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Der Markt der People-Magazine: massive Verluste für Bunte, inTouch, Closer, Gala & Co.

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Das Aus für die deutsche Version des Magazins People ist ein neuer Beweis dafür, wie schwer es das Segment der Promi-Magazine hierzulande mittlerweile hat. Auch die vor nicht allzu langer Zeit erfolgreich gestarteten inTouch und Closer schwächeln inzwischen, Bunte und Gala verloren in nur fünf Jahren 24,5% bzw. 31,1% ihrer Abonnenten und Einzelhandels-Käufern.

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Die Verkaufszahlen des ersten Quartals 2016 sahen für das Segment besonders mies aus: Die Bunte büßte innerhalb nur eines Jahres 8,4% ihrer verkauften Auflage ein, die Gala 10,6%, Grazia 12,0%, inTouch 13,7%, OK! 15,5%, Closer sogar 16,6% und In satte 21,7%. Schaut man auf die beiden wichtigsten Segmente Abos und Einzelverkauf, so sieht es sogar noch mieser aus. Die Gala liegt hier z.B. nur noch bei 119.051 Verkäufen, verlor in zehn Jahren mehr als 50%. In büßte sogar in nur drei Jahren mehr 40% ein, inTouch mehr als 30%. Und selbst Closer, das 2012 zunächst viel versprechend gestartet war, verlor zwischen 2013 und 2016 deutliche 23,5%.

Die Zahlen zeigen deutlich, wie schwer es die Magazine inzwischen haben. Klatsch und Tratsch über Promis interessieren die Menschen zwar immer noch, doch immer seltener auf Papier. Die Zahlen der Internet-Angebote hingegen wachsen und wachsen. Schauen wir auch hier auf den Zeitraum der jüngsten drei Jahre, so wuchs Bunte.de laut IVW von 9,5 Mio. Visits im Mai 2013 auf nun 27,4 Mio. im Mai 2016. Gala.de explodierte im gleichen Zeitraum von 5,2 Mio. auf 19,0 Mio. Visits und Marktführer PromiFlash steigerte sich auf inzwischen 36,7 Mio. Visits.

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Hinzu kommen die boomenden Zahlen der Stars und Sternchen in den sozialen Netzwerken. Durch Posten auf Facebook, Instagram und Twitter informieren die Promis ihre Fans aus erster Hand und sorgen dafür, dass es Print-Magazine schwer haben, Neues zu berichten.

Wenn Bauer-Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf nun zum People-Aus zu Protokoll gibt, dass sich gezeigt habe, “dass einzelne Titel ausschließlich durch Verdrängung in einem rückläufigen Markt zulegen”, so ist das angesichts der Zahlen natürlich etwas gewagt. Denn zugelegt hat in diesem Segment schon lang niemand mehr. Und ob sich die anderen Magazine positiver entwickelt hätten, wenn es People mit den gerade mal 57.698 Kiosk-Käufern und 1.363 Abonnenten (IVW I/2016) nicht gegeben hätte, erscheint fraglich.

Eins dürfte nach dem Aus von Bauers deutschem People hingegen klar sein: So schnell wird sich kein Verlag mehr daran wagen, ein hochpreisiges wöchentliches Leute-Magazin auf den Markt zu bringen.

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  1. Den Grund für den Abstieg der BUNTE kann ich nennen: eine seit Monaten im freien Fall befindliche Qualität. Die BUNTE ist kaum wiederzuerkennen und liefert eine lausige Story nach der anderen mit handwerklichen Fehlern. Gott sei Dank tritt Riekel in 14 Tagen ab.

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