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Klares Signal für bessere Datennetze an die Politik: BDI wählt IT-Experten Kempf an seine Spitze

Er soll neuer BDi-Chef werden: Dieter Kempf

Es ist ein Signal der deutschen Wirtschaft an die Politik: Dieter Kempf, IT-Manager und Ex-Chef des Branchenverbands Bitkom, soll ab 2017 den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) leiten. Damit setzt der einflussreiche Wirtschaftsverband ein klares Zeichen, worum es der Industrie in den nächsten Jahren geht. Sie will, dass die Datennetze ausgebaut und Datensicherheit verbessert werden.

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Dieter Kempf gilt als ein Mann, der auf seine persönliche Sachen penibel aufpasst. Doch ausgerechnet auf einer Reise zu einer Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr wurde dem ehemaligen Datev-Chef im ICE das Blackberry Z30 aus seinem Jackett gestohlen. „Ich ärgere mich am meisten über mich selbst. In Zürich ist mir das schon mal passiert“, sagte der gebürtige Münchener damals der Wirtschaftswoche. Dabei gilt der ehemalige Chef des Branchenverbands Bitcom als ein Mann, dem Sicherheit besonders am Herzen liegt. In dieser Funktion setzte er sich immer dafür ein, Informationstechnologen vor dem Zugriff Fremder zu schützen.

Jetzt hat Kempf Chancen, sich stärker für Datensicherheit in der Wirtschaft einzusetzen. Denn der IT-Manager soll ab 2017 den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) führen, dem wichtigsten Lobbyverband in der deutschen Wirtschaft. Der 63-Jährige löst Ulrich Grillo an der Spitze des einflussreichen Wirtschaftsverbandes ab. Kempf war bis Ende 2015 Vize-Präsident des BDI und berät die Bundesregierung auch in Fragen der Internet-Sicherheit. Noch bis zum März diesen Jahres war der Steuerberater und Honorarprofessor Vorstandschef von Datev, einem der größten IT-Dienstleister und Softwareanbieter in Deutschland.

Mit der Berufung des IT-Experten reagiert der BDI aber auch auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unter dem Stichwort „Industrie 4.0“. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil US-Internet-Konzerne wie Google, Apple & Co. versuchen, etablierten Branchen und Unternehmen Paroli zu bieten. Auch der weitere Ausbau der Breitband-Netzes über Glasfaser ist für die Wirtschaft ein wichtiger Faktor, um wettbewerbsfähiger zu werden. Vielfach sind noch veraltete Kupferkabel in vielen Regionen verbreitet, die den Datentransfer erschweren. Doch der Datenverkehr ist ein entscheidender Faktor, um auch neue Unternehmen anzusiedeln.

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