Partner von:
Anzeige

Mitten im SPD-Umfrage-Tief: der erstaunliche Anti-AfD-Social-Media-Scoop von Justizminister Heiko Maas

Heiko-Maas-Spiegel-Online-SPD-Grafik.jpg

Partei in der Krise, einzelner Politiker im Social Web mit Oberwasser: Während der stern-RTL-Wahltrend die SPD erstmals unter der 20-Prozent-Marke sieht, zeigen zeitgleich die Daten des Web-Analyse-Tools Storybeat, dass Heiko Maas mit einem kritischen AfD-Gastkommentar ein Wirkungstreffer bei Facebook & Co. gelang. Tatsächlich ist der Gastkommentar des Justizministers ein Lehrbeispiel, wie Politiker dem Stimmungstief trotzen können.

Anzeige

Diese Zahlen sind wirklich alarmierend. Nach den Gerüchten um einen Rücktritt Sigmar Gabriels vom Amt des SPD-Parteivorsitzenden beobachten die Marktforscher von Forsa erstmals ein Absacken der Sozialdemokraten auf 19 Prozent. So heißt es in ihrer aktuellen Auswertung für RTL und den stern:

Nur 14 Prozent der Befragten geben an, dass die SPD ihre persönlichen Interessen am besten vertritt während das 32 Prozent von der Union behaupten. Trotzdem glaubt eine Mehrheit von knapp zwei Dritteln der Wahlberechtigten (63 Prozent) noch an eine politische Zukunft der SPD. Nur eine Minderheit von 29 Prozent meint, dass der Partei die politische Bedeutungslosigkeit droht – darunter mehrheitlich (70 Prozent) lediglich die Anhänger der AfD.

Nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner fühle sich die Mehrheit der Gesellschaft nicht mehr von der gegenwärtigen SPD vertreten. “Nicht der ,Wut’, wie Parteichef Gabriel meint, muss die SPD eine Stimme geben, sondern den vielen Menschen aus der politischen und gesellschaftlichen Mitte, die die SPD gern wieder wählen würden – immerhin über 70 Prozent der knapp acht Millionen SPD-Abwanderer seit 2005.”

Einen ersten Hinweis, wie es funktionieren könnte, den Menschen aus der politischen und gesellschaftlichen Mitte eine Stimme zu geben und nicht nur die reine „Wut“ sprechen zu lassen, zeigt diese Woche Justizminister Heiko Maas.

Auch dieser SPD-Mann hat keine leichte Zeit hinter sich. Einige seiner Projekte wirken auf Beobachter wie wilder Aktionismus. Ob nun bei der Abschaffung der Majestätsbeleidigung nach Paragraf 103 oder seinen Kampf gegen Hass-Kommentare bei Facebook: Der „bestangezogene Mann Deutschlands“ (laut GQ) konnte hier noch immer keine wirklichen Erfolge vorweisen. Privat beherrscht zudem seine Liaison mit der Schauspielerin Natalia Wörner die Schlagzeilen.

In einem Gastbeitrag bei Spiegel Online geht der Justizminister nun hart mit der AfD ins Gericht, fordert aber zugleich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Partei, statt einer Dämonisierung.

So schreibt er:

Anzeige

Statt die AfD zu dämonisieren, müssen wir die inhaltliche Auseinandersetzung mit ihr führen – getreu der Maxime: “Democracy is government by discussion”. Das war bis vor Kurzem gar nicht so einfach. Es ist schwer, mit Menschen zu diskutieren, die Fakten ignorieren, überall “Elitenbetrug” oder “Lügenpresse” wittern und ihre Realität aus den Verschwörungszirkeln des Internets zusammenklauben. Jetzt aber hat die AfD ihr erstes Grundsatzprogramm beschlossen. Sie muss sich an ihren Worten festhalten lassen.

An anderer Stelle sagt Maas aber auch:

Die AfD – das sind Brüder im Geiste von Wladimir Putin, Donald Trumpund Recep Tayyip Erdogan: nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich. Unser Land hat eine trübe Vergangenheit, aber die Generation unserer Eltern hat ein modernes Deutschland geschaffen: weltoffen und liberal im Innern, gute Nachbarn und friedliche Partner nach außen. Natürlich ist unser Land nicht perfekt, aber eines ist klar: Die Rechtspopulisten sind keine gute Alternative für Deutschland.

Mit diesem Text gelang dem SPD-Politiker ein Volltreffer – zumindest im Social-Web. Alleine auf der Facebookseite der Tagesschau sammelte ein Zitatbild aus der Story über 7500 Reaktionen, wurde über 1.000 Mal geteilt und fast 1.000 Mal kommentiert.


Auf Seite von Spiegel Online wurde er ebenfalls kräftig kommentiert und geteilt. Auch dort sorgte er bereits für über 2.200 Reaktionen. Damit gehört der Gastbeitrag – nach einer Analyse des Viral-Tools Storybeat der Agentur Content Fleet – zu einem der erfolgreichsten Texte im Social-Web in den vergangenen Tagen.

Aus diesem Erfolg könnte der politische Patient SPD gleich mehrere Lehren ziehen. So scheint Maas mit seiner Forderung, nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der AfD den Zeitgeist zu treffen, und gleichzeitig zeigt er seinem Parteichef, dass man mit dem richtigen Thema und der passenden Tonalität im Social-Web auch als – ansonsten nicht sonderlich beliebter – Politiker Punkte sammeln kann.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Zuerst las es sich wie Satire.
    Dann aber doch wieder ziemlich verzweifelt.
    Wer eine Aussage des Maas als “Erfolg” und “Volltreffer” bezeichnet, der hat des Volkes Stimme zu dieser “unglücklichen Besetzung” noch nicht vernommen.

    1. Na ja, der Beitrag stellt ja nur fest, dass Maas scheinbar mal einen Social-Media-Treffer gelandet hat (ganz nach dem Motto, auch ein blindes Huhn …). Dazu muss der Autor ja nicht unbedingt “Volkes Stimme” befragen, die Sie ohnehin genauso wie ich nur zu einem Bruchteil aus ihrem näheren Umfeld kennen dürften. Von “einer Stimme” ist dabei wohl kaum zu sprechen, eher von einer großen Kakophonie.
      In der Sache hat der Minister ausnahmsweise mal recht, es geht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD (welch fundamentale Erkenntnis …) und da liefert das Grundsatzprogramm nun jede Menge sachliche Angriffspunkte, die sich auch mal die bisherigen AfD-Wähler genauer zu Gemüte führen sollten. Glaube nicht, dass sich dann noch so viele von dieser Partei gut vertreten fühlen. Eine fortschrittliche Alternative sieht anders aus.

  2. Hartz 4 ist bei den Wählern unvergessen. Damit treibt die SPD Millionen in die Armut. Wer soll eine solche Partei denn noch wählen?

      1. Und vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass die AfD kleine Kinder frisst und Brunnen vergiftet.
        Für jemand wie Sie wird genug übrig bleiben. Keine Existenzängst!

      2. @ RedRedding

        Wo haben Sie denn diese Erkenntnis her, lesen Sie das Programm unter 5.4.2., dann erübrigen sich Ihre Falschverbreitungen.
        Ich weiß noch nicht, wen ich demnächst wählen werde und informiere mich deshalb entsprechend, aber solche Falschmeldungen wie die Ihre sind da wenig hilfreich.

  3. Die SPD hätte zwei Möglichkeiten, enorme Stimmenzuwächse in den Vorschauen zu erzielen mit folgenden Spitzenkandidaten: Heiko Maas + Ralf Stegner oder mit ebenso vielen Chancen Thilo Sarrazin + Heinz Buschkowski. Eine echte Alternative für die Wähler.

    1. Na ja, Heiko Maas + Ralf Stegner sind eigentlich eher Parteischädigend als gut für irgendeine Partei.
      Gerade der wirre Stegner ist wohl kaum noch zu vermitteln…

  4. Ausgerechnet Heiko im Maasanzug zeigt der SPD den rechten Weg gegen die Migration vieler Genossen von der früheren deutschen Arbeiterpartei zur neuen alternativen Volkspartei.

  5. Als Justizminister sollte sich Heiko Maas dagegen äussern, dass man gegen die AfD und ihre Mitglieder Gewalt ausübt, z.B. Polenböller im Parteibüro, Sachbeschädigungen, illegale Zugriffe ins Datensystem und sogar Körperverletzung und Morddrohungen. Es geht nicht, dass man immer nur von rechter Gewalt redet, die linke aber verschweigt. Gewalt darf von keiner Seite ein Mittel zur politischen Auseinandersetzung sein. Daran halten sich die Mitglieder der AfD, ihre Gegner aber nicht.

  6. Nachdem ich ich den Beitrag von Herrn Maas in Spon las, habe ich mir die Leserbriefe sehr genau angesehen. Ich konnte leider dort kaum Sympathie entdecken, die Sie anscheinend trotz einer durchgängen Ablehnungsquote
    von mindestens 80 % der Kommentare, postulieren.Ich habe Kommentare gelesen, die sehr ehrlich waren und die dann später nicht mehr zu finden waren.
    Insofern verstehe ich den Tenor Ihres Beitrags zwar, kann Ihnen nur meine Verwunderung über Ihren Artikel ausdrücken. Auch habe ich am nächsten morgen nochmals alle Zuschriften durchgearbeitet….mit demselben Ergebniss

  7. Immer wenn Heiko Maas ein Interview gibt, kostet das der SPD 0,5 Prozentpunkte.

    Die SPD sollte jetzt gleich nochmal den Stegner, mit seiner herablassenden Art, vor die Kamera stellen denn dann ist sofort ein weiterer Prozentpunkt weg.

    Liebe SPD – die 15 Prozent sind bald erreicht!

    1. Sie sind ein großer Optimist. In Sachsen-Anhalt sollten die Sozialdemokraten mitlerweile Angst davor haben, dass die hauptsächlich dem Pöstchenerhalt dienende “Kenia-Koalition” auseinanderbricht und sie dann vier Prozent ansteuern. Beim gegenwärtigen “weiter so” von Funktionärsaltlasten aus dem Dunstkreis von Ex-Parteichefin Katrin Budde wie dem früheren Innenstaatssekretär Rüdiger Erben ist ein weiteres Absinken dieser viertrangigen Partei in die völlige Bedeutungslosigkeit vorprogrammiert. Denn der SPD scheint der Wählerwille egal zun sein. Ihr Wahldebakel in Sachsen-Anhalt auf die Frage der Berliner Asylpolitik einzuengen, zeugt von einer Lernunfähigkeit der Magdeburger Apparatschiks. Sicher spielte dieser Aspekt eine wichtige Rolle. Aber ebenso wurden die Sozialdemokraten für ihre verfehlte Landespolitik abgestraft. So für das im Hause des früheren Sozialministers Norbert Bischof entwickelte umstrittene Kinderförderungsgesetz, das Eltern und Kommunen die finanziellen Daumenschrauben ansetzt. Ebenso die gescheiterte Gemeindegebietsreform, die bisher trotz Zuweisungskürzungen an die Landgemeinden keine Einsparungen gebracht, aber gewachsene kommunale Strukturen zerstört und dadurch viele im ländlichen Raum lebende junge Leute zur Abwanderung gezwungen hat. Für diese “Reform” zeichneten damals Innenstaatssekretär Rüdiger Erben und sein Chef Holger Hövelmann verantwortlich, ebenso wie für eine Polizeireform mit immensen Stellenabbau. Daneben könnte man das Finanzausgleichsgesetz von Sektparty-König und Ex-FinanzministerJens Bullerjahn oder die Schulpolitik des früheren Chefs des Bildungsressorts Stephan Dorgerloh nennen. Eine Änderung, dass zeigte “Kenias” jüngste Absage einer vor der Wahl versprochenen Reform des Kinderförderungsgesetzes, ist nicht in Sicht.

      1. Hallo Andromeda Nebel,

        lies Dir mal durch was der Gabriel von sich gegeben hat. Der will, über die Köpfe der Regierungen hinweg, mit den Bürgermeistern von europäischen Städten und Gemeinden verhandeln und denen die Migranten “aufs Auge drücken”.
        http://www.welt.de/politik/deutschland/article155442730/So-will-Gabriel-die-Fluechtlingsblockade-aushebeln.html

        Kann es sein, dass in der SPD eine Massenpsychose ausgebrochen ist? Wird in deren Wasserflaschen heimlich LSD oder PCP beigemischt?

        Da fehlen einem nur noch die Worte!

  8. Warum meinen die AfD- Kritiker das die AfD frauenfeindlich sei. Dr. Petry, und Beatrix von Storch sind das keine Frauen!? Sie sind sind die führenden Köpfe der AfD. Diejenigen, die jetzt die AfD wegen der Moscheen in Deutschland dämonisieren, sollten auch mal schauen wie man mit den Kirchen und den Christen im Orient umgeht. Die Geburtsstätte der Christen war im Orient Jordan und Tikrit. 700 Jahre später kamen die Moslems und was ist dort von den Christen übrig geblieben, eigentlich nichts. Die letzten Christen fliehen heute aus Syrien. Der Friede in Jerusalem bestimmt den Frieden in der Welt.

    1. Na gut, Joachim,

      du möchtest gerne, dass es hierzulande so abgeht wie im Orient?

      Und wenn hier ein Mensch mit deutschem Pass seinen islamischen Glauben praktizieren möchte, dann entfällt das Grundrecht auf Religionsausübung? Weil, so AfD-Leute, die Mehrheit der Bürger das nicht will? Und was, wenn eines Tages – nur als Beispiel – die Mehrheit der Bürger die AfD verbieten möchte – gilt das dann auch, ja?

      Am besten, die AfD-Leute lesen alle nochmal unsere Verfassung durch. Gaaaanz langsam, damit sie es endlich mal kapieren. Obwohl: ich bin mir gar nicht so sicher, dass alle AfD-Fans wirklich zu unserer Verfassung stehen wollen.

  9. Der Maas kommt mit Frauenfeindlichkeit um die Ecke. Wie ironisch.
    Hat sich dieser Vogel eigentlich zu TTIP geäußert? Das wäre seinem Ressort näher als AfD-Hetze.
    Aber der Maas ist in der SPD wohl der einzige …. , der sich derzeit zum Kanzlerkandidaten aufbauen lassen würde.
    Und wer Bruder im Geiste der Antifa-Schläger ist, der ist sicher allein aus diesem Grund kein Symphatieträger, auch wenn er Gekämmt und Gegeld ist, im Anzug zu Bett geht und dieses gerade mit einem Filmsternchen teilt.

  10. Lieber Torsten,

    “Reden ist Silber und Schweigen ist Gold”. Man muss nicht zu allem eine Meinung haben und alles mit fanatischem Unsinn kommentieren.

    In diesem Sinne herzliche Grüße von jemandem, der keiner Partei angehört und sich sehr wohl überlegt, wo er sein Kreuzchen macht.

    Das eine funktionierende Demokratie auch eine Opposition rechts der Mitte bedarf sollte wohl jedem klar sein.

    Auch linken Terror gab es schon 40 Jahre in einem Teil Deutschlands, mit KPD + SPD = SED und MfS. Danach dann PDS und Linke. Oder wo würdest du diese Parteien einordnen, etwa Rechts!? Aber vermutlich weißt du nicht mal woher die Begriffe “Links” und “Rechts” in der Politik kommen und was sie bedeuten.

  11. Wen Heiko Maas als Bruder im Geiste hat, möchte ich hier besser garnicht ausbreiten. Auf jeden Fall ist er bislang neben Stegner einer der zuverlässigsten Wahlkampfhelfer der AFD. Ja, es werden immer welche diesem Herrn ihre Stimme geben, aber eben nur ein paar Tausend. Zur Stimmabgabe im Schwarzen Kanal werden ja bekanntlich die Angestellten des Bundestages zur Förderung ihres Arbeitgebers angehalten. Wer sonst würden denn noch Tagesschau oder Facebook anschauen: ersters habe ich mir schon seit 15 Jahren nicht mehr angetan, letzteres ist mir völlig fremd.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia