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Berliner Verlag: ein Umzug als “Neuanfang” (der noch immer vom Kartellrecht abhängt)

DuMont-CEO Christoph Bauer
DuMont-CEO Christoph Bauer

Die Führungskräfte von DuMont und des Berliner Verlages riefen am Donnerstag zu einer Mitarbeiterversammlung, in der sie die Belegschaft über wichtige nächste Schritte informierten. Neben dem Wechsel in der Chefredaktion der Berliner Zeitung, gaben die Manager auch den Umzug des Verlages bekannt. Ab dem nächsten Jahr Nächstes Jahr residieren Berliner Zeitung und Berliner Kurier im Firetti-Neubau in der Nähe des Spittelmarktes.

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Die neue Adresse lautet dann Alte Jakobstraße 105 und befindet sich zwischen der Bundesdruckerei und dem Waldeckpark, nahe Spittelmarkt und Oranienstraße. “Der Neubau in zentraler Lage zwischen Kreuzberg und Berlin Mitte ist mit modernster technologischer Infrastruktur ausgerüstet und bietet flexible technische sowie räumliche Lösungen”, erklärt das Unternehmen. Genau das ist es, was die DuMont-Tochter für ihre Publikationen benötigt. Das derzeitige Verlagsgebäude in der Karl-Liebknecht-Straße, nahe Alexanderplatz, ist zu schmal und lässt Umbauarbeiten, beispielsweise für ordentliche Newsrooms, nur schwer zu. Für die Bewältigung des Projekts hat sich die Geschäftsführung des Berliner Verlages beratende Unterstützung geholt. Ex-Holtzbrinck-Manager Jörg Mertens soll den Umzug koordinieren (MEEDIA berichtete). Unterschrieben hat der Berliner Verlag dem Vernehmen nach für die kommenden zehn Jahre.

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Zwischen Bundesdruckerei und Waldeckpark

Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender der DuMont Mediengruppe, spricht mit den Umzugsplänen von einem “Neustart” sowie einer “konsequenten Weiterentwicklung” des Unternehmens. Was das genau bedeutet, lässt zumindest die Pressemitteilung des Unternehmens offen. Stattdessen wird ohne konkret zu werden ein “Projekt in den Redaktionen” angedeutet, “um künftig mit einer neuen, zukunftsweisenden Organisation konsequent auf die Anforderungen des digitalen Wandels reagieren zu können”. Projektleiter soll Thilo Knott, Geschäftsführer der neuen Tochtergesellschaft Berlin Digital 24 GmbH, werden, der das Konzept gemeinsam mit den Chefredakteuren Jochen Arntz und Elmar Jehn von Berliner Zeitung und Berliner Kurier erarbeiten soll (am Donnerstag wurde auch bekannt, dass Jochen Arntz seine Kollegin Brigitte Fehrle als Chefredakteur der Berliner Zeitung ablösen wird).

“Neustart” ist stark vom Kartellrecht abhängig
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Für die Zukunft des Berliner Verlages wird entscheidend sein, ob eine von DuMont angestrebte Kooperation mit anderen Berliner Medien (Tagesspiegel und Berliner Morgenpost) kartellrechtlich zugelassen wird oder nicht. Die drei Unternehmen planen eine Zusammenarbeit der Unternehmensabteilungen Technik, Buchhaltung und Anzeigenvermarktung. Bislang ist das Vorhaben noch nicht geglückt, was sich aber bald ändern kann, wie der Kontakter berichtet. Demnach soll das Kartellrecht Verlagen eine Zusammenarbeit auf betriebswirtschaftlicher Ebene erleichtern. Wie es weiter heißt, sei eine entsprechende Gesetzesreform für das erste Halbjahr 2017 geplant – also noch in dieser Legislaturperiode.

Was eine Zusammenlegung für die Belegschaften der Unternehmen bedeutet, ist derzeit noch nicht wirklich absehbar. Auf dem Jahresempfang im Januar sprach Bauer allerdings im Zusammenhang mit der Kooperation davon, dass die Zukunft “nicht ohne Schmerzen” erreicht werden könne (MEEDIA berichtete). Durch die Zusammenarbeit sollen die Betriebe finanziell entlastet werden. Alle drei Blätter haben im traditionell schwierigen Berliner Zeitungsmarkt zu kämpfen. DuMonts Berliner Verlag schloss das vergangene Geschäftsjahr mit acht Millionen Euro Verlust ab. Vor allem der Mindestlohn sorge für hohe Belastungen, hieß es im Januar es aus Verlagskreisen. Wie es derzeit zu hören ist, habe die DuMont-Tochter (zu der auch die Hamburger Morgenpost gehört) auch das vergangene Geschäftsjahr mit roten Zahlen – wenn auch mit einem deutlich geringerem Verlust – beendet.

 

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