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DJV ruft 13.000 Zeitungsjournalisten ab Freitag zu Warnstreiks auf

DJV-Chef Frank Überall ist kein Freund der neuen Regel zur Herkunftsnennung
DJV-Chef Frank Überall ist kein Freund der neuen Regel zur Herkunftsnennung

Ein altes Vorurteil besagt, dass man mit Journalisten keinen Arbeitskampf gewinnen kann, weil die immer lieber ihre Story fertig machen wollen, statt zu streiken. Ab Freitag sollen sie nach Willen der Gewerkschaft das Gegenteil beweisen. Im Zuge der Tarifverhandlungen ruft der Deutsche Journalisten Verband jetzt die Kollegen aus den Zeitungsredaktionen zu zeitlich befristeten Warnstreiks auf.

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Die regionalen Schwerpunkte der Arbeitskämpfe, sollen zwischen dem 10. und 15. Juni vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sein. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Große Tarifkommission des DJV am heutigen Montag in Kassel einstimmig.

„Wir haben in den drei Tarifrunden mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger keine Einsicht der Verleger in die Notwendigkeit angemessener Gehalts- und Honorarerhöhungen für die 13.000 Zeitungsjournalisten feststellen können“, kommentiert der DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Die Journalistinnen und Journalisten in den Redaktionen seien aufgerufen, durch ihre Beteiligung an den Streikaktionen den Verlegern die Ernsthaftigkeit der Forderung des DJV nach 4,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar zu verdeutlichen. Döhring: „Wir setzen uns nicht als Bittsteller mit den Verlegern an den Verhandlungstisch. Und wir haben keine Zeit für Tarifrunden, mit denen die Verleger nur Zeit schinden
wollen.“

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Bereits zum Jahresende war der alte Tarifvertrag ausgelaufen: „Jeder Monat ohne neuen Tarifvertrag kostet die Kollegen Geld.“ Die Warnstreiks sind nach Einschätzung der Gewerkschaftler das einzige Mittel, um die Verleger „zu zielorientierten Verhandlungen zu bewegen.“

Der Zeitpunkt und Orte der Warnstreiks sollen erst einmal intern abgestimmt und festgelegt werden.

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Alle Kommentare

    1. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das die meisten das so ganz freiwillig machen. Aber an eine Änderung glaube ich auch nicht.

    2. Korrekt. Streikt! Streikt bis ihr schwarz werdet. Bitte, bitte streikt bis an euer Lebensende.
      Der ein oder andere schafft es dann vielleicht sogar umzusatteln auf eben Beruf, in dem er sich weniger prostituieren muss. Funktioniert aber nur für die Kollegen, die Ideologiefrei sind und keinen Messiaskomplex haben.

  1. Wenn man jetzt so richtig schön gemein wäre, dann könnte man jetzt natürlich sich (und die Betreffenden) Fragen:

    4,5 Prozent mehr Gehalt? – Warum das denn?

    Die Inflationsrate beträgt nicht mal 1 Prozent und selbst wenn man sich statt dieser Maximalforderung dann vielleicht bei 2,5 oder 3 Prozent einigen würde, dann stellt sich gleich nach dem “Warum” doch die nächste Frage:

    Wofür?

    – Überall wird abgebaut und es arbeiten weniger Journalisten für weniger Geld. Was habt ihr besser gemacht als die?

    – Arbeiten tut man sicher genug als Journalist aber was nützt das acht oder neun Stunden Tastenklappern, wenn am Ende die Glaubwürdigkeit so tief im Keller ist?

    60 Prozent glauben deutschen Journalisten bei politischen Themen entweder fast oder gleich überhaupt kein Wort mehr.

    Wofür also 4,5 Prozent mehr Geld, wenn fast zwei von drei Leuten sagen, die Qualität stimmt überhaupt nicht mehr, ich finde da nirgends wieder?

    Und als letztes, für wen denn so eine Lohnerhöhung?

    Für Leute, die sich im Oktober dafür doch eh nur das nächste iPhone oder iPad kaufen und damit also vor aller Welt beweisen, das sie sowieso nicht mit Geld umgehen können?

    Kauft euch lieber ein preiswertes Getät (z.B. Windows Phone) und wenn ihr das eingesparte Geld für die sündhaft teuren Apfelkrebse dann auf den Monat umrechnet, dann habt ihr eure Lohnerhöhung doch auch. 🙂

    Na ja, aber sowas frag ich nicht, das wäre jetzt zu indiskret, man ist ja höflich und freundlich und verständnisvoll … gewesen.

    Nee, vergesst das da oben oder wie man in den Staaten im Gerichtssaal sagt:

    “Die Geschworenen werden diese Fragen nicht beachten!”

    (Wobei allen Beteiligten aber klar ist, das dies unmöglich ist.)

  2. Verallgemeinerungen sind immer doof.
    Deshalb entschuldige ich mich zuerst bei den sehr wenigen seriösen und anständigen Journalisten – diese meine ich mit dem folgenden natürlich nicht.

    Ich finde nicht, dass der polit. Journalismus der letzten Jahre eine Gehaltserhöhung auch nur annähernd begründen könnte.
    Recherchieren, informieren etc. wurde ersetzt durch unreflektiertes Kopieren, Auslassen, Fehlinformation und Manipulation.
    Wenn ich mich einigermaßen objektiv informieren möchte, dann bin ich aufs Internet und ausländische Medien angewiesen – eine Schande!
    Alle meine deutschen Abos habe ich gekündigt und werde diese auch so schnell nicht wieder reaktivieren.
    Der aktuelle polit. Journalismus ist, wie die aktuelle Politik der Machthaber, schädlich und zerstörerisch für unser Land.
    Wenn es irgendwann einmal zu Gewaltausbrüchen kommen sollte, dann hat mE der polit. “Nicht-Journalismus” daran einen sehr großen Anteil.

  3. Statt preisgünstig Propaganda-Pressemeldungen zu verbreiten könnte Meedia vielleicht auch mal durch journalistische Recherche zur Wahrheitsfindung beitragen. Denn die Streik-Ankündigungen des DJV sind reines Wunschdenken sich aufplusternder Maulhelden, die keinen Kontakt zur Wirklichkeit mehr haben.

    Der DJV kann sich keinen Streik leisten, auch keinen kleinen.

    Es gibt gar keine 13.000 Tageszeitungsredakteure. Wer von den vor 10 Jahren stets genannten 14.000 die abzieht, die nach DJV-Meldungen seither ihren Job verloren haben (z.B. WAZ, FR, WR, AZ, etc.), kommt auf deutlich unter 10.000. Von denen ist weniger als die Hälfte überhaupt in Verbänden organisiert; Tendenz abnehmend.

    Ein paar vereinzelte “Streiks”, “Kundgebungen” und “Aktionen” vor Jahren haben für rund 1,5 Mio Euro bei den Mitgliedern massive Unzufriedenheit erzeugt. Keine Zeitung ist nicht erschienen, der Öffentlichkeit blieb der “Arbeitskampf” verborgen. Die Streikbereitschaft ist per heute partiell noch bei wenigen Aktivisten in den genannten Ländern, im Rest Deutschlands schlicht überhaupt nicht vorhanden. Die noch 3 Mio Euro (Stand 2015) in der Streikkasse reichen bei weitem nicht; bei üblichen Kosten von 300 Euro pro Mann und Tag (plus Luxus-Funktionäre und Organisationskosten) können ein paar hundert verelendete Redakteure (Durchschnittgehalt 5.000 p.m.) vielleicht zwei Wochen “streiken” – dann ist die DJV-Kasse praktisch leer. Und zwar für immer, denn mit 0,50 Euro p.m. je Mitglied dauert es (ohne Mitgliederverlust) ca. 12 bis 13 Jahre, bis der Kassenstand von 2015 wieder erreicht ist.

    Fazit: Ohne Moos nix los. Maulhelden in den Tagebau.

    1. Immerhin können DJV-Funktionäre ja noch gegen den DJV-BB stänkern. Das muss dann halt reichen. Prozesse gegen die Abtrünnigen können Sie sich nach dem Streik auch nicht mehr leisten. 🙂

  4. Sind das nicht die Typen , die bisher immer auf die Streikenden gehetzt haben ? Kaum haben Piloten gestreikt, konnte man überall lesen wie unzufrieden so ein Rentner ist , der nicht schnell genug in Urlaub fliegen konnte. AUF WELCHES HOHES NIVEAU DIE ALLE JAMMERN, die streikenden Ärzte , wie unverschämt, ….plötzlich tauchten Artikel mit Ferrari und Porsche fahrende Radiologen, ach , und nicht die Erzieher vergessen, was für eine Dreistigkeit, wenn arbeitende Mütter vor geschlossene Kindergarten stehen mussten. Ich hab kein Mitleid mit diese Typen. Die haben geglaubt , dass sie den selben Futtertrog mit der Elite nützen dürfen . Und jetzt , stehen sie da….PECH JUNGS. IHR SIEHT ,ES HAT SICH NICHT GELOHNT AUF UNS ZU TRETEN.

  5. Normale (Noch-) DJV-Mitglieder, die sich in staatlichen und wirtschaftlichen Dingen eine “Kontrolle” anderer anmaßen, können offenbar nicht sauber rechnen: Da zahlen sie bis zu 400 Euro im Jahr an einen Verband, von dem sie so gut wie keinen Gegenwert erhalten. Sogar das Vereinsblatt “Journalist” ist zu einer Art Flugblatt geschrumpft.

    Denn die Beitragseinnahmen des DJV landen weit überwiegend nicht in sogenannter “Sacharbeit”, sondern in den privaten Taschen vieler Dutzend luxuriös (über-) versorgter Angestellter, von denen nicht nachvollziehbar ist, was sie eigentlich machen und worin ihr Nutzen für die zahlenden Mitglieder besteht. Die Einnahmen des Verbands sinken von Jahr zu Jahr, die Personalkosten steigen zugleich immer mehr – der DJV als “Selbsthilfegruppe” ganz eigener Art.

    Der bei Meedia hofierte Vorsitzende Überall, ein Halbstellen-Mann aus dem Kölner Frohsinns-Milieu, schweigt beredt dazu, ob er neben seiner Luxus-Apanage und enormen Vertrauens-Spesen auch noch dafür kassiert, dass er als angeblicher “Augenzeuge” fast ohne Fälle über “Gewalt gegen Journalisten” mit kirchlichen und sonstigen Würdenträgern parliert. Fließt insgeheim “Staatsknete”?

    Wer für den DJV in den Streik zieht, fördert eine Art “Schlafklinik” mit großem “Wellness-Bereich” für linksradikale Tu-nix-Funktionäre, deren “Leistung” darin besteht, dass sie das Wort “Solidarität” buchstabieren können, aber nur, wenn es um sie selbst geht. Das ist gerade der Fall: Weil – natürlich rein zufällig – der Tarifvertrag für Tageszeitungsredakteure Richtschnur für die Super-Gehälter der DJV-Insassen ist, soll in (natürlich verschwiegener) Wahrheit dafür gestreikt werden, dass ohnehin bestens abzockende Funktionäre einen weiteren “Schluck aus der Pulle” nehmen können. Freiberufliche DJV-Beitragszahler bekommen erfahrungsgemäß nichts, angestellte Redakteure müssen hoffen, dass der Lohnzuwachs (0,x%?) höher ist als die Streikkosten, die sie schon finanzieren mussten.

    Nur die rot-grünen Apparatschiks zahlen nichts und bekommen alles. Es wird Zeit, dem Betrugsmodell “Journalistengewerkschaft” den Garaus zu machen.

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