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Digitale Lesemappen: Wie sich Patienten und Hotelgäste künftig die Wartezeit verkürzen sollen

Günther Hildebrand, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel
Günther Hildebrand, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel

Ob in Arztpraxen, Hotels oder beim Friseur - gerne stöbern Patienten oder Besucher in Lesemappen, um sich die Wartezeit zu verkürzen. Doch auch hier macht die Digitalisierung nicht halt. Jetzt hat der Verband deutscher Lesezirkel eine App für seine Mitglieder entwickelt, die künftig das Lesen von Zeitschriftenmappen auf Tablets und Smartphones in öffentlichen Auslagestellen ermöglichen soll.

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„Wir werden die App in zwei Monaten auf den Markt bringen“, kündigt Günther Hildebrand, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Lesezirkel, an. Derzeit werde mit den Verlagen noch darüber verhandelt, zu welchem Preis die Lesezirkel-Unternehmen die E-Papers für die App beziehen können. Der Ausgang der Gespräche ist ausschlaggebend dafür, welchen Preis die Lesezirkel-Gesellschaften von den öffentlichen Ausgabestellen – wie Arztpraxen, Hotels, Restaurants – verlangen können.

Hildebrand geht davon aus, dass der Abgabepreis für eine digitale Lesemappe die Netflix-Rate von 9,99 Euro nicht übersteigen wird. In einer Lesemappe sind rund sechs bis sieben Zeitschriften enthalten. Mit der Vermietung von Magazinen erzielten die im Verband angeschlossenen Unternehmen im vergangenen Jahr rund 164,2 Millionen Euro, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verbandschef machte deutlich, dass digitale Lesemappen die gedruckten Produkte nicht ersetzen. Sie seien vielmehr als “Ergänzung” gedacht.

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Entwickelt wurde die Lesezirkel-App von den beiden Unternehmen Lesezirkel Limberg (Aachen) und Hetting’s Lesezirkel unter dem Dach des Verbandes. Technischer Dienstleister ist die Berliner Firma PressMatrix. „Wir rechnen damit, dass sich für die App rund 1000 Interessenten finden lassen“, erklärt Hildebrand. Im Rahmen eines laufenden Pilotprojektes hatten bereits 300 Ausgabestellen signalisiert, die App ihren Patienten, Besuchern oder Gästen kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Der Lesezirkel ist mit der Vermietung von Zeitschriften die einzige Presse-Vertriebssparte ohne feste Handelsspanne und Preisbindung. Das LZ-System stellt damit eine Besonderheit im deutschen Pressevertriebssystems dar.

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Alle Kommentare

  1. Schöne Idee. Wollte ich vor über 10 Jahren schon für Busbahnhöfe usw. zum schnellen Download (damals noch per Bluetooth) von Zeitschriften.
    Die Rechtskosten haben es uninteressant gemacht. Ein RasPi am Touristenbüro würde per WiFi und Bluetooth jedem den Stadtplan, nächste Events und Angebote und Hotels+Preise, Parkhäuser usw. listen. Technisch trivial dank RasPi aber leider hohe potentielle Rechtskosten…

    Es gibt tausende Zeitschriften welche nur die Produktions-Kosten und Porto-Kosten wieder hereinholen und kostenlos verbreitet werden wollen.
    Fragt mal bei FC-Bayern-München/Schalke04/Dortmund/StPauli/…-Mitglieder-Zeitschriften, natürlich den Sparkassen-Kunden-Zeitschriften, den kostenlosen “Käseblättchen” und Anzeigen-Zeitungen und natürlich den regional-ADFC-Mitglieder-Zeitschriften, ob sie gegen kostenlose digitale Verbreitung wären und ob sie nicht sowieso bei der Druckerei PDF abliefern müssen. Wer beim Arzt sitzt, will vielleicht auch die meistgeklickten Anzeigen der umgebenden Supermärkte und Apotheken sehen. Preis-Informationen und Produkt-Informationen sind immer interessant. Nervende Branding-Werbung natürlich eher selten.

    Wer die angebliche Lügenpresse bekämpfen will, sollte die kostenlosen Angebote fördern und die Aufmerksamkeits-Minuten der Leser und ständig ärmeren Bevölkerung Prozent um Prozent, Aufmerksamkeits-Minute um Aufmerksamkeits-Minute auf andere (kostenlose) Medien richten und das Wasser abgraben. In Osteuropa darf man vielleicht freier programmieren als wo Aaron Swartz lebte. Und Supermarktprospekte wollen gelesen werden. Wenn man die als erstes einbauen darf, müssen die anderen Supermärkte, Baumärkte usw. auch mitmachen und dann kommt einer nach dem anderen und die IVW-Medien melden sich von selber um eingebaut zu werden. Push- vs. Pull-Prinzip. Erstes Kapitel von Tom Sawyer wo er den Zaun anmalen muss… Dürfte bei Projekt Gutenberg auf deutsch zu finden sein vermute ich mal.
    Man muss kein Bittsteller sein wenn man hohe Rotation und Aufmerksamkeits-Minuten hat also was die Werbe-Branche liebt. Werden nicht Millionen kostenlose Exemplare z.b. als “Bord-Exemplare” verschenkt oder liegen (je nach Titel) an Universitäten kostenlos zum Mitnehmen herum ? Na also.

    Es gibt für alle Krankheiten diverse Zeitschriften von Betroffenen und Termine der örtlichen Selbsthilfegruppen oder von den Krankenkassen z.b. welche Impfungen man braucht für im Urlaub usw.. Der kostenlose Content ist quasi unendlich und fängt damit an, was auf den Tischen herumliegt oder an den Wänden hängt und nicht die farbigen Hüllen vom Leseclub hat.

    Städte und Messehallen haben beim reinfahren oft so Listen was als nächstes los ist. Für Restaurants, Gäste, Hotels usw. sicher interessant.

    Solarzelle und RasPi machens auch im Stadtpark für 99 Euro von der Sparkasse gesponsort möglich denn sogar jeder fast Rentner hat ein WiFi-Handy. Rechtskosten machen es dann teurer und uninteressant. Vielleicht darf man es als überlegene Software-Referenz in London oder Osteuropa aufbauen.

    Grundproblem: Auch Google liefert oft erbärmlich nutzbare Software. Die meisten Settopboxen sind kaum bedienbar und netflix das große Beispiel und Sprachsteuerung endlich die Lösung gegen unbrauchbare graphische User-Interfaces. Die meisten Business-Emails kann man am Handy nicht lesen. 95% aller Spam-Mails hingegen sind bequem und problemlos am 4″-Uralt-Handy lesbar. Also was soll das ?
    Haptik muss hundert Millionen Prozente bequemer sein als bisher. Viele Leute tragen ihre Brille nicht. Daher gibts a- und A+-Buttons an den meisten Verlags-Webseiten für Schrift größer und kleiner. Aber dieselbe Seite am Handy :-(((((((((( Und da gehts ja nur um Texte bequem lesen und nicht um Produkt-Auswahl o.ä.

  2. … eine hervorragende Idee und mit http://www.Readly.com so auch schon am Markt.

    Über Readly haben die Nutzer schon heute mehr als 1.600 (!) Magazine auf ihrem Smartphone oder Tablet immer dabei, auch beim Arzt oder Friseur, darunter auto motor und sport, Cosmopolitan, die aktuelle, HÖRZU oder kicker.

    Alle Magazine lassen sich online streamen oder herunterladen und offline lesen. Der Preis hierfür 9,99 Euro / Monat, monatlich kündbar.

    Philipp Montgelas, Geschäftsführer Readly

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