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Wallraff-Triumph beim Titanen-Tischtennis: Der Mann, der früher Hans Esser war, schlägt Bild-Herausgeber Diekmann

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Einen Tag vor dem Champions League-Finale kam es in Köln-Ehrenfeld bereits zum vermeintlichen Medien-Match des Jahres. Im Tischtennis-Schuppen von Günther Wallraff traf sich der Enthüllungsjournalist mit Kai Diekmann zum Schlagabtausch. Das Duell des Bild-Herausgebers mit einem der renommiertesten Kritiker des Boulevard-Blattes, endete mit einem klaren 4:1-Sieg für Wallraff.

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Das Duell ist das Ergebnis der Crowdfunding-Kampagne des neuen Web-Portals Realsatire.de. Aus der kleinen Idee der Gründer wurde mittlerweile eine veritable Mediensause. Austragungsort des Matches war die Tischtennisplatte im Werkstatt-Schuppen von Wallraff. Dort spielte der Journalist bereits gegen Wolf Biermann und Salman Rushdie.

Ihre Professionalität bewiesen die Protagonisten schon im Vorfeld. Immerhin machten sie aus der lustigen Finanzierungs-Idee des Satire-Portals einen echten Medienevent. Bester Beleg dafür: die Anreise von Kai Diekmann. Jeden Schritt der Fahrt, des Flugs und des Ankommens bei Wallraff wurde im Social-Web via Twitter, Video oder Facebook dokumentiert.

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Die Vorberichterstattung lieferte Bild.de. Mit dem Start des Matches übernahm allerdings Realsatire.de die Übertragung, die in der Spitze von rund 1.000 Zuschauern live bei Facebook verfolgt wurde. Den ersten Punkt macht Diekmann. Dann übernahm Wallraff allerdings locker die Führung und spielte die Partie nach Hause. Am Ende triumphierte der 73-Jährige mit 11:7, 11:5, 11:6, 10:12, 11:5.

Hier das Video zum Match:

Die Vorgeschichte des Matches: Im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne für das Web-Portal Realsatire.de konnte man für 1.111 Euro ein Tischtennis-Match gegen den Enthüllungsjournalisten Günther Wallraff erhalten. Zugegriffen hat kein Geringerer als Bild-Herausgeber Kai Diekmann.

Damit zwang er den Kölner zum Schlagabtausch. Immerhin hatte der Enthüllungsjournalist 1977 knapp vier Monate lang verdeckt als „Hans Esser“ bei der Bild in Hannover gearbeitet und später im Bestseller „Der Aufmacher“ geschrieben. Darin prangerte er die unsaubere Recherchemethoden des Boulevard-Blattes an.

Das Titanen-Tischtennis sei nun „eine Möglichkeit, diese Gegnerschaft friedlich und sportlich aufzulösen“, sagte Diekmann im Vorfeld der dpa. Wallraff ging es nach eigener Darstellung vor allem „um Sport und Spiel“.

So richtig wollte sich Wallraff, obwohl man mit Bild-Bällen spielte, dann aber doch nicht vor den Karren der Springer-Reisegruppe spannen lassen. Während einer Frage des Reporters von Bild-Live, stellte der Enthüllungsjournalist erschreckt fest, mit wem er eigentlich gerade redet. „Er macht hier ja Werbung für Bild“, stellt er gespielt fassungslos über sich selbst fest. „Dabei lese ich das Blatt noch nicht einmal“. An die Zuschauer gewandt fuhr er fort: „Ihr solltet die Süddeutsche Zeitung oder die FAZ lesen.“

 

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