Partner von:
Anzeige

Spiegel und Spiegel Online starten Bezahlangebot Spiegel Plus mit Laterpay

Online-Chefredakteur Florian Harms (l.), Blattmacher Klaus Brinkbäumer
Online-Chefredakteur Florian Harms (l.), Blattmacher Klaus Brinkbäumer

Der Spiegel sowie die Schwesterredaktion Spiegel Online haben ihr Bezahlangebot gestartet: Unter der Marke Spiegel Plus stellt das Haus seinen Web-Lesern zukünftig ausgewählte Inhalte aus dem Print-Magazin sowie "besondere Artikel" von Spiegel Online gegen Geld zur Verfügung. Als Abrechnungstool hat man sich für Laterpay entschieden, mit dem bislang einige Medienhäuser – mit überschaubarem Erfolg – arbeiten.

Anzeige
Anzeige

Das Angebot von Spiegel Plus ist ab sofort abrufbar, Bezahlartikel der Seite werden zukünftig gekennzeichnet, sind aber auch gesondert auf der Spiegel-Plus-Seite abrufbar. Zum Start sind 21 Artikel hinter der offenen Bezahlschranke verschwunden – darunter ein Stück über Extremismus in Deutschland, der Zoff der Delivery-Start-ups Deliveroo und Foodora oder ein Interview mit Mietwagenunternehmer Erich Sixt.

Angeboten wird jeder Artikel für 39 Cent (und damit günstiger als beispielsweise Print-Artikel im E-Kiosk Blendle), bezahlen müssen Leser erst dann, wenn sie einen Einkaufswert von fünf Euro überschreiten. Wer Laterpay noch nie genutzt hat, wird spätestens dann aufgefordert, seine Daten (Konto-,Kreditkarten- oder Paypal-Daten) einzutragen. Bei allen Artikeln sind die ersten 1.000 Worte frei lesbar, danach müssen die AGBs sowie Datenschutzbestimmungen von Laterpay akzeptiert werden, wenn man weiterlesen will.

Spiegel Plus ist nicht mit bestehenden Abonnenten-Daten gekoppelt. Das bedeutet: Print-Abonnenten können die Laterpay-Stücke nicht automatisch kostenlos lesen, sondern müssen das E-Paper des Digital-Spiegel nutzen, wenn sie nicht doppelt zahlen wollen. Das Angebot soll sukzessive um Wochen- oder Monatspässe ausgebaut werden. Spiegel Online betont, dass der Großteil des Nachrichtenangebotes weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen und durch Werbung finanziert werden soll. Die kostenpflichtigen Stücke werden aber nicht im Gegenzug werbefrei angeboten.”Wir gehen davon aus, dass wir in Umfeldern von Beiträgen, für die die Leser bezahlt haben, höhere Werbepreise erzielen können”, erklärt Spiegel-Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass gegenüber Horizont.net.

Anzeige

Florian Harms, Chefredakteur von Spiegel Online, erklärt den Start von Spiegel Plus zum “Auftakt für den schrittweisen Ausbau unseres digitalen Bezahlangebots”. Nun beginne eine Phase des Experimentierens, Messens und Lernens, in der wir Spiegel Plus inhaltlich, technisch und optisch weiterentwickeln und optimieren wollen.”

Mit dem Bezahlsystem von Laterpay experimentieren derzeit ein paar Medienhäuser wie die Hamburger Morgenpost oder das Fachmagazin Journalist. Deutlich höhere Einnahmen wurden dadurch aber bislang nicht erzielt. Verbreiteter ist Laterpay in der Bloggerszene. Ein wichtiger Vorteil des Bezahlmodells: Dadurch, dass der Zugriff auf Laterpay-Artikel grundsätzlich für alle Nutzer möglich ist, und eben nicht in einer extra für Abonnenten oder Mitglieder errichteten Zone liegen, muss die Reichweite nicht negativ beeinträchtigt werden.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ich lache mich tot…, da soll man noch dafür zahlen, für “Dinge” die bereits überall kostenlos stehen, bzw. zu lesen sind.

    Der SPIEGEL war mal, und SPON war es auch mal, so einfach ist dass…!!!

    1. Das sind die letzten Zuckungen der Spiegel-Verlagsmanager und Redakteure. Es gibt keine Leser mehr für diese grausame Meinungsmache. Wer soll dafür noch bezahlen?

  2. Ich lese den Spiegel nicht einmal mehr wenn er kostenlos im Wartezimmer meines Zahnarztes ausliegt.

    Was der Spiegel im Zuge der Ukraine- und der Flüchtlingskrise “geleistet” hat, kann ich hier auf Grund der Netiquette nicht in Worte ausdrücken.

  3. Lächerlich!
    Diese “Artikel” wurden doch bereits von “new world order” beauftragt und bezahlt…
    Das Geschreibsel der Spiegel-Red. ist doch nur noch peinlich!

  4. Ist doch in Ordnung, beim Bäcker bezahle ich die Brötchen auch. Ohne fundierten Profi-Jounalismus funktioniert die Demokratie nicht. Und den kann es auf Dauer nicht gratis geben.

    1. Das müssen die Profis aber wieder Profis werden, wenn die Demokratie funktionieren soll. Das, was wir heute an Schreiberlingen haben, hat mit Demokratie nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun. Ein kleiner Tipp: Kopp online kostenlos bestellen, da werden euch die Augen aufgehen.

    2. Um mal Ihr Bäcker-Beispiel auf den aktuellen “Profi”-Journalismus zu übertragen:

      Kunde: Ich hätte gerne fünf Brötchen.

      Bäcker: Gerne. Ich habe hier unsere leckeren Körnerbrötchen.

      Kunde: Ich hätte lieber normale Brötchen.

      Bäcker: Normale Brötchen verkaufen wir nicht. Körnerbrötchen sind viel gesünder und gerade Sie hätten das dringend nötig.

      Kunde: Ich mag aber keine Körnerbrötchen. Dann geh ich eben zum Backshop beim Discounter.

      Bäcker: Wollen Sie mich ruinieren? Sie wissen doch wie wichtig es für die Gesellschaft ist, dass es einen Bäcker im Ort gibt?

      Kunde: Na gut, dann nehme ich eben Körnerbrötchen. (kurze Pause) Moment mal, die sind ja gar nicht richtig durchgebacken!

      Bäcker: Naja … der Kosten und Zeitdruck … Sie verstehen? Da kann ich nicht mehr so sorgfältig arbeiten, wie früher.

      Kunde: Das nächste mal gehe ich wirklich zum Discounter!

      Bäcker (laut, damit alle Kunden es hören): Immer dieser Hass und diese Hetzte von den Banausen, die meine Arbeit nicht schätzen.

  5. Dann ist das Ende dieser “Qualitätsjournalisten” ja schon bald Realität. Aber sie können ja noch als Hofnarren durchs Land reisen und für wen auch immer Trommeln. Aber Schuld am Abwirtschaften sind bestimmt die pösen Rechtspopulisten von AfD und Pegida. Oder dann vielleicht doch noch etwas mehr besorgte Bürger?

  6. Habe mir jetzt mal die verlinkte Seite mit den ersten kostenpflichtigen Artikeln angesehen und glaube nicht, das dies ein Erfolg wird.

    Wer will schon einen Propaganda-Artikel über die Kanzlerkandidat-Ambitionen von SPD-Scholz lesen oder das millionste Wehklagen über die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn?

    Die Katastrophe “Bahn” erlebe ich seit Jahr und Tag am eigenen Leibe und der eitle Selbstdarsteller Scholz ist nach Schröder der schlimmste Agenda 2010-Einpeitscher gewesen, den dieses Land je gesehen hat. – Noch vor Steinmeier und Gabriel.

    Geld ausgeben kann man auch noch für die zweifelhaften Weisheiten eines Multimillionärs, der die Welt für nur 39 Cent wissen lässt: “Geld muss man verachten.” Praktischerweise kann – wer mag – mit dem Kauf des Artikels immerhin gleich damit anfangen.

    Auch im Westen nichts Neues. – In Frankreich erklärt Houellebecq dem angereisten Spiegel-Autor das er auch in Zukunft gedenke “ein Arschloch zu bleiben”. – Deutlich besser als der fragwürdige Informationsgehalt dieses Interviews war immerhin das Essen. Es gab Rotwein, Käse, Brot und Schinken wie der Berichterstatter die (mehr oder weniger geneigten) deutschen Leser unterrichtet.

    Es muss an dieser Stelle daran erinnert werden, das der Spiegel sich vor Jahrzehnten einmal als ” Sturmgeschütz der Demokratie” betitelte – und auch sehr gerne betiteln lies.

    Der Zustand der besagten Kanone heute ist mehr alles beklagenswert:

    Das Geschütz selbst hat Ladehemmung, die Munition ist eh schon lange alle und die Geschützbedienung schließlich weiss sowieso schon lange nicht mehr in welche Richtung sie schießen muss.

  7. Der Spiegel ist reine Meinungsmache, statt neutralen Journalismus bekommt der Leser Kriegshetze, Desinformation und plumpe Manipulation vorgesetzt.
    Alleine das letzte Cover mit Frau Clinton: Die Mission

    Glauben die das wirklich in der Redaktion????? So dumm ist doch kein Leser….

  8. In 61 Lebenjahren habe ich noch nie eine Bildzeitung gekauft. Seit der Spiegel zur “Bildzeitung für Abiturienten”* mutierte, diesen auch nicht mehr. Ich soll noch dafür bezahlen, dass ich mich manipulieren lasse? Das wird ja immer schöner.

    *Volker Pispers

    1. “Mit 61 Jahren habe ich mir noch nie eine BILD gekauft.”

      Na ja, ob *das* jetzt tatsächlich so zu begrüßen ist, wie es auf den ersten Blick aussieht, das sei mal dahingestellt.

      Ich frage mich jedenfalls, wie man etwas beurteilen, bewerten und kommentieren will, wenn man es garnicht kennt.

      Gut, Sie sind, wie Sie schreiben, 61 Jahre, da ist es ja möglich, das früher noch die Eier oder andere Sachen in Zeitungspapier eingewickelt wurden oder öfter mal eine BILD von vorgestern in der Bahn oder im Bus liegen geblieben ist, wer weiß.

      Ich bin kein Bild-Leser, was aber nun nicht gleich heißt, das ich mir deshalb noch nie eine gekauft habe.

      Im Gegenteil: Als vor einem Vierteljahrhundert die Mauer fiel, waren es keine Bananen, die ich mir von meinem ersten West-Berlin- Ausflug mitbrachte, sondern die Bild und eine Sonderausgabe des “Stern” zum Mauerfall und zur friedlichen Revolution, das war damals tagesaktuell im Sinne des Wortes.

      Ich habe beide heute noch und in den letzten 25 Jahren auch ab und an mal zur Hand genommen, sie haben so etwas wie idellen Wert für mich. Aber nicht, weil es die Bild, sondern die erste Westzeitung überhaupt ist, die ich mir jemals gekauft habe.

      Vor 25 Jahren war die Bild außerdem auch noch was anderes als heute.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia