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Weil die Bayern 150.000 Euro forderten: BR streicht Liveschaltung von Double-Party

Pokalfeier des FC Bayern München
Pokalfeier des FC Bayern München

Eine gestrichene Liveübertragung der Double-Feier des FC Bayern sorgt für Wirbel. Der Bayerische Rundfunk entschied sich dazu, die Liveübertragung der Party des Meisters und Pokalgewinners am Münchner Marienplatz aus dem Programm zu nehmen. Grund war die kurzfristige finanzielle Forderungen des Fußballvereins über 150.000 Euro gewesen, die der BR nicht erfüllen konnte, sagte ein BR-Sprecher am Sonntag in München.

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Geplant waren am Sonntagnachmittag Liveschaltungen mit Interviews der Spieler und Verantwortlichen des Vereins vom Rathaus-Balkon auf dem Münchner Marienplatz. Über die Höhe der Forderung machte der BR keine Angaben. Dagegen spricht die Bild von rund 150.000 Euro, die der Fußball-Verein vom Sender haben wollte.

Die Bayern sprachen in einer Pressemitteilung von “Irritationen” und erklärten weiter: “In der Vorbereitung der Sieges-Feier hat der FC Bayern den Bayerischen Rundfunk (BR) gebeten, sich an den Kosten – überwiegend für Sicherheit – in Höhe von etwa 300 000 Euro zu beteiligen.” Weil der BR das unmissverständlich ausgeschlossen habe, habe sich der Verein mit dem Sender Sport1 über Live-Bilder vom Rathaus verständigt. Zudem sei über die Online-Plattformen der Bayern und “über diverse Drittanbieter sicher gestellt, dass die gesamte Double-Feier umfassend live ausgestrahlt wird”, hieß es.

Ob und wie viel beispielsweise Facebook oder Bild.de für ihre Übertragungen der Live-Bilder zahlen mussten, ist bislang noch nicht bekannt.

“Es ist übertragen worden, nur eben von einem anderen Sender”, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die Veranstaltung koste “unglaublich viel Geld”, führte der Funktionär weiter aus. Daher habe man den BR gebeten, einen Beitrag zu leisten. Dies sei abgelehnt worden.

Vor einer Woche hatte der Bayerische Rundfunk noch kostenlos von der Meisterfeier des FC Bayern München auf dem Marienplatz berichtet. Was dieser Fall für die Zukunft bedeutet, bleibt abzuwarten. Es gebe für niemanden einen automatischen Anspruch, sagte Rummenigge.

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Auch der FC Bayern musste laut Stadt München vor einer Woche wie üblich nichts für die traditionelle Veranstaltung zahlen. Wegen der Kurzfristigkeit der nächsten Feier wollte die Stadt nach Angaben eines Sprechers eine Beteiligung des Vereins an den Kosten. Die Kosten für Veranstaltungen wie der am Sonntag liegen im sechsstelligen Bereich.

Trotz des Ärgers bleiben die Senderverantwortlichen wohl weiter Bayern-Fans. Wie die Bild berichtet, jubelte der Intendant des Bayerischen Rundfunks noch in Berlin auf der Tribüne des Olympiastadions inklusive Bayern-Schal.

Mit Material der dpa

 

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Alle Kommentare

  1. Die Absage war richtig. Der FC Bayern, der im Geld schwimmt und seinen Spielern jeden Monat Millionen-Gehälter überweist, kann doch für eine PR Veranstaltung in eigener Sache (genau das ist es) nicht plötzlich auch noch Geld verlangen.

  2. Ich glaube ein Kanadier- oder UK-Reporter sollte man für die Mitreise im US-Präsidenten-Flugzeug bezahlen. Dummerweise ist das in Kanada unüblich weshalb er kein Budget dafür hatte wohingegen es für die US-Reporter ganz normal war.
    Es kann also durchaus (Sport/Events/…)-Veranstaltungen geben wo man auch als Reporter für die Akkreditierung und Stellung des Pressecenters mit Internet-Anschlüssen, Tastaturen, Monitoren (PCs oder Laptops hat man ja in der Tasche) usw. bezahlen muss und woanders nicht.

    Die Polizei aber auch Johanniter/Erste-Hilfe-Rettungs-Dienste usw. geben vielleicht auch Angaben, wie viel bestimmte Veranstaltungen kosten. Dort könnte man mal anfragen. Vom Oktoberfest gibts ja auch immer wieder Dokumentationen über die Arbeit der Sicherheit und Erste-Hilfe und anderer Infrastrukturen. Stadtfeste, Offene Sonntage, Weihnachtsmärkte, Oktober-Feste, Schützen-Feste, City-Läufe, Städtische jährliche Sportveranstaltungen, Fußballspiele,… haben auch solche Infrastrukturen (Sicherheit, Erste-Hilfe,…) und ein Bürgermeister oder Kämmerer redet sicher.

  3. Ja, die Polizei-Einsätze bei jedem Fußballspiel werden i.d.R. von den Kommunen bezahlt. Da sollte sich der FCB mal ganz ruhig verhalten und Demut zeigen und nicht für Eigen-PR sechstellige Summen verlangen.

  4. Bayern München hat allein für Hummels und Sanches über 70.000.000 Euro (in Worten: siebzig Millionen Euro) gezahlt und will die Kosten seiner Siegesfeier auf die Gebührenzahler abwälzen? Frech! Das sage ich als jemand, der seit den 1970er-Jahren Bayern-Fan ist.

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