Anzeige

Einigung mit Axel Springer: Matthias Matussek kann wieder für die Welt am Sonntag schreiben

Erst kein Job-Glück und dann – angeblich – auch noch Pech mit der Titanic: Matthias Matussek. Und jetzt erklärt das Satiremagazin auch noch, den 62-Jährigen gar nicht kontaktiert zu haben

Matthias Matussek könnte zukünftig wieder für die Welt am Sonntag schreiben. Das legt ein Posting von Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel nahe, in dem er eine Einigung mit der Welt-Gruppe bekannt gibt. Die Wende kommt überraschend: Die Welt hatte sich vergangenes Jahr von dem Autoren getrennt, nachdem dieser ein umstrittenes Facebook-Posting veröffentlicht und danach eine lautstarke Auseinandersetzung mit der Chefredaktion hatte.

Anzeige

Bei Facebook erklärte Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel am Donnerstagabend: „Die arbeitsgerichtliche Streitigkeit ist beendet. Herr Matussek freut sich sehr über dieses Ergebnis und auch darauf, in Zukunft weiter für die Welt am Sonntag tätig zu sein.“ Näher definiert wird die Tätigkeit nicht.

Die Lesart von Steinhöfel scheint etwas kühn. Nach MEEDIA-Infos wurde mit dem Vergleich in erster Linie der noch laufende Dreijahres-Vertrag des Autoren aufgehoben. Matussek kann als freier Journalist weiterhin für die Welt arbeiten beziehungsweise – wie jeder andere freie Journalist auch – Themen anbieten oder Aufträge annehmen. Die Entscheidung über eine Beauftragung, so heißt es aus dem Umfeld des Verlagshauses, werde aber jeweils im Einzelfall getroffen. Ob und wie oft Matussek wieder für Welt-Titel tätig wird, ist demnach völlig ungewiss. Dem Vernehmen nach steht aber auch fest, dass der ehemalige Spiegel-Autor bei Axel Springer kein „Blattverbot“ haben werde. Offiziell erklärt eine Springer-Sprecherin: „Der Streit ist beendet. Es gibt kein Vertragsverhältnis mehr zwischen Axel Springer und Matthias Matussek. Damit ist er freier Autor und kann seine Texte allen Medien anbieten, inklusive WeltN24.“

Dass sich die Parteien außergerichtlich einigen würden, lag nahe. Es dürfte nicht im Interesse Axel Springers gewesen sein, nach allen Vorkommnissen, den Streit zwischen der Welt und ihrem (ehemaligen) Autor weiter öffentlich auszutragen. Dass die Welt am Sonntag Matussek jedoch weiterhin beschäftigen könnte, darf als überraschend bezeichnet werden.

Denn Matussek griff die Chefredaktion der Welt, damals noch angeführt von Jan-Eric Peters, scharf an. Am Rande einer Redaktionskonferenz bezeichnete er den damals nicht anwesenden Peters und seinen Stellvertreter Ulf Poschardt angeblich unter anderem als „durchgeknallt“. Den Beleidigungen vorangegangen war eine Diskussion über ein Facebook-Posting Matusseks unmittelbar nach den Anschlägen in Paris im November vergangenen Jahres, das Peters wiederum als durchgeknallt kritisierte. Matussek hatte in diesem Posting angedeutet, dass die Anschläge mit der Flüchtlingswelle aus dem arabischen Raum zusammenhängen könnten. Es kam zur Trennung.

Anmerkung der Redaktion:
Die Stellungnahme von Axel Springer wurde nachträglich ergänzt.

Anzeige