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Journalisten-Trends 2016: höherer Leistungsdruck, Wandel zum Mini-Medien-Unternehmer

Mehr Aufgaben in weniger Zeit für mehr Auftraggeber – die Journalistentrends sind eher ernüchternd
Mehr Aufgaben in weniger Zeit für mehr Auftraggeber – die Journalistentrends sind eher ernüchternd

Die PR-Plattform Mynewsdesk hat über 2.000 Journalisten aus aller Welt zu Trends im Journalismus befragt. Dabei herausgekommen ist u.a. dass Journalisten immer weniger Zeit haben, immer mehr Aufgaben erledigen müssen und für mehrere Publikationen gleichzeitig tätig sind. 

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Einige Ergebnisse des Whitepapers “Trends im Journalismus 2016” gehen wohl auf den Auftraggeber zurück. So ist wenig verwunderlich, dass bei der Befragung herauskommt, dass Journalisten “besonders großen Wert auf Pressemitteilungen legen”. Immerhin verdient Mynewsdesk u.a. Geld damit, Pressemitteilungen zu verbreiten. Ein wenig seltsam ist auch, dass TV und Radio in dem Whitepaper kaum eine Rolle spielen – der Fokus liegt hier klar auf Print und Digitales. Dabei gibt es aber durchaus ein paar interessante Ergebnisse:

Printmedien sind laut der Befragung die beliebteste Informationsquelle für Nachrichten, gefolgt von Web-Nachrichtenportalen (Platz 2), Facebook (Platz 3) und Twitter (Platz 4). Nur 3 Prozent der Befragten nutzen Snapchat und Periscope als Infoquellen. LinkedIn und YouTube hingegen werden von 15 Prozent genutzt. Während die Nutzung von LinkedIn in Großbritannien wächst, sind deutsche und norwegische Journalisten keine Fans des Business-Netzwerks – dort haben nur 7 Prozent der Befragten überhaupt ein LinkedIn-Profil.

Bezeichnend sind die Angaben darüber, welche Aufgaben Journalisten heute erfüllen müssen. Neben klassischen Journalisten-Aufgaben sind viele weitere hinzugekommen, wie Social Media, Datenanalyse und Videoproduktion.

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85 Prozent der befragten Journalisten erklärten, dass der Bedarf an visuellem Content in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen ist. 75 Prozent haben mehr Deadlines und sagen, dass mehr Content von ihnen verlangt wird.

Vorbehalte gibt es in dem Berufsstand gegenüber der Produktion von Native Advertising, also Werbebeiträgen, die wie redaktionelle Inhalte aufgemacht sind. 40 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, gesponserte Inhalte zu schreiben, 26 Prozent können sich es vielleicht vorstellen und 34 Prozent hätten keine Probleme damit.

Beim Blick in die Zukunft gaben neun von zehn Befragten an, dass Medienunternehmen ihrer Meinung nach zukünftig mehr Freelancer als Vollzeit-Journalisten einstellen. Außerdem wandle sich der einzelne Journalist immer mehr hin zu einem Medien-Unternehmer. Dass Roboter künftig die Arbeit von Journalisten ersetzen, glauben die wenigsten.

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Das komplette Whitepaper “trends im Journalismus 2016” können Sie hier herunterladen.

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Alle Kommentare

  1. Den Optimismus, dass Journalisten nicht durch Roboter ersetzt werden, teile ich nicht. Ist es nicht schon heute so, dass feststeht, was geschrieben werden darf und was nicht? Für jeden der eine Einheitsmeinung verbreiten will, ist es doch besser jede Möglichkeit, zwischen den Zeilen zu schreiben, zu unterdrücken. Roboter sind hier einfach zuverlässiger. Eigentlich müssten Journalisten jetzt klar machen, dass sie gerade deshalb für die Bürger unersetzlich sind, die meisten tun das Gegenteil.

  2. @Anja: Wenn ich alles brav erkläre und Belege verlinke, sind die Bezahlposter überfordert und beschweren sich.
    Konstruktive – und sogar effiziente – Foren wären möglich. Leider habe ich bisher kein Land ohne prohibitiv hohe Strafen dafür (Softwarepatente, Regularien, TTIP, ACTA, IPRED2,…) gefunden. Bei Machthabern und Taschenfüllern wäre das recht unbeliebt. Allerdings wären die üblichen Maßnahmen wie Kommafehler finden, vom Thema ablenken usw. nicht machbar. Leider macht es bisher keiner um die Machthaber und Boni-Manager endlich mal zur Arbeit fürs Volk und Kleinanleger zu bringen 🙁 Bei Fußball hingegen fliegen Versager ratz fatz raus. Da funktioniert (als einziges wohl) die Kontrollfunktion der Presse.

    Openleaks gibts ja auch noch nicht.

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