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Medienvielfaltsmonitor: Ströer zieht in die Top 15 der Meinungsmacht ein, ARD weiter deutlich vorn

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Ströer gehört nach dem Kauf von T-Online und anderen Marken erstmals zu den 15 deutschen Medienkonzernen mit der größten Meinungsmacht. Das ist eins der Ergebnisse des neuesten Medienvielfaltsmonitors der Landesmedienanstalten. Vorn bleibt souverän die ARD - dank der vielen TV- und Radiosender. Das insgesamt größte Meinungsbildungsgewicht hat weiter das Fernsehen, doch das Internet holt auf.

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Für die Studie – einige würden stattdessen Zahlenspielerei sagen – betreiben die Landesmedienanstalten zweimal pro Jahr einigen Aufwand. Zunächst lassen sie von TNS Infratest ermitteln, welche Mediengattungen von den Menschen “informierend” genutzt werden – und wie sehr sie zur Meinungsbildung der Bevölkerung beitragen. Ergebnis für das zweite Halbjahr 2015: Das Fernsehen ist hier mit einem Anteil von 36,3% noch die klare Nummer 1, legte sogar um 0,4 Punkte zu. Platz 2 geht inzwischen an das Internet, das mit 21,6% einen Prozentpunkt gewann und die Tageszeitungen (20,7% / -0,3) überholte. 0,5 und 0,6 Zähler büßten das Radio (19,2%) und die Zeitschriften (2,2%) ein.

Als nächstes werden die Zahlen der TV- und Radiosender, der Zeitungen, Zeitschriften, Websites und Apps auf die entsprechenden Medienkonzerne aufgeteilt. Hier kommen die Daten der GfK/AGF (TV, der ma (Print und Radio), sowie von Nielsen (Internet) ins Spiel. Natürlich hat die Methodik einige Schwächen. So wird im ersten Schritt zwar auf die Meinungsbildung Wert gelegt, beim zweiten werden aber z.B. relativ stumpf die Marktanteile der TV-Sender verwendet – auch wenn die meisten Privatsender mittlerweile so wenige echte Informationsprogramme zeigen, dass sie zur tatsächlichen Meinungsbildung kaum beitragen. Dennoch: eine interessante Zahlenspielerei ist die Auswertung der Landesmedienanstalten trotzdem – wenn auch eher als Studie zur Mediennutzung als zur Meinungsmacht.

Wie erwähnt gehört Ströer also nach der Übernahme u.a. von T-Online nun zu den 15 größten Medienkonzernen in Sachen Meinungsgmacht bzw. Nutzungsverhalten. Der Anteil am Meinungsmarkt beträgt laut der Auswertung derzeit 1,1%. Damit schubste Ströer die Augsburger Allgemeine aus der Top 15, die gleichzeitig auch noch hinter Disney (1,0%) zurück fiel. Die Telekom, deren 0,9% nun bei Ströer gelandet sind, fiel hingegen aus dem Ranking raus.

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Auf den ersten 14 Plätzen des Medienvielfaltsmonitors gibt es hingegen kaum Verschiebungen. Einzig Funke und Bauer tauschten die Plätze – allerdings nur aufgrund der zweiten Nachkommastelle. Vergleicht man die aktuellen Zahlen des zweiten Halbjahres 2015 mit denen aus dem ersten Halbjahr, so fällt auf, dass es insbesondere für Springer und Bauer nach unten ging – jeweils um 0,6 Zähler. Die ARD büßte zudem 0,4 Punkte ein. Anteile am Meinungsmarkt hinzu gewann hingegen vor allem ProSiebenSat.1 (+0,5) und eben Ströer auf Platz 15

Medienvielfaltsmonitor_2015_II(Tabelle: die-medienanstalten.de)

Bei den Einzelmedien führt das ZDF mit 4,4% vor der Bild-Zeitung (ohne Online, etc.) mit 4,3% und dem Ersten mit 4,1%. Die komplette Auswertung findet sich u.a. auf der Website der Landesmedienanstalten.

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Alle Kommentare

  1. “auch wenn die meisten Privatsender mittlerweile so wenige echte Informationsprogramme zeigen, dass sie zur tatsächlichen Meinungsbildung kaum beitragen”
    In der letzten Werbepause laufen Teaser auf die News-Formate. Die kompakten News zwischendrin sind von der Meinungsmacht vermutlich auch nicht un-relevanter als längere Berichte in längeren Sendungen. Und die mehrstündigen Vormittags/Morgens-Sendungen sollte man auch nicht vergessen.

    Auch Radio-News sind oft nur 5 Minuten zuzüglich Verkehrsmeldungen und Wetter aber im Auto zappt man eher nicht weg und ausserdem senden die meisten Sender zeitgleich auch News. Und bei manchen News-Apps werden (vielleicht von der Verlegerfamilie) “handselektierte” Themen zu den abonnierten Sparten hinzugemischt. Das würde locker reichen, um Kampagnen zu fahren wenn immer dieselben Themen – jeden Tag mit einer anderen Headline – als erstes in der App angezeigt werden und man daran vorbei muss, bevor man seine abonnierten Lieblingsthemen lesen kann.

    Vom Informationsgehalt sind Werbe-TV-Sender oft eher nicht so kritisch. Aber dafür werden die ÖR ja auch schon bezahlt um als Kontroll-Organ – ähnlich wie beim Sport mit den Fußballtrainern – die maximale Leistung und Vorteil fürs Volk zu bewirken.
    Und Formate wie Team Wallraff oder Mario Barth sind auch relevant.

    Und angesichts der vielen vielen vielen Agentur-Copy-Paste-Berichte in vielen Print- und Online-Medien ohne viel eigenen Denk- und Leistungs-Anteil sollten sich viele Medien besser selber an die Nase fassen. Ich glaube fast nur Spiegel online war aufgefallen das Apples digitale Dienstleistungen inzwischen das zweitgrößte Standbein sind. Das ähnelt den Cloud-Gewinnen bei Amazon auch nur mit virtuellen Dienstleistungen in eigenen Rechenzentren. Die meisten Berichte beklagten recht einheitlich und eintönig die geringen Verkaufszahlen der großen iPhones und der Apple-Watch. Viel Eigenleistung steckte selten drin. Auch bei den Risiken durch E-Autos wird wohl lieber erst hinterher berichtet wenn wieder mal Zilliardenschäden und Dauerarbeitslosigkeit und Tankstellensterben entstanden sein werden obwohl jeder Journalist die Branchen, Betriebsräte, Volk und Politiker durch Fragen auf die Risiken und Probleme hinweisen könnte. Wann man Winterreifen draufziehen muss hingegen weiss jeder…

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