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Streaming-Gigant “Germany’s next Topmodel” – selbst der “Tatort” ist im Netz chancenlos

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"Germany's next Topmodel" im Internet

Die neueste Staffel von "Germany's next Topmodel" hat erneut gezeigt, was für eine Macht die ProSieben-Casting-Soap im Netz ist. Als einziges TV-Programm des bisherigen Jahres erreichte sie laut AGF-Messungen in den Mediatheken der TV-Sender mehr als 1 Mio. Stream-Abrufe pro Episode. Zum Vergleich: Der erfolgreichste "Tatort" 2016 schaffte als zweitstärkstes Programm gerade mal 384.000 Abrufe.

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Es ist schon erstaunlich: Auf den ersten 16 Plätzen der AGF-Charts des bisherigen Jahres bis einschließlich 8. Mai finden sich ausschließlich Folgen von “Germany’s next Topmodel” – und das, obwohl in dem Zeitraum nur 14 Ausgaben gelaufen sind. Des Rätsels Lösung: Ausgewiesen werden die Abrufe einer Woche nach Online-Stellung der Videos. “Germany’s next Topmodel” erreichte mit zwei Folgen aber in Woche 2 noch einmal mehr Abrufe als alle anderen deutschen TV-Sendungen in ihrer Premieren-Woche.

Die konkreten Zahlen, die die “Topmodels”  auf der ProSieben-Website erzielen, sind ebenfalls eindrucksvoll: Elfmal übersprang die Reihe 2016 die Mio.-Marke. Die stärkste Ausgabe, Folge 4 aus dem Februar, schaffte innerhalb der Woche nach Online-Stellung 1,41 Mio. Stream-Abrufe. Zum Vergleich: Das zweitstärkste TV-Programm aus den deutschen Mediatheken, der Münster-“Tatort: Ein Fuß kommt selten allein”, erreichte gerade mal 383.866 Klicks. Mit anderen Worten: “Germany’s next Topmodel” schaffte fast das Vierfache des stärksten Verfolgers.

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Öffentliche Daten über die Verweildauer der Stream-Zuschauer gibt es bisher nicht. Sollten sie aber bei 40% bis 50% liegen, was durchaus realistisch ist, wären das bei “Germany’s next Topmodel” bis zu 700.000 zusätzliche Zuschauern zur TV-Ausstrahlung – eine durchaus beachtliche Zahl. Die restlichen TV-Programme schaffen solche Zahlen hingegen bei Weitem nicht. Den erfolgreichsten “Tatort” haben wir genannt, weitere Hits mit sechsstelligen Zahlen sind z.B. “Der Bachelor” und “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” bei RTL, die in der Spitze zwischen 200.000 und 260.000 Klicks holen, “Schulz & Böhmermann”, das als stärkster ZDF-Stream des bisherigen Jahres mit Folge 1 fast 220.000 Stream-Abrufe erreichte, der ZDF-Mehrteiler “Ku’damm 56”, die “heute-show”, neben dem “Tatort” auch noch die Soap “Sturm der Liebe” bei der ARD, sowie einzelne Beiträge aus Sat.1-Magazinen und Boulevard-Schnipsel von sixx oder kabel eins.

Gäbe es die “Topmodel”-Zahlen nicht, so sähe das alles recht ernüchternd aus. Was sind schon 383.866 Stream-Abrufe des “Tatorts” bei 12,75 Mio. TV-Zuschauern für das selbe Programm im linearen Fernsehen? Die beachtlichen “Topmodel”-Daten zeigen aber, welches Potenzial auch die Mediatheken der Sender haben.

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Alle Kommentare

  1. Ich glaube ein Bekannter nutzte die TV-Spielfilm(?)-App am iPad weil ihm das darüber bequemer war als über die Mediatheken.
    Kuratieren bzw. Portal-Funktion geht also auch auf diese Weise.

    Vielleicht müssen die Mediatheken oder Apps benutzbarer werden.
    Rechnet mal aus wie viel prozentual der GEZ-Beitragszahler schauen und wie viel der DSL/Kabel-Internet-Kunden und ob da nicht massivste Diskrepanz besteht.

    Vielleicht sollte man alle mal überzeugen, die Eltern, Großeltern am SmartTV, Tablett (die gibts in 10″ für unter 99 Euro und (aber wohl teurer) von Medion bei ich glaube Aldi inzwischen sogar mit HDMI womit man vielleicht Amazon-Prime auf dem TV oder Monitor gucken kann) beizubringen wie man TV, Tablett oder iPhone auch online gucken kann.
    Aber vielleicht kennt diese Generation kaum noch lineares TV mehr und Eltern/Großeltern müssen sich das selber beibringen…

    RTL-App, RTL2-App, VOX-App, RTLnitro-App, VOX-App, ntv-App, RTLplus-App, SuperRTL-App machen das nicht grade übersichtlich. Viele Rentner und Hausfrauen können die Mitglieder der englischen und anderer Königsfamilien oder Prominente und wer wann mit wem verheiratet ist oder war oder wer zu welchem Fußball-Verein gehört auf einem Tisch ratz fatz passend korrekt zusammenschieben. Bei TV-Sendern hingegen dürfte das scheitern und Zentrale Verteilung und Zentrale Suche dürfe sinniger sein.
    Pro7, Sat1, Kabel1, Kabel1Classics, sixx, Pro7maxx, sat1Gold dürften viele auch nicht mal so eben aufgezählt bekommen.
    Teletext ist so beliebt weil es einfach ist und sich vorhersehbar verhält. Von den User-Interfaces von Apps/Software oder Settopboxen oder SmartTVs oder Fahrkarten-Automaten kann man das oft genug nicht sagen.

    Überall sind Aufzeichnungen (wer wird Millionär,…) und Castings oder aufgezeichnete Castings mit Zuschauern (Supertalent ?) wo man die hereinkommenden Zuschauer gezielt befragen könnte ob und warum oder nicht sie am Tablett/SmarTV per Internet gucken.
    Oder man macht ein lokales WiFi ohne Internet-Zugang dort und macht Umfragen, Realtime-Votes, Zuschauer-Betreuung usw. per Handy welches die alle in der Tasche haben und WiFi kann.

    Das man und wie man Sendungen hinterher per Internet (noch einmal) gucken kann, könnte man vielleicht wirksamer kommunizieren oder die Bedienung optimieren. Amazon Prime hat einige Features welche nicht besonders offensiv beworben werden. Offline-Download beispielsweise aber inzwischen schon in der Amazon-Prime-TV-Werbung. Trotzdem habe ich den Eindruck, die Werber setzen Zusatz-Wissen voraus, welches der Zuschauer nicht hat und wieso auch sollte er selber darauf kommen. Also werden die Möglichkeiten nicht genutzt.

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