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“Talkgast mit meisten Falschaussagen”: Petrys “Pinocchiopresse”-Vorwurf und eine Untersuchung mit Macken

“Pinocchiopresse”: Petry greift die Kölner Journalistenschüler an
"Pinocchiopresse": Petry greift die Kölner Journalistenschüler an

Die Kölner Journalistenschule wollte überprüfen, wie genau es Deutschlands Spitzenpolitiker mit der Wahrheit nehmen und hat dazu deren Aussagen in den vier großen TV-Talkshows überprüft. Heraus kam: Frauke Petry ist Spitzenreiterin im negativen Sinne. Prompt kritisierte sie handwerkliche Fehler der "Pinocchiopresse". Tatsächlich weist die Recherche Mängel auf.

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Dass die Schüler der Kölner Journalistenschule mit ihrem Projekt für Furore im rechtspopulistischen Lager sorgen würden, schwante ihnen bereits vor der Veröffentlichung von Faktenzoom.de. Mit ihrer Recherche wollten die Journalisten nachweisen, wie oft Politiker mit ihren Tatsachenbehauptungen in TV-Talkshows richtig oder daneben liegen. Ausgerechnet AfD-Frontfrau Frauke Petry, deren Partei immer wieder von der “Pinocchiopresse” spricht, überführten sie dabei als Gesprächspartnerin mit den meisten Falschaussagen.

Es war zu erahnen, dass die Bundessprecherin der Alternative für Deutschland die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen würde. Kurz nach Launch der KJS-Recherche meldete sich die Politikerin bei Facebook zu Wort und keilte gegen den journalistischen Nachwuchs. Die Untersuchung sei ein “ein Produkt aus einer schwer zu entwirrenden Mischung aus Dummheit, Anmaßung und Gesinnungsstrebertum”. Petry wirft den Journalisten vor, unsauber gearbeitet und Aussagen, die mit Leichtigkeit zu überprüfen gewesen seien, als “nicht prüfbar” aussortiert zu haben. Das Ergebnis sei so verfälscht worden.

Um dies zu verstehen, muss man sich mit den Details der Recherche auseinandersetzen, die Faktenzoom öffentlich zugänglich gemacht hat: Die Journalistenschüler haben im Zeitraum Dezember bis März die Tatsachenbehauptungen der meistgeladenen Politiker einer jeden Partei dokumentiert. Konzentriert haben sie sich dabei auf die vier großen Talkshows “Anne Will”, “Menschen bei Maischberger”, “hart aber fair” und “Maybrit Illner”. 701 Aussagen wurden dabei notiert. Nur die Hälfte davon wurde allerdings überprüft. Wieso? Die KJS erklärt: Der Rest der Äußerungen sei im Rahmen der “Allgemeinbildung” sowie “ungenaue” Aussagen gewesen.

Wenn Christian Lindner (FDP) also zum Beispiel sagt, dass Griechenland im Euro verblieb, ist das zwar wahr, aber gleichzeitig allgemein bekannt und wird damit nicht berücksichtigt. (…)
Wenn Armin Laschet (CDU) erklärt, aus welchen Gründen Nordafrikaner nach Deutschland fliehen, ist das eine Aussage, die wir nicht kompetent belegen oder widerlegen können.

Wieso Allgemeinwissen nicht gewertet worden ist, lassen die Journalistenschüler unverständlicherweise völlig offen.

Von den 701 Aussagen entfielen auf Frauke Petry 86, von denen laut KJS 38 geprüft worden seien. Von diesen 38 Aussagen sind letztlich 26,3 Prozent als “überwiegend falsch” oder “falsch” eingestuft worden. Wie genau zwischen diesen beiden Kategorien unterschieden worden ist, hat Faktenzoom.de nicht nachprüfbar festgelegt.

Gestritten wurde nun zunächst über die Frage, was mit den als “nicht prüfbar” oder “nicht belegt” eingestuften Aussagen passiert ist. In einem ersten Vorwurf kritisierte Petry, dass diese Aussagen automatisch als “falsch” deklariert worden seien. Korrekt ist das nicht. Die Relativ-Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die überprüften Aussagen. Der Rest ist bei der Untersuchung schlicht und ergreifend unter den Tisch gefallen. Das lässt Raum für weitere Konflikte bei der Interpretation der Zahlen. So würde das Ergebnis ins Negative verfälscht, wenn Aussagen zwar von den Schülern als “nicht prüfbar” eingestuft werden, aber trotzdem wahr (oder “überwiegend wahr”) sein könnten.

Von Petry angeführt wird beispielsweise eine Aussage zur Berichterstattung über die Silvesternacht in Köln, wo es zu massiven Übergriffen auf Frauen gekommen war. In der Sendung von Sandra Maischberger sagte Petry am 27. Januar:

Die Medien haben zunächst zögerlich über die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht berichtet.

Für die Journalistenschüler war dies “nicht überprüfbar”.

Diese Entscheidung ist schwer nachvollziehbar: Die Berichterstattung der Medien wurde mehrfach kritisch begleitet, von MEEDIA aber auch von anderen wie beispielsweise der Süddeutschen Zeitung (wie Petry ebenfalls argumentiert). Petry kritisiert: Allein die Beobachtungen seien als ausreichende Sekundärquellen zu sehen und die Aussage damit belegbar.

Auf Nachfrage erläutern die Schüler ihre Entscheidung:

Für uns blieb offen, wen sie mit “die Medien” meint. Lokale Medien wie der Kölner Stadtanzeiger und die Kölnische Rundschau berichteten schon am Nachmittag des 01.01.2016 über die Übergriffe am Hauptbahnhof. Andere überregionale Medien erst später.

Dass die Medien ihr eigenes Handeln kritisch hinterfragt haben, zeigte beispielsweise eine Stellungnahme des ZDF, in der sich der stellvertretende Chefredakteur Elmar Theveßen sogar für die Zögerlichkeit entschuldigte. Mehrfach wurde auch dem WDR der Vorwurf gemacht, zu lange untätig gewesen zu sein. Dazu kommentierte Faktenzoom gegenüber MEEDIA:

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Auch ein Chefredakteur, der Fehler kritisiert, bildet unserer Meinung damit ein Werturteil. Als Beleg für eine Tatsachenbehauptung reicht uns das nicht aus.

In der Tat ist den Kölner Lokalmedien kein Vorwurf einer verzögerten Berichterstattung zu machen. Allerdings lässt sich doch die Frage stellen, ob diese wenigen Beispiele bundesweit so schwer ins Gewicht fallen können, dass die Petry-Aussage als “nicht überprüfbar” eingestuft wird. Zumindest hätte stärker abgewogen werden müssen, ob eine Pauschalisierung seitens Petry nicht legitim gewesen ist. Sie hätte auch als “überwiegend wahr” eingestuft werden können. “Nicht prüfbar” war sie jedenfalls nicht.

Ein weiteres Manko des Projekts der Journalistenschule: drei Ergebnisse mussten nach der Veröffentlichung noch einmal überarbeitet werden. Im Fall Petry wurde eine Aussage als falsch klassifiziert, die – bei ganzheitlicher Betrachtungsweise – allerdings richtig ist. Dabei ging es um die Behauptung:

Die Türkei hat fast 10000 Kilometer Grenze

Die Schüler erachteten diese Aussage als falsch und beriefen sich auf die ca. 2.800 Kilometer lange (Fest-)Landesgrenze. Inklusive der türkischen Gewässer ist die (See-)Grenze allerdings tatsächlich um die 10.000 Kilometer lang. Bei dem Fehler hat es sich vielleicht nur um ein Missverständnis gehandelt, doch bieten solche Fehler eben Angriffsflächen.

An der Journalistenschule verteidigt man sich mit der Transparenz der eigenen Arbeit. Die Kriterien, nach denen entschieden worden ist, seien für jeden nachvollziehbar, heißt es. Die Kritik von Petry habe man zur Kenntnis genommen. “Wir werden auch weiterhin auf sachliche Kritik eingehen und diese prüfen”, heißt es. Petrys öffentliche Reaktion könne man aber nicht unbedingt nachvollziehen.

Vor der Veröffentlichung hatten alle Parteien zum gleichen Zeitpunkt fünf Tage Zeit, auf die Rechercheergebnisse und Bewertungen zu reagieren. Die AFD ist auf insgesamt fünf Behauptungen eingegangen, alle anderen blieben unbeantwortet. Alle Stellungnahmen haben wir geprüft und Korrekturen, die sich als richtig erwiesen, in unsere Dokumente vor der Veröffentlichung eingearbeitet.

Im Vorfeld habe die AfD das Projekt sogar noch gelobt, beteuern die Journalistenschüler: “Die Pressestelle der AfD (…) schrieb, Faktenzoom könne für mehr Transparenz sorgen und bewirken, dass Politiker aller Couleur mehr darauf achten, welche Inhalte sie verbreiten.”

Tatsächlich erweckt das Verhalten Petrys den Eindruck, als sei die Politikerin – die die Ergebnisse der Recherche ja bereits kannte – hier kalkuliert vorgegangen. So erschien ihr Posting sehr kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Faktenchecks. Hätte Petry erst nach Veröffentlichung die 86 Aussagen gesichtet, wäre eine Reaktion wohl erst später möglich gewesen. Bis auf den diskussionswürdigen Aspekt zur Kölner Silvesternacht nennt Petry aber auch keine weiteren Fakten, die Recherchefehler der KJS-Journalisten belegen.

Nun ist Petry nicht dafür verantwortlich, den Rechercheuren die Arbeit abzunehmen und – nur weil sie vielleicht nicht fleißig genug waren – ihre Faktenlage zu präsentieren. Allerdings kritisiert sie hier besonders harsch Recherchen, denen sie auch im Nachhinein nichts Konkretes entgegenzusetzen hat.

Gegenüber MEEDIA verteidigt Schulleiter Ulric Papendick die Recherche. “Frau Petry musste ihre Kritik in einem zweiten Posting revidieren. Sie hat unseren Schülern vorgeworfen, Fakten als falsch kategorisiert zu haben, die gar nicht in die Bewertung eingeflossen sind.” Darüber hinaus pflege die Schule mit ihrem Projekt eine besondere Form der Transparenz und habe nicht nur Rechercheentscheidungen nachvollziehbar gemacht, sondern sei auch mit Fehlern offen umgegangen. “Dass bei über 700 Aussagen mal ein Fehler passiert, halte ich nicht für vermeidbar”, so Papendick weiter. Die “nicht prüfbaren” Aussagen hätte man aus Mangel an Argumenten auch als “falsch” werten können.

Dass die Jungjournalisten neben Petrys Ergebnissen – die auch in der nachgebesserten Version weiterhin negative Spitzenreiterin bleibt – auch das Ergebnis von Grünen-Politikerin Katrin Göhring-Eckhardt korrigieren mussten, steht dem Projekt dann allerdings nicht so gut.

Update:

Harsche Kritik gibt es nicht nur von Petry, sondern auch von anderen Seiten. Der Journalist Norbert Häring hat sich die von der KJS als “falsch” deklarierten Aussagen vorgenommen und ebenfalls geprüft. Sein Ergebnis: Söder äußerte sich zugespitzt, aber in den meisten Fällen korrekt. Für lediglich eine Aussage fand Häring keine Bestätigung.

Auch Stefan Niggemeier geht bei Übermedien auf den Faktenzoom ein und kritisiert vor allem das Handwerk. Der gesamte Check sei voller “Ungereimtheiten”. So seien eigentliche Zitate von der Redaktion umgedichtet worden. Diese seien zwar zur Autorisierung vorgelegt worden. Allerdings hätte sich kein Poltiker – Frauke Petry beispielsweise hat es auch nicht – die Mühe machen müssen, veröffentlichte Aussagen freizugeben.

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Alle Kommentare

  1. Nicht “nur” Petry und Göre-Eckardt mussten korrigiert werden.

    Auf seinem Blog norberthaering.de machte Handelsblatt-Journalist Norbert Häring den Gegencheck, was die Aussagen von Markus Söder betrifft. Sein Ergebnis: Bis auf eine Aussage lag Söder mit seinen Talkshow-Thesen richtig bzw. überwiegend richtig. Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums sagte gegenüber merkur.de: »Die Ergebnisse des so genannten Faktenchecks sind objektiv unwahr, unseriös und manipulativ. Sie wurden von Experten im Internet bereits zerlegt.«

    http://www.merkur.de/politik/faktencheck-politiker-tv-talkshows-zr-6493269.html

    1. Lieber Erwin Schabrunski,

      vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Artikel um einen Verweis auf den Blogeintrag von Herrn Herrn Häring ergänzt.

      Viele Grüße

  2. > “Allerdings hätte sich kein Poltiker – Frauke Petry beispielsweise
    > hat es auch nicht – die Mühe machen müssen, veröffentlichte
    > Aussagen erneut zu autorisieren. Darüber hinaus”

    Warum endet der Beitrag mitten in einem Satz? Musste da jemand ganz plötzlich auf Klo, oder war gerade Feierabend 😉

  3. »„Talkgast mit meisten Falschaussagen“: Petrys „Pinocchiopresse“-Vorwurf und eine Untersuchung mit Macken«

    Warum wundern oder erregen sich eigentlich verschiedene Typen, wenn Begriffe wie »Schmierfinken« oder »Lügenpresse« einfach nicht vom Schirm zu bekommen sind?

  4. Und die Leute, die am meisten über die Lügenpresse schimpfen, ziehen sich täglich Sachen rein von Russia Today, Kopp-Verlag, Achgut, Tichy, PI etc. pp.

    Niemand heuchelt so schön wie die neuen deutschen Faschos.

    1. Oh je, da hat die hervorragende Arbeit der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft, der zarten Rechts-Außen-Seele aber mächtig zu gesetzt. Aber nicht gleich weinen wenn die AfD in Köln mit dem Vorsitzender Hendrik Rottmann und seine Stellvertretenden Vorsitzenden Iris Dworeck-Danielowski einen Kratzer ab bekommen.

  5. Nun ja, AfD, NPD, CSU, PEGIDA etc. sind ja nun mal allesamt rechtsnationale bis rechtsterroristische Vereinigungen. Allein die CSU wird vom Verfassungsschutz nicht observiert, da der Verfassungsschutz aller Wahrscheinlichkeit nach der Türsteher der etablierten Parteien, zuvorderst der CDU/CSU ist.
    Dass beim Lügen, die AfD – Petry mit 28,9% nur leicht vor der CSU – Markus Söder mit 21,9% liegt verwundert nicht. So wie die CSU nach Kriegsende aller Wahrscheinlichkeit nach die meisten Nazis in ihren Reihen aufgenommen hat, so steckt in den Hirnen dieser Partei wohl auch noch das meiste Nazi-Gen drin. Und das diese braunen Täter verlogen und in Fragen der Menschenrechte so ziemlich das gefährlichste war – und ist – wird wohl kein human, ethisch denkender Mensch bestreiten.
    In Köln gibt es nun auch einen Ableger dieser AfD. Vorsitzender ist da Hendrik Rottmann und seine Stellvertretende Vorsitzende Iris Dworeck-Danielowski.

  6. Also wieder mal ein zurechtgebogener Faktenchek der Lügenpresse, diesmal von den kleinen Lehrlingen ! Tja wer ein Speichellecker und Propgandist der Mächtigen werden will ,muss schon früh mit dem Lügen und verdrehen der Tatsachen und Aussagen anfangen .

    1. Oh je, da hat die hervorragende Arbeit der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft, der zarten Rechts-Außen-Seele aber mächtig zu gesetzt. Aber nicht gleich weinen wenn die AfD in Köln mit dem Vorsitzender Hendrik Rottmann und seine Stellvertretenden Vorsitzenden Iris Dworeck-Danielowski einen Kratzer ab bekommen.

  7. Aber hallo „Karl Hofmeister“!
    Derartige Wahrheiten sollte man nun wirklich nicht über Parteien verbreiten, die im Bundestag und an der Regierung beteiligt sind. Da könnte der Innenminister Thomas de Maizière aufgrund seiner Staatsgewalttätigkeit sowie der Horst Seehofer aufgrund seines populistischen Hirnschaden aber sehr böse werden.
    Aber interessant ist die Nachricht, dass es nun auch in Köln so einen „Schwachmaten“ Ableger gibt. Aber was für Menschen sind denn Hendrik Rottmann und Iris Dworeck-Danielowski

  8. Es ist doch lächerlich zu behaupten, dass es eine interessenfreie Meinung in Medien gabe, allenfalls nur mehr oder weniger. Dies war immer so, aber durch größere Konkurrenz in der Vergangenheit ist dies in Summa besser ausgeglichen worden als heute nach diesen vielen Konzentrationen und Aufkäufen. Wie in vielen Bereichen bestimmen hier auch Finanzinvestoren (d.h. Wallstreet, City of London) was geht und was nicht. Deren Konkurrenten sind natürlich Russen und Chinesen bzw. denen nahestehende. Natürlich sind deren Organe eine Bereicherung der Medienlandschaft, weil sie das schreiben, was die Finanzwelt gerne unter der Decke halten würde. Das Spiel gilt natürlich umgekehrt genauso. An dem Wort “Lügenpresse” ist also etwas dran, nur gilt das immer auftragsbezogen, besser wäre es also von konkurrierenden und interagierenden medialen Manipulationsapparaten zu sprechen, was aber nicht so medienwirksam ist. Im Moment scheinen mir die Russen die Nase vorne zu haben, weil die Wallstreet-Leute offensichtlich ziemlichen Unfug von ihren Organen in die Welt setzen lassen. Früher war der Westen eindeutig besser, die geistige Kapazität ist wohl leider bei uns zurückgegangen, es gelingt nicht mehr, jedem den aktuellen Unsinn der politischen Korrektheit (zum Wohle der eigenen Kassen) zu verkaufen. Die inszenierte Flüchtlingskrise hat selbst die verschlafensten Zeitgenossen aufgeweckt, war also letztlich ein Eigentor für die Wallstreetleute. Offensichtlich scheint zu langer Erfolg zu Trägheit und geistiger Verarmung zu führen. Auch wenn es nicht allen recht ist, so haben wir (noch?) die Chance einer freien Meinungsbildung, nur sie ist im Gegensatz zu früher komplizierter geworden, weil die früher verlässliche Tageszeitung heute aufgekaufter Mainstream ist. Andererseits fördert dieser Prozess das eigene Denken und die hinter der Botschaft versteckte Zielsetzung wird früh deutlich. Zur Zeit der Tageszeitung war etwa der Begriff „False Flag“ unbekannt, ohne neue Medien und die aufkommenden Zweifel an den Produkten der Medienkonzentration wäre 9/11 sicher nicht in diese Ecke gerutscht, weil niemand so etwas geglaubt hätte. Kommt man nun auf die Journalistenschule zurück, so scheint der betreuende Professor (als Leitfigur im Hintergrund) der hier zitierten studentischen Gruppe nicht unbedingt ein Freund der AfD gewesen zu sein, daher dieses Ergebnis, wäre er der AfD nahestehend, sähe das Ergebnis vermutlich anders aus. Dies zeigt, die Journalistenschule liefert die Journalisten, wie der Markt sie braucht und die durch praktische Flexibilität das eigene Überleben im Mediendschungel sichern können.

  9. Ich habe mir die als Spreadsheet zur Verfügung gestellten Rohdaten auch mal angeschaut – da sind tatsächlich seeeehr viele fragwürdige Aspekte. Und zwar bei fast allen untersuchten Politikern, tatsächlich aber die meisten bei Frau Petry.

    Im Endeffekt dürfte die Untersuchung damit nur wieder Wasser auf der Mühlen derjenigen sein, die Presse und Journalisten für verlogen oder manipulierend halten.

  10. Was ist nur mit dem Niggemeier los? Er bezieht sich auf “Achgut” und kritisiert die links-rot-grün versifften 68er-Medien und deren Azubis.

  11. Übel, das wissenschaftliche, handwerkliche Niveau dieser Journalistenschule.

    Mir sind schon seit einiger Zeit Beiträge von Jungredakteuren in linken Leitmedien der SZ und SPON negativ aufgefallen, mit ihrer Mischung aus Fingerzeig und Faktenfreiheit. Überwiegend von Frauen, muß ich sagen.

    Jetzt weiß ich, woher das kommt.

  12. Die “linksversiffte “Journallie übt sich bereits frühzeitig in ” brutalst möglicher Objektivität”. Das ist doch eigentlich einen Grimmepreis wert.
    Aber irgendwo muss der medial-geistige Dünnschiss dieser Tage ja herkommen. Wieder ein Grund mehr für die AfD.

    1. Den Zusammenhang müssen Sie mir mal erklären: Die Medien (oder in diesem Fall besser gesagt Journalistenschüler) machen Fehler und für Sie ist das wieder ein Grund mehr für die AfD? Der Bockmist der Medien macht doch aus der AfD keine bessere Partei und aus deren reaktionärer Politik keine wirkliche Alternative.

  13. Bei beiden Seiten sieht man Verbesserungs-Potential.

    Man hätte die 700 Punkte ja veröffentlichen können. Schliesslich ist man kein Internet-Ausdrucker und lernt moderner als die Journalisten welche die Print-Artikel dann ins Online-CMS umkopieren oder neu eintippen…

    D.h. erst die 700 Aussagen inclusive Beleg ins Netz stellen. Das ist ja kein Lippenlesen sondern in Talkshows gesagte Worte. Am besten mit Kontext.

    Als Wissenschaftler sollte man natürlich nix sagen was man nicht belegen kann. Wenn man so hohe Ansprüche stellt, sollten die aber für alle gelten.

    Es sollte also klar sein das Petry aussagen sollte, das die Lokalpresse schnell berichtet hat, die Bundespresse und insbesondere die Bundesland/Regional-Presse aber nicht. Was war mit den Lokalradios ? Das hat sicher jemand aufgenommen und hat die Transcripte.

    “bei ganzheitlicher Betrachtungsweise”. Wikipedia: Türkei#Lage spricht von “Landgrenze” und das Bild sollte klar machen, das es auch am Wasser liegt auch weil man in allen sozialen Medien Urlaubs-Strand-Fotos seiner Freunde von dort gesehen hat oder (wie damals Dia-Abende) sich bei Kollegen angucken musste…
    Reporter werden dafür bezahlt, die Wahrheit zu berichten.
    Genau daher macht man die 700 Punkte online, lässt die Leser voten und schaut sich die Kommentare (muss man nicht notwendig veröffentlichen oder nur selektiv wie Leserbriefe) und dann erst braucht man die Auswertung zu machen.
    Auch das mit Boateng als Nachbar hätte zwei vor ihm sitzende Journalisten sofort dazu bringen müssen, gezielt nachzufragen.

    Wenn ich Journalist wäre, würde ich fast nur noch kuratieren und Infos schmackhaft zusammenstellen und schnell (weil meine Berichte die besseren sind) Marktführer sein. Schaut mal Jamies 15 Minute Menus. Da lernt man das.

    Früher hat man zumindest in Duden und Enzyklopädie geschaut.

    Das man auf die Studie wartet und sich vielleicht schon einen Punkt als Kritik herausgepickt hat, ist vielleicht auch nicht so schön. Aber weil die Einkommens-Pyramide immer weiter nach unten abrutscht geht es nicht mehr um die Wahl einer Verbesserung sondern nur um die Abwahl derjenigen, welche uns das eingebrockt haben.

    Rot-Grün hat ja auch nicht geliefert und weiss bis heute nicht, was sie alles falsch gemacht haben.
    Wenn das Auto kaputt geht, kauft man ja nicht einen niegelnagelneuen Benziner für 8 Jahre (übliches PKW-Lebensalter) sondern das billigste Auto welches bis zur Ankunft der E-Autos die Aufgabe noch erfüllen dürfte und dann verschrottet wird. Diese gigantische Veränderung im Besitz des deutschen Volkes (Zilliarden-Werte ! aller Firmen-Bilanzen und Privat-Vermögen und Kfz-Briefe in den Sparkassen-Tresors als Kredit-Absicherung welche wie ein Eisschrank schnell abschmelzen dürften) hat die Presse bis heute nicht erkannt obwohl die Steuerberater längst Pläne und Kalkulationen haben um die Pizzeria-Taxis, Handwerker-Kombis, Pflegedienst-Smarts/AKlasse/… usw. bis zu Ankunft der E-Autos kostengünstig die Firma am laufen zu halten und nicht plötzlich wertlose Benziner an der Backe zu haben und Pleite zu gehen und im Gegensatz zu Boni-Banker- und Boni-Auto-Manager-Millionären oder Bau-Projekt-Chefs mit Zillionen-Abfindungen und Volks-Milliarden gerettet zu werden.

    Trump und Sanders beweisen ja, wie groß die Unzufriedenheit mit der politischen Klasse (und der Presse als Kontroll- und Optimierungs-Organ) inzwischen ist.
    Und die Rezession und dauerhafte Massenarbeitslosigkeit kommen ja erst noch. Genau wie der Winter bei Game of Thrones.
    Bei Fußball wird über jede mögliche Personal-Lücke (“nur ein linker Innen-Verteidiger”) sofort berichtet. Keiner von der Journalistenschule schafft sich den simplen Scoop und fragt jeden Dax-Konzern (inclusive Online-Veröffentlichung) wie lange man ohne Steuer-Subventionen in der nächsten Rezession über die Runden kommen wird bevor man – ähnlich wie Chrysler von Fiat – von der Konkurrenz in der Rezession billig aus der Portokasse übernommen wird und die Jobs hier dann weg sind wie schon bei den Solarzellen. Jede Stadtverwaltung hingegen wird nach den Beständen der Winter-Streusalz-Lager befragt… Seltsam das Millionen Jobs bald wieder von Steuer-Zilliarden gerettet werden müssen…
    Als Chinesische Firma wie Lenovo würde ich das auch jedes Quartal bei allen Forbes500 und DAX und Eurostoxx600-Firmen öffentlich abfragen. Man will ja bald in der Rezession preisgünstig Firmen übernehmen. Denn Chinesen sind schlau, fleissig und sparsam. Und auch amerikanische Milliardäre kaufen bald halb Deutschland aus der Portokasse weil die Immobilien vom Klimawandel vernichtet wurden und bald die Armut herrscht und hundertjährige Mittelständler-Traditions-Firmen durch miese Steuer-Software in ihren (plötzlich digitalisierten) Produkten (Internet-Of-Things, Industrie-4.0,…) oder auch US-Trivialpatente wie “Fenster zu machen wenn es draussen zu laut/kalt/heiss ist” oder Trivialpatente auf Geschäfts-Ideen und natürlich TTIP, TISA, IPRED2, ACTA und Zilliardenklagen usw. zu Übernahmekandidaten gemacht wurden.

    Wir leben gut wegen Firmen, Aldi und Lidl. Politik sind eher Side-Shows wie damals die Adeligen in den Filmen und Serien. Angeblich christlichen Homohassern liess man die vielen Frauen und Pöstchen und Selbst-Bejubelungs-Veranstaltungen, weil man mit Realschul-Abschluss selber Arbeit hatte, ein Haus abbezahlen konnte und 2 Kinder auf die Uni schicken. Diese haben jetzt ein Diplom und Dauer-Arbeitslosigkeit oder Mindestlohn-Praktikantentum in Höchstpreis-Mietgebieten für Delaware/Nevawa-Panama-Briefkasten-Holding-Ketten-Vermieter.

    Die Parteien haben ihre Stammwähler in die Armut abdriften lassen.
    Der Denkfehler in allen Medien ist, es ginge um Auswahl von Lösungen. Es geht vielen Protestwählern wohl eher nur noch um Abwahl des Establishments. Jeder Benziner ist schlecht und nur eine Notlösung, weil übermorgen der Tesla3 zu haben ist. Sogar Gewerbe-Autos gibts von der Post und anderen als Elektro. Vielen Protestlern ist egal ob sie Schill-Partei oder AfD wählen. Hauptsache Merkel wird abgewählt und rot-grün kommt niemals wieder.

    Schade das die AfD nicht per Internet besser organisiert ist und glasklar mit Volks-Hilfe vorgibt was zu passieren hat. Danach wird man aus Dank gewählt. Piraten mit Liquid-fürs-Volk hätten es realisieren können. Quasi indirekte Internet-Volksabstimmungen und Meinungs-Bildung. Leider hatten die wohl keine Interesse. Lobbyisten wollen ihren Willen durchsetzen sogar ohne Posten und ohne gewählt zu sein. Wieso also nutzt AfD nicht das Internet dazu und wird dann gewählt oder auch nicht. Jeder weiss ja das die vielen Ideen welche Merkel und die Landtage oder auch Stadtverwaltungen und Kreis-Tage bis dahin durchsetzen müssen von AfD kamen.
    Schade das ich bisher keinen Ort gefunden habe, um es ohne Partei zu programmieren und auch die Grünen nicht an Internet-Partizipation und direct Feedback interessiert scheinen obwohl sie es seit 2000 rot-grün auch per ISDN hätten haben können weil sowas praktisch keine Bandbreite bräuchte. Türkisch-Zypern oder Taiwan wären vielleicht interessant dafür. Stadtstaaten hatten wohl kein Interesse, volksverbessernde Internet-Firmen zu beschützen obwohl man nur ein Büro bräuchte und sogar Steuern bezahlen würde. Denn den Rest macht die Cloud und das jeden Monat billiger.

    Mit einer funktionierenden Presse als weisses Blutkörperchen welches den Körper gesund und stark hält und Nieten und Parasiten, Korruption und Miswirtschaft, Verrat und Verschwendung trockenlegt wie die Sonne – welche nicht in die Hinterzimmer scheint wohl aber im Internet wenn man wollte – gäbe es das längst bzw. bräuchte man das nicht. Die Verleger freuen sich über die Zunahme der Medien-Konzentration…
    Die Ölscheichs vielleicht auch. Bei denen weiss man aber, das Smart-E-Autos in 5 Jahren die Straßen rulen werden und viele Ölstaaten bald wieder die sprichwörtlichen verarmten Fischerdörfer werden welche sie vor 80 Jahren schon mal waren. Die smart-Stromzähler dienen dann vielleicht zur Strom-Rationierung wie damals im Kommunismus.

    Die Journalistenschule sollte mal eine klare Liste machen worin sich Berichte heute von früher unterscheiden:
    – Print ist die Fast-Food-platzbegrenzte Version
    – Online ist 100% 360 Vollständig und z.b. USB oder HDMI oder Vermutungen fürs iPhone8 aufklappbare wiederbenutzte Boxen.
    – Man wiederbenutzt Erklärungen und schreibt Geschichten weiter
    – Alle Zahlen in $ und Euro zum Vorjahr und Vorquartal in % und absolut. Nur in Print sind verkürzte Zahlen. Hier beispielsweise stand ja dran das 500.000 4 Folgen am Stück Law&Order geguckt haben, bei Mentalist hätte man das auch etwas klarer erwähnen können. In Print ist kein Platz dafür.
    – Man reagiert auf Leser und wird (wie ein Formel-1-Team jedes Rennen) schlauer stärker präziser INFORMATIVER.
    – Man berichtet Vor- und NACHTEILE und nicht EINSEITIG. Falls man keine nützlichen AfD-Forderungen findet, kann man zumindest die Erfolge berichten oder z.B. bei Trump welche Forderungen bei Trump-Fans gut ankommen. Dann kommt man vielleicht auf die Idee sich mal zu fragen wieso die so erfolgreich sind. Im Restaurant bestellt man ja auch nicht nur Eiweiss oder nur Fett oder nur Kohlenhydrate sondern eine schmackhafte vollwertige Mischung.
    – iPhotos sind ja auch eine schlaue Idee mit Kontext. Das man in der Zeitung nur 1 Bild hat aber Online natürlich alles länger ausführlicher und mehr Bilder und evtl Videos sollte auch klar sein.
    – Das man die Radio-Version zum Vorlesen im Auto oder am Handy hat, ist bei Lokal-Radio-News ganz üblich also auch für Tageszeitung.
    – Man Rezipiert Audio im
    Davon sieht man praktisch nix. Software ist zu teuer. Aufgrund der Regularien haben kleine Programmierer in vielen Ländern und bald wohl auch dank TTIP usw. vermutlich oft wohl leider weniger Chancen als Aaron Swartz . Groß-Software-Projekte sind teuer und liefern bekanntermaßen ja so gut… Vielleicht nehmen sich deutsche Groß-Bau-Projekte ja ein Vorbild daran…
    Da bestell ich lieber bei der Schweizer Tunnelbaufirma: 1 Jahr früher fertig und sogar noch das Budget eingehalten. Würde die Presse ihre Kontrollfunktion erfüllen, gäbe es fast keine fehlgeschlagenen Bauprojekte oder IT-Projekte mehr und Galileo würde uns längst centimetergenau die Rasenmäher und Straßen-Kehr-Maschinen 4 Uhr morgens steuern.

  14. Ganz ehrlich, mir erschließt sich nicht, warum man sich darüber so dermaßen aufregt, wenn nicht sofort und gleich in allen Medien reagiert wurde? Wem nützt es? Straftaten wurden und werden täglich begangen, und das sog. be-grapschen ist ja nun nicht gerade als eine schwere Straftat anzusehen, diese ist mehr oder minder auf jedem Volksfest zu erleben. Fragen sie einmal die Personen die dort arbeiten. Daraus aber alleine 11 Sondersendungen zu machen, ist doch sehr verwunderlich. Grapschen tun ja nun nicht nur Auländer.

    Dagegen wie viele Sondersendungen gab es zu den über 1000 Angriffe auf Flüchtlingsheimen und Flüchtlingen alleine im letzten Jahr? Nicht eine einzige. Zufall? Nein das hat Methode, und ist politisch gewollt. Aber die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland hat vergessen, woher sie einst kam, und wem sie ihren wirtschaftlichen wiederaufstieg zu verdanken hatte und hat.

    Ideologisch, jedenfalls kann man mit fug und Recht sagen, nach dem was der sog. deutsche Mainstream 70 Jahre danach als Redaktionellen Beitrag abliefert, sowie die pauschale Hetze in Deutschland mit der Folge, das eine AfD wieder in Deutschland zweistellige Ergebnisse einfährt, nicht viel!!!! Deutschland ein Imperium der Schande.

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