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Deutschland ist laut Welt-Zeitungsverband einer der stabilsten Märkte für Tageszeitungen

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Der Welt-Zeitungsverband WAN-IFRA hat in dieser Woche die jährlichen World Press Trends veröffentlicht. Laut der Auswertung ist Deutschland für Zeitungen und Nachrichtenmedien weiter einer der stabilsten Märkte in Europa. In anderen Ländern wirkt sich die Digitalisierung weitaus stärker auf das Zeitungsgeschäft aus.

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So sei die tägliche Gesamtauflage von kostenpflichtigen und kostenlosen Zeitungen in Deutschland im Vergleich zwischen 2015 und 2014 nur um 2% zurückgegangen. In anderen Ländern waren die Rückgänge weit stärker, zum Beispiel in Großbritannien mit -8,2%. Die Leserzahlen sanken in Deutschland nur leicht, um 1,42%. Über 65% der Erwachsenen lasen laut WAN-IFRA-Studie 2015 eine gedruckte Tageszeitung. Die Gesamtzahl pro Monat der Unique Visitors auf Online-Plattformen der Zeitungen stieg um 13,1%. 2015 gab es in Deutschland 120 Nachrichten-Websites mit Bezahlinhalten ‒ ein Anstieg um 12,1%.

Deutlich gesunken ist aber die Zahl der in Nachrichtenunternehmen tätigen Journalisten: 2015 waren es 10.580, während es 2014 noch 13.021 waren. “Deutschland bietet im Vergleich tatsächlich ein sehr stabiles Umfeld für die Zeitungsbranche ‒ nicht nur in Europa, sondern weltweit“, sagt Vincent Peyrègne, CEO von WAN-IFRA. „Die Daten und Trends bestätigen das. Dennoch ist die deutsche Nachrichtenbranche nicht immun gegen die Herausforderungen und schwierigen Entscheidungen, vor denen auch andere Nachrichtenanbieter weltweit stehen. Dazu zählen die Suche nach neuen Einnahmemodellen wie auch das Testen neuer Formen von Journalismus oder neuer Plattformen.“

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Sorge bereite den Zeitungsverlagen in Deutschland und anderswo u.a. der Trend zu Ad-Blocker-Software und die unklare Erlös-Situation bei Distributed Content, also Inhalten, die direkt bei Social Media-Plattformen wie Facebook ausgespielt werden. Deutschland gehöre weltweit zu den Ländern mit einer besonders hohen Nutzungsrate von Ad Blockern. Weltweit machen Vertriebserslöse mittlerweile 53% der gesamten Einnahmen im Zeitungsgeschäft aus.

Die Zahlen der WAN-IFRA-Untersuchung basieren auf Daten von diversen Branchenverbänden, in Deutschland also beispielsweise des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

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Alle Kommentare

  1. “Sorge bereite den Zeitungsverlagen in Deutschland und anderswo u.a. der Trend zu Ad-Blocker-Software ”

    Wie so oft sind das selbst verursachte Probleme. Einerseits die doch recht aggressive Art und Anzahl der Werbung. Zweitens sucht man fast vergeblich nach neutraler Berichterstattung. Es ist mehr als anmassend dem Leser, und gleichzeitig Kunden, einen gewissen Stempel aufdrücken zu wollen.

  2. Bei 80 Jahren Lebenserwartung macht das 1.25% welche jedes Jahr sterben. Umzüge und nicht wieder neu Abonnieren dürfte dazukommen.
    Das vergisst die Wirtschaftspresse gerne während jeder Supermarkt die Rotation der Produkte genau kennt und es am Zeitschriften/Zeitungs-Regal sogar glasklar ist.

    Warren Buffet meinte, seine kleineren Zeitungs-Regionen wären von den Kennzahlen oft/immer(?) besser als Zeitungen für größere Regionen.
    Auch die Anzeigenblätter (diese kostenlosen meine ich) werden grundsätzlich gerne ignoriert.

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