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PwC: Digitale Erlöse hängen alle anderen Mediengattungen ab

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Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hat ein Update zu ihrer Langzeitstudie Global entertainment and media outlook 2016-2020 vorgestellt. Demnach sollen die digital erzielten Umsätze bis im Jahr 2020 auf über 1.000 Milliarden US-Dollar ansteigen. Die Hälfte aller Medienumsätze würde weltweit dann digital gemacht werden. Deutschland hinkt bei der Entwicklung allerdings etwas hinterher.

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Die globale Medienindustrie soll laut der Studie bis 2020 mit dem Internet genauso viel Geld umsetzen wie mit allen klassischen Erlösquellen zusammen. Dabei sind Erlöse von Internet-Anschlüssen allerdings mit eingerechnet. In neun Märkten, unter ihnen China, sind die Online-Erlöse schon jetzt höher als die übrigen Erträge. Bis 2020 dürfte dies in knapp der Hälfte der von PwC untersuchen 54 Länder der Fall sein. Deutschland wird allerdings nicht zu diesen Ländern gehören: Obwohl der Internetmarkt auch hierzulande auf Kosten der klassischen Medien zulegt, dürften die im Web erzielten Erlöse auch am Ende des Jahrzehnts laut PwC erst knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Medien- und Unterhaltungsindustrie ausmachen. 

Anzeigen wandern weiter ins Internet

„Die Verlagerung des Anzeigengeschäfts von den klassischen Medien ins Internet ist nicht aufzuhalten – auch wenn dieser Prozess gelegentlich Rückschläge beinhaltet, wie die aktuelle Debatte um Ad-Blocker zeigt. Die Dynamik des Internetgeschäfts erkennt man beispielsweise daran, dass es sich in den Industrieländern mittlerweile bei jeder zweiten Online-Anzeige um sogenannte programmatische Werbung handelt – also um Echtzeit-Anzeigen, die gezielt auf den User zugeschnitten sind“, erklärt Werner Ballhaus, Leiter Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC in Deutschland. Bereits in diesem Jahr  wird die Werbeindustrie global gesehen erstmals mehr Geld für Internetanzeigen bereitstellen als für klassische Werbekampagnen im Fernsehen.

Die weltweite Medien- und Unterhaltungsindustrie wird den PwC-Prognosen zufolge bis 2020 um jährlich 4,4 Prozent wachsen. Dabei tut sich jedoch innerhalb der Branche eine immer größere Kluft auf, sagt Ballhaus – und zwar nicht nur zwischen Internet und analogen Medien, sondern auch auf regionaler Ebene. So dürften aufstrebende Länder mit einer tendenziell jungen Bevölkerung in den nächsten Jahren hohe Wachstumsraten erleben. Gute Beispiele dafür sind Brasilien oder Nigeria. In vielen Industrieländern wird die Medien- und Unterhaltungsbranche dagegen schwächer wachsen als die Gesamtwirtschaft.

Streaming schlägt Download

Am besten gedeihen in der Medienindustrie momentan Geschäftsmodelle, die auf digitalen Abonnements beruhen. So wuchs der Video-on-Demand-Umsatz dank Netflix und ähnlicher Unternehmen 2015 um satte 32,3 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Dabei wird immer offensichtlicher, dass sich anstelle von Downloads die Streaming-Technologie als dominantes Format etabliert – übrigens nicht nur bei Videos, sondern dank Anbietern wie Spotify oder Apple Music zunehmend auch im Musikbereich.

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In der Musikindustrie lagen die digitalen Erlöse 2015 erstmals über den mit CDs und anderen physischen Tonträgern erzielten Umsätzen. Den PwC-Prognosen zufolge wird die Musikindustrie bis 2020 um jährlich 2,1 Prozent zulegen. An der zunehmenden Abhängigkeit vieler Künstler von Live-Auftritten wird sich voraussichtlich also wenig ändern. Tatsächlich dürfte dieser Zweig innerhalb der Musikbranche auch in den kommenden Jahren am stärksten zulegen, nämlich mit jährlich 3 Prozent.

Print schrumpft weiter

Unterdessen wird sich der Rückgang klassischer Zeitungs- und Magazinverlage in den kommenden Jahren fortsetzen – so rechnet PwC beispielsweise für den nordamerikanischen Markt bis 2020 mit einem jährlichen Minus von 3,1 Prozent. Dabei schrumpfen die Werbeerlöse bei vielen Zeitungen derart schnell, dass die Branche mit dem Vertrieb bald mehr Geld umsetzen dürfte als mit dem Anzeigengeschäft.

Nur noch wenige Regionen entziehen sich diesem Trend. Ein Beispiel ist der lateinamerikanische Markt, wo die Zeitungsbranche dank funktionierender digitaler Bezahlmodelle um jährlich zwei Prozent zulegen dürfte.

Die Studie Global entertainment and media outlook 2016-2020 kann man hier kaufen.

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Alle Kommentare

  1. Das heißt also, bei dieser “Studie” wurden Infrastrukturanbieter zusammen mit Anbietern von fiktionalem und journalistischem Content in einen Topf geworfen? Dann einmal umrühren, in die Glaskugel schauen und voila, schon gibts Aussagen ohne Wert, aber hoher Publizität

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