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Spanien-Türkei mit Prime-Time-EM-Tief, Dritte der ARD erreichen mit 20.15-Uhr-Programmen fast 20%

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Kleine Quoten-Delle für die Fußball-EM: Mit 10,98 Mio. sahen am Freitag so wenige das Spiel Spanien-Türkei, wie vorher bei der EM kein anderes 21-Uhr-Spiel. Dennoch war die Zahl natürlich grandios und reichte, um die ZDF-Konkurrenz haushoch zu besiegen. Spannend: Vor allem kleinere Sender - z.B. zahlreiche Dritte, zdf_neo, 3sat - punkteten in der Prime Time mit überdurchschnittlichen Zahlen.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Freitag wissen müssen:

1. 21-Uhr-Spiel der EM rutscht unter die 11-Mio.-Marke

Teile des EM-Publikums haben den Freitagabend offenbar genutzt, um mal ein bisschen durchzuatmen. 10,98 Mio. sahen den klaren Sieg der Spanier gegen die Türkei – 36,9%. Beide Zahlen sind Tiefstwerte für die 21-Uhr-Anstoßzeit bei der aktuellen EM. Insbesondere in der ersten Halbzeit sahen viele Menschen noch andere Programme, erst Halbzeit 2 sprang klar über die 11-Mio.-Marke, zum Teil auch über die 12-Mio.-Marke. Da auch der Marktanteil ein Tief ist, zeigt sich, dass es eben nicht nur daran lag, dass am Freitagabend weniger Leute fern gesehen haben, sondern vor allem auch daran, dass die, die fern gesehen haben, um 20.15 Uhr zunächst noch andere Sender bevorzugten. Dazu gleich mehr. Um 15 Uhr gab es hingegen eine vergleichsweise starke Zahl: 5,88 Mio. sahen den italienischen Sieg gegen Schweden – 40,2%. Tschechien und Kroatien erreichten ab 18 Uhr im Durchschnitt 7,69 Mio. Seher und 35,2%.

2. Das Erste stark mit “Tagesschau” und “Brennpunkt”, solide mit “Die Briefe meiner Mutter”, Private deutlich dahinter

Stärkster Konkurrent des ZDF war in der Prime Time Das Erste. Vor allem die 20-Uhr-“Tagesschau” und der “Brennpunkt: Rio ohne Russlands Leichtathleten” waren in der Pause zwischen den EM-Spielen erfolgreich: 4,63 Mio. und 4,36 Mio. sahen zu – Marktanteile von 17,3% und 16,0%. Der Film “Die Briefe meiner Mutter” schalteten ab 20.25 Uhr immerhin noch 3,21 Mio. Menschen ein – 10,6%. Die großen Privatsender landeten hingegen klar dahinter: RTL mit der “ultimativen Chart Show” bei 7,3%, Sat.1 mit “Alvin und die Chipmunks 3” bei 4,0% und ProSieben mit “21 & Over” bei katastrophalen 2,3%.

3. Die sieben Dritten erreichen ab 20.15 Uhr 18,8%

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Zu den Prime-Time-Gewinnern des Freitags gehören vor allem die sieben Dritten der ARD: Alle (!) sieben sprangen mit ihren 20.15-Uhr-Programmen über ihr 12-Monats-Normalniveau, zusammen erzielten sie mit den sieben Sendungen einen Marktanteil von 18,8%. Hier zeigt sich, wo das Fußball-Publikum in Halbzeit 1 zum Teil noch gewesen ist. Am stärksten war dabei das SWR Fernsehen mit dem 12 Jahre alten Lena-Odenthal-“Tatort: Abgezockt”, für den sich 1,04 Mio. (3,5%) entschieden. Die “Nordstory – Menschen an der Seeve” des NDR Fernsehens folgt mit 1,00 Mio. und 3,4% direkt dahinter, auch das rbb Fernsehen sprang mit den “20 tollsten Schlagerstars der Siebziger XXL”, sowie 910.000 Sehern und 3,1% über die 3%-Marke. Zum Vergleich: Normal waren für den rbb in den vergangenen 12 Monaten 1,1%. Der WDR erreichte mit dem “Rhein von oben” ebenfalls 3,1%. der mdr mit “Wiedersehen macht Freude” 2,3%, das Bayerische Fernsehen mit “Wirtshausmusikanten beim Hirzinger” 2,0% und der hr mit “Spaniens schönste Urlaubsziele” immerhin 1,4%. Ebenfalls noch mit starken 20.15-Uhr-Zahlen: zdf_neo mit “Crocodile Dundee in Los Angeles” (710.000 / 2,4%), 3sat mit “Die Relativitätstheorie der Liebe” (630.000 / 2,1%) und Sat.1 Gold mit “Der Bulle von Tölz” (590.000 / 2,0%).

4. RTL, ProSieben und Sat.1 auch im jungen Publikum wieder schwach

Während also zahlreiche kleineren Sender in der Prime Time trotz EM deutlich über ihre Durchschnittszahlen sprangen, waren die Programme der großen Privatsender erneut nicht attraktiv genug – auch in der jungen Zielgruppe. So sahen nur 1,00 Mio. 14- bis 49-Jährige “Die ultimative Chart Show – Die erfolgreichsten Dauerbrenner aller Zeiten” bei RTL – blasse 9,7%. Sat.1 kam mit “Alvin und die Chipmunks 3” nur auf 560.000 junge Zuschauer und 5,5%, ProSieben mit “21 & Over auf kaum bessere 570.000 und 5,6%.

5. Vox holt ordentliche Zahlen mit “Law & Order: SVU”, RTL II versagt erneut mit Bollywood

Mit ProSieben und Sat.1 mithalten konnte am Abend Vox: Der übliche “Law & Order: Special Victims Unit”-Marathon startete um 20.15 Uhr mit 5,4% bei den 14- bis 49-Jährigen, die Episoden um 21.15 Uhr (610.000 / 5,5%) und 22.10 Uhr (650.000 / 6,4%) sprangen sogar vor die 20.15-Uhr-Filme von ProSieben und Sat.1. Um 23.05 Uhr gab es dann mit 550.000 jungen Menschen noch 7,4%. kabel eins kam mit – ebenfalls vier Folgen – “The Mentalist” auf blassere 4,2% bis 5,2%. Zu den Verlierern des Abends gehörte RTL II: Die Idee, Bollywood-Filme gegen den Fußball zu programmieren, erwies sich auch diesmal als schlecht: Nur 370.000 14- bis 49-Jährige sahen “Bis dass das Glück uns scheidet” – 3,8%.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums und der 14- bis 49-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Wenn Deutschland nicht spielt, dann ist das Interesse halt auch deutlich geringer.

    Diese – nun weiß Gott nicht gerade neue – Erkenntnis hat man in den Dritten halt auch genutzt und das mit Erfolg.

    Die großen privaten Sender dagegen haben sich mit billigen Konserven und Quatschsendungen begnügt aber diesen Fraß wollten sich dann doch nur ganz wenige antun.

    Das im Laufe der zweiten Halbzeit dann wieder etwas mehr Fußball geschaut haben, lag eben daran, das man das Ergebnis sehen und schauen wollte, ob sich das Daumen drücken für Spanien gelohnt hatte. 🙂

  2. Realtime könnte man ja schauen ob die Onlinevideos mehr geworden sind. Allerdings haben die wohl gar keine Rolle.

    500.000 haben 4 chronologische Folgen am Stück von Mentalist geschaut während andere 500-600.000 Law&Order schauten.
    Das ist Binge-Viewing. Liebe TV-Blogger: Schreibt einen Blog-Eintrag darüber, dann berichtet die Presse auch mal von selber. Forenkommentare werden ja eher ignoriert.
    Donnerstag: Criminal Minds am Donnerstag sind ja 3 nicht-chronologische Folgen zu immer einem Schwerpunkt.
    Montag: Laura Diamond und Elementary sind alte Folgen.
    Montag: 3-4 Folgen Arrow.
    Und das ist ja alles 20-24 Uhr und nicht irgendwelche Medical Detectives “Marathons” von 0-6 Uhr. Das machen die aber bei 6 Millionen Dollar Frau und zeigen mehrere Folgen irgendwann nachts.

    Als TV-Sender kann man keine teuren Formate zeigen weil die Lizenzkosten nicht wieder herein kommen. Erst wenn die Winterzeit wieder eingeschaltet wird, kommt das vollere Programm zurück. EM und Olympia verstärken diesen Effekt noch.
    Die nicht gesendete Werbe-Budgets stehen den Marken-Firmen noch zur Verfügung. Die Werbung überflutet uns dann also ab November ! Stattdessen hätte man besser die Spiele von den WerbeTV-Sendern zeigen lassen können und sogar noch GEZ-Gebühren eingespart.

  3. Marktanteile von 35 – 50 % bei so “Leckerbissen” wie Tschechien vs. Kroatien finde ich aber ziemlich beachtlich. Und einen Tatort mit fast 11 Mio. Zuschauern gibt’s nur noch aus Münster.

    Das Gejammer über die GEZ Gebühren kann ich nicht mehr hören. Sind nunmal Fakt und dafür sehe ich Fußball in HD und nicht wie bei RTL wie in den 90 zigern

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