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Schutz vor Body Shaming: London verbietet extreme Bikini-Werbung in U-Bahnen und Bussen

Wie sexy darf Werbung sein?
Wie sexy darf Werbung sein?

„Hast Du schon Deine Strandfigur?“: Auf großen Plakaten fragte dies ein Produzent von Protein-Präparaten die Passanten in der Londoner U-Bahn. Bebildert war die Werbung mit einem sehr schlanken Bikini-Model. Die Folge war ein Entrüstungssturm und eine heftige Debatte über „Body Shaming“. Jetzt löst der neue Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, eines seiner Wahlversprechen ein und spricht ein Verbot entsprechender Werbung in der Tube und den Bussen der Millionenstadt aus.

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Vor allem Werbung, die das Selbstwertgefühl von Jugendlichen herabsetzen könnte, soll künftig nicht mehr in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen sein. So sollen vor allen junge Mädchen davor bewahrt werden sich und ihre Gesundheit in Gefahr zu bringen, nur einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen.

Khan geht nicht davon aus, dass sich die Maßnahme negativ auf Werbeeinnahmen auswirken könnte. Im vergangenen Jahr setzten die Verkehrsbetriebe in London rund 170 Millionen Pfund alleine durch Plakate und Anzeigen-Flächen um.

Auslöser für das Verbot und die Diskussion der vergangenen Wochen und Monate war die Kampagne der Firma Protein World (“Are You Beach Body Ready?”). Teil des Produktversprechens ist es, dass das Nahrungsergänzungsmittel beim Abnehmen helfen würde.

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Die Frage nach der Strandfigur geriet dabei allerdings zu einem großen Marketing-Eigentor. Schnell entstand der Anti-Hashtag #Everybodysready unter dem Verunstaltungen der Plakate und andere Bilder und Kommentare gepostet wurden.

Bei der Werbe-Kontrollbehörde ASA sammelten sich über 360 Beschwerden, so dass die Medienwächter die Kampagne verboten. Fast alle Beobachter kritisierten, dass das Motiv und die Ansprache sexistisch sei und Frauen zu Objekten herabstufen würden. Viele Menschen würden sich angesichts der Plakate physisch minderwertig fühlen, sagt Charlotte Baring, die eine Onlinepetition für die Entfernung der Plakate gestartet hatte.

Genau solche Motive soll es künftig in London nun nicht mehr geben.

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Alle Kommentare

  1. Ein “Entrüstungssturm” wegen gerade mal 360 Beschwerden in einer Stadt mit 8,5 Millionen Einwohnern? – Wohl eher nicht, deshalb zukünftig bitte etwas sachlicher berichten.

    Zum Verbot selber, machen wirs kurz: Bin dagegen.

    Ja, es gibt gute Gründe gegen diesen Protein-Mist zu sein und mit genau diesen Gründen sollte man die Werbung auch entlarven aber nicht mit Verboten.

    Mein Gott, wo kommen wir hin, wenn wir reflexartig alles verbieten, was uns gerade nicht passt? Und eine zweite Frage gleich mal hinterher: Wo sind wir denn damit eigentlich heute schon gelandet?

    Und noch eines:

    Das der erste muslimische Bürgermeister einer westlichen Haupt- und Millionenstadt quasi als erste Amtshandlung Plakate mit Frauen im Bikini verbietet, das ist wohl eher nicht das, was man als einen perfekten Start bezeichnen könnte.

    Jedenfalls dann nicht, wenn es ihm damit ernst sein sollte, die Bedenken der knappen Hälfte der Londoner zu zerstreuen, die ihn nicht gewählt haben.

  2. Ist das jetzt abzeichnende Islamisierung, oder darf die Frage gestattet sein, warum es keine adipösen, pickligen NachrichtensprecherInnen und ModeratorInnen gibt?

  3. Richtig wäre es dann auch, es konsequent zu machen und jede Werbung zu verbieten, auf die diese Vorwürfe zutrifft. Dann müsste jedes dritte Werbebanner, was ich in der Stadt, in Schaufenstern, auf Magazinen, am Kino sehe, verboten werden, ebenso wie jeder vierte Werbespot und jede zweite Show im Fernsehen – denn im Vergleich dazu sticht diese Werbung nicht sonderlich hervor; und anders als bei manch anderen Motiven hat sie hier ja noch was an.
    Ich glaube nicht, dass dieser Eindruck in London großartig anders wäre.

    Dass 360 Beschwerden in einer Millionenstadt ausreichen, um ein Verbot auszusprechen, überrascht mich doch sehr! Zu häufig erreichen Petitionen mit zigtausend Unterschreibern nicht ihr Ziel und sind scheinbar keine Erwähnung wert, und dann reichen plötzlich 360 Stimmen…

  4. Ich wuchs noch in einer Zeit auf, als man mit Selbstbewustsein über den Dingen stand, die einen belästigten. Heute gründet jedes psychotische Grüppchen ein Aktionsbündnis oder löst einen Shitstorm aus, nur weil die ganze Welt nicht zu 200% deren Einhornregenbogenwelthalluzinationen entspricht, in der alle Männer regelrecht besessen von adipösen Grauhaarigen sind.

    Wer sich über Bikiniwerbung empört, aber dann Ausreden sucht, weil abergläubische Neandertaler in Köln Freiluftgynäkologie praktizieren, ist entweder verblödet oder geisteskrank – im Zweifelsfall tippe ich auf beide Optionen.

  5. Ich kann mich der Kritik hier nur anschließen! Das Verbot ist lächerlich und überzogen und zeigt, dass die mögliche Islamisierung Europas kein Hirngespinst ist. Vielleicht sind wir gerade mittendrin?

    Man sollte sich schon entscheiden, ob man so etwas will oder nicht!

    Heiko Maas von der SPD will übrigens das Gleiche: Auch er ist für ein Verbot “sexistischer” Werbung. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass zuviel Haut verboten wird.

    Auch damit können die fundamentalen Muslime sicher gut leben.

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