden. Der Grund: Klambt hatte vor geraumer Zeit in Absprache mit dem italienischen Grazia-Lizenzgeber Mondadori eine Unterlassungserklärung gegen die Bauer Media Group erwirkt, Olivia erneut zu publizieren, erfuhr MEEDIA aus Verlagskreisen. Dagegen hatte die Bauer Media Group Widerspruch eingelegt. Jetzt beschäftigt sich das zuständige Gericht am 5. Juli mit dem Widerspruch. Entscheidet das Gericht zugunsten von Klambt und Gruner+Jahr, droht der Bauer Media Group nach MEEDIA-Informationen ein hohes Ordnungsgeld. Das Joint-Venture Klambt/Gruner + Jahr hält sich hierzu bedeckt. „Wir behalten uns alle juristischen Schritte vor und prüfen, wie wir damit umgehen“, erklärt eine Grazia-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage.

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