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Klatschportal Gawker ist pleite – und erwägt, US-Milliardär Peter Thiel zu verklagen

Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton
Langes Gesicht: Gawker-Chef Nick Denton

Es hatte sich angedeutet: Das Klatsch-Blogkonglomerat Gawker, das im Hulk Hogan-Prozess zu einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar verurteilt wurde, kann den Forderungen nicht nachkommen und musste Insolvenz anmelden. Gawker beantragte gestern Gläubigerschutz nach Paragraph 11. Gleichzeitig deutete Gawker-Gründer Nick Denton an, US-Milliardär Peter Thiel, der Hogan bei seiner Klage finanziell unterstützt hatte, seinerseits verklagen zu wollen.

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Nach der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Gawker und Hulk Hogan wegen eines Sex-Videos, die mit einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar endete, folgt nun das erwartbare Ende: Das Klatschportal ist zahlungsunfähig und beantragte gestern Gläubigerschutz nach Paragraph 11. Damit werden die Vermögenswerte von Gawker Media bis auf Weiteres vor dem Zugriff geschützt.

Gleichzeitig stellte sich das 2002 gegründete US-Medienunternehmen mit seinen sieben Webseiten in einem Auktionsverfahren zum Verkauf. Wie das Techportal re/code berichtet, hat der Ziff Davis Verlag bereits ein Übernahmeangebot über 100 Millionen abgegeben.

Denton über Peter Thiel: “Du hast Dich professionell, eiskalt und anonym gerächt”

Der Prozess gegen Gawker hatte nachträglich an Brisanz gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Internet-Milliardär Peter Thiel den Wrestler mit 10 Millionen Dollar unterstützt hatte. Für Denton ist es ein Rachefeldzug, weil Gawker den ersten Facebook-Investor, der inzwischen mehrfacher Milliardär ist, 2007 als homosexuell outete. “Du hast Dich professionell, eiskalt und anonym gerächt”, schreibt Denton vor zwei Wochen an Thiel in einem offenen Brief, der natürlich auf Gawker veröffentlich wurde.

Denton kündigte auf Twitter an, unter einem neuen Eigentümer das Urteil anfechten zu wollen. Gleichzeitig gab sich der britische Internet-Unternehmer weiter kämpferisch und erklärte, “auch mit seinen Milliarden wird Thiel unsere Autoren nicht zum Schweigen bringen”.

Gegenklage gegen Peter Thiel erwogen

Sarkastisch fügte Denton hinzu: “Danke, Peter Thiel, für all den Traffic”

Gegenüber seinen Lesern stellte Denton klar, dass Gawker und die Tochter-Seiten (wie Gizmodo und Jezebel) weiter regulär den Betrieb am Laufen halten würden. Wie Forbes berichtet, erwägt Gawker eine Gegenklage gegen Peter Thiel.

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Alle Kommentare

  1. Also, das seriöse (mal als Synonym für grottenlangweilig) Blätter eingehen, das kann passieren.

    Aber wenn es ein Klatsch- und Tratsch Blatt schafft pleite zu gehen, dann müssen die schon sehr viel falsch gemacht haben – eigentlich so ziemlich alles was geht sogar.

    In dem konkreten Fall hier, hat Gier mal wieder Hirn gefressen, denn gerade wenn es um ein solch brisantes Video eines Promis geht, hätte man das vor Veröffentlichung juristisch wasserdicht abklopfen müssen, gerade in den USA.

    Das die jetzt aber auch noch jemanden, der den Kläger finanziell unterstützt hat deswegen verklagen wollen, das ist absurd und lächerlich.

  2. Und weg. was wollen sie denn dann P. Thiel verklagen, wenn ich fragen darf?
    Wäre mir neu, dass “Fremdprozess-Finanzierung” in den USA illegal ist?

    Ob man das teils absurde Rechtssystem und -Verständnis gut oder schlecht findet – “Racheprozesse” gibt es auch in anderen Ländern.
    Jedoch: Ein Strafmaß (bzw. Schadenersatz) von kolportierten um 115mio USD ist dann doch sicherlich eine ziemliche Hausnummern. (Hat was von der Schadenshöhe bei den Zigarettenherstellern 😀 )

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