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Plagiatsvorwurf in China: Apple soll beim iPhone 6 abgekupfert haben

Apple-CEO Tim Cook muss mitansehen, wie sein Konzern von der Börse abgestraft wird

Neuer Ärger im Reich der Mitte für den wertvollsten Konzern der Welt: Apple sieht sich in China mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Das Büro für geistiges Eigentum in Peking hat entschieden, dass Apple bei seinem 2014 gelaunchten iPhone 6 und iPhone 6 Plus Patentrechte verletzt habe – die beiden iPhones sähen einem Smartphone des einheimischen Anbieters Baili zu ähnlich. So fragwürdig der Vorwurf erscheint – er lässt die angeschlagene Apple-Aktie weiter abstürzen und radiert mehr als 12 Milliarden Dollar Börsenwert aus.

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Das chinesische Gespenst ist zurück. Knapp zwei Monate ist es her, dass Apples iBooks Store und iTunes Movies über Nacht im Reich nicht mehr erreichbar waren – die staatliche Medienbehörde blockierte die Angebote. Konnte Apple-Chef Tim Cook den regulativen Eingriff bei Inhalten im iTunes Store noch als Lappalie abtun, schmerzt die jüngste Intervention aus China um einiges mehr.

Ausgerechnet der Kassenschlager iPhone wurde nun ins Visier der Patentbehörden genommen. So hat das Büro für geistiges Eigentum in Peking entschieden, dass sowohl das iPhone 6 als auch das 5,5 Zoll große iPhone 6 Plus Design-Schutzrechte verletzen, weil sie einem Smartphone des unbekannten einheimischen Anbieters Baili zu sehr ähneln. Das Modell 100c sei demnach bereits im April und damit mehr als ein halbes Jahr vor dem Launch des iPhone 6 / Plus zugelassen worden.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind trotz Patentverletzungen noch weiter erhältlich

Welche Konsequenzen die Entscheidung der Aufsichtsbehörde für Apple hat, scheint noch nicht absehbar. iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind nach Angaben von Apple bislang weiter im Reich der Mitte erhältlich, weil der Techpionier Berufung eingelegt habe.

Apple teilte ebenfalls mit, Umsatzeinbußen seien durch den Patenstreit nicht zu erwarten. Zudem dürften potenzielle Absatzausfälle der 2014 veröffentlichten Modelle eher geringfügig ins Gewicht fallen, zumal Apple im Herbst mit dem iPhone 7 die iPhone 6-Reihe gänzlich ersetzen könnte.

China ist für Apple inzwischen zweitwichtigster Markt

Anleger reagierten indes höchst alarmiert und schickten die angeschlagene Apple-Aktie, die dieses Jahr schon wieder um zehn Prozent hinten liegt, nachdem das Papier bereits 2015 Verluste eingefahren hatte, um zwei Prozent nach unten. Mehr als 12 Milliarden Börsenwert wurden damit durch die Entscheidung in Peking ausradiert.

Die hypersensible Reaktion der Investoren kommt nicht von ungefähr: China ist für Apple inzwischen zum zweitwichtigsten Absatzmarkt nach den USA geworden. Im vergangenen Quartal gaben die Umsätze allerdings krachend um 26 Prozent nach, was einige langjährige Investoren wie Carl Icahn zum Ausstieg aus der Apple-Aktie bewogen hat.

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