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Michael Schaper über das neue Geo Wissen Ernährung: “Wir verstehen uns nicht als Kochbuch, das können andere besser”

Geo Wissen-Chefredakteur Michael Schaper und sein neuestes Baby: Geo Wissen Ernährung
Geo Wissen-Chefredakteur Michael Schaper und sein neuestes Baby: Geo Wissen Ernährung

Mit Geo Wissen Ernährung startet am heutigen Mittwoch nach dem Gesundheits-Heft der zweite Ableger der Geo Wissen-Reihe. Zweimal pro Jahr soll die neue Heftreihe in hoher Qualität über Ernährungsthemen aufklären. MEEDIA sprach mit Chefredakteur Michael Schaper über das neue Heft und lässt sich von ihm Highlights zeigen.

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Nach Gesundheit kommt nun die zweite Geo Wissen Hefterweiterung mit “Ernährung” – welcher Gedanke steckt dahinter?

Michael Schaper: Gesundheit und Ernährung sind für viele Menschen extrem wichtige und lebensnahe Themen – und werden immer relevanter. Sich mit Fragen gesunden Essens zu befassen, gehört heute mehr denn je zum Alltag. Was unter anderem auch eine Folge des allgemeinen Strebens nach Gesundheit und Fitness ist.

Was erzählt mir Geo Wissen Ernährung über Essen, was ich nicht schon weiß?

Ich beispielsweise wusste nicht, dass Tiefkühlkost viel besser ist als ihr Ruf: weil Vitamine in Obst und Gemüse so viel länger erhalten bleiben als bei einer Lagerung in der Küche. Oder dass der ständige Konsum von Milch nach neuesten Studien etliche Risiken birgt. Oder welch enormen Einfluss unsere Gene darauf haben, wie wir Nährstoffe verwerten. Dass sind nur drei von vielen anderen Informationen, bestimmte Mythen und Vorurteile in Fragen der Ernährung zu erschüttern.

Psychologie

In der Medienbranche gibt es einen Trend zum “Umverpacken” von Inhalten. Für Geo Wissen Ernährung wurden fast alle Inhalte aufwändig neu produziert – warum lohnt sich das?

Unsere Magazine sind keine Mogelpackung; das würde bei Lesern nur zur Enttäuschung führen. Bei Geo Wissen Ernährung haben wir zum Teil – etwa bei einigen Fotostrecken – einen so großen Aufwand betrieben wie nie zuvor. Aber wir profitieren natürlich von der Erfahrung unsere Redakteure und Autoren, die das ein oder andere Thema schon einmal für eine andere Heftreihe erarbeitet haben. So geht unser Extra-Heft über die richtigen Diäten auf einen Beitrag in Geo Kompakt zurück.

Doof gefragt: Warum gibt es keine Rezepte?

Wir verstehen uns nicht als Kochbuch, das können andere besser. Bei uns findet der Leser vor allem Hintergrundinformationen, konkrete Hilfen für den Alltag und überraschende Einblicke in die Herstellung von Nahrungsmitteln .

Fisch

Es gibt auch eine Beilage mit Diäten – dabei heißt es doch immer wieder, Diäten bringen nichts … 

Dass Diäten generell nichts bewirken, lässt sich nicht sagen. Es hängt vor allem auch vom Durchhaltewillen des Einzelnen ab. Viele Diäten, vor allem sehr einseitige und als Wundermittel angepriesene, machen es den Menschen extrem schwer, längere Zeit durchzuhalten. Andere wiederum lassen sich durchaus in das normale Alltagsleben integrieren und können langfristig schon zur Gewichtsreduktion führen. Da ist es für jeden Abnehmwilligen entscheidend, den richtigen Ansatz für sich und seine Lebenssituation zu finden – und genau dazu bieten wir mit diesem Überblick über insgesamt 30 Diäten eine fundierte Entscheidungshilfe. 

Die übliche Frage: Ab wie vielen verkauften Hefte wäre Geo Wissen Ernährung für Sie ein Erfolg?

Seien Sie mir bitte nicht böse, aber ich habe mir abgewöhnt, auf solche Fragen zu antworten.

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Vitamine

Wie hat sich Geo Wissen Gesundheit entwickelt?

Gut bis sehr gut, wobei der Erfolg einer jeden Ausgabe – wie bei monothematischen Heften üblich – natürlich schwankt. Das aktuelle Heft mit den Kinderkrankheiten liegt noch etwas unter unseren Erwartungen, bei der kommenden Ausgabe zum Thema Burnout+Depression sind wir sehr sicher, dass sie auf großes Interesse stoßen wird.

Für MEEDIA hat Michael Schaper einige Highlights aus dem neuen Geo Wissen Ernährung näher erläutert.

Die Strecke zu Superfoods

Bildschirmfoto 2016-05-11 um 11.34.19

Michael Schaper: 

Bei der Produktion der aufwendigen Bildstrecke zu den Superfoods stellte sich für uns erst einmal die Frage, was sich überhaupt  als “Superfood” bezeichnen lässt. Denn der Begriff ist nicht geschützt und entsprechend viel wird schlicht behauptet, ohne dass es wissenschaftliche Belege dafür gibt. Daher hat unsere Redaktion aufwändig vorrecherchiert, welches Obst und Gemüse, welche Knollen und Beeren wir überhaupt zeigen sollten. So bekannte Kandidaten wie Acai-Beeren und Goji-Beeren sind dabei glatt durch unser Bewertungsraster gefallen. Stattdessen wurde deutlich, dass es auch vor unserer Haustür sehr viele Superfoods gibt, etwa Blaubeeren, Rote Beete oder Kohl. Und dass Leinsamen den hochgepriesenen Chia-Samen in nichts nachstehen – aber nur ein Bruchteil kosten. Ebenso wichtig war es dann, die vom Fotografen erarbeiteten Motive daraufhin zu prüfen, ob sie tatsächlich das zeigen, was sie sollen. Dabei stellte sich heraus, dass der vermeintlich grüne Tee bei näherer Betrachtung gar keiner war. Also ist der Food-Stylist noch einmal Einkaufen gegangen – und der Fotograf hat dann den richtigen grünen Tee in Szene gesetzt.

Hans Zippert ernährt sich für einen Selbstversuch nur von Pulver:

Bildschirmfoto 2016-05-11 um 11.30.55

Michael Schaper: 

Für ein etwas ungewöhnliches Thema haben wir den ehemaligen “Titanic”-Chefredakteur Hans Zippert gebeten, sich einige Zeit von Soylent zu ernähren, einem Pulver aus den USA, das angeblich alle Nährstoffe enthält, die der Körper braucht. Das aber ließ sich nur über Zwischenhändler aufwendig importieren – und wurde dann auch noch vom Zollamt Oberursel beschlagnahmt. Dort musste der Autor unter den Augen zweier Inspektoren das Päckchen öffnen, das Beutelchen enthielt, die verdächtig nach Drogen aussahen, und einen aufwendigen Einfuhrabgabebescheid ausfüllen. Immerhin hat er die Ernährung mit Soylent dann durchgehalten und überlebt. Allerdings beschreibt er, wie er dadurch gesellschaftlich zum Außenseiter wurde, denn als Soylent-Konsument werden Essenseinladungen sinnlos, gemeinsame Mahlzeiten obsolet. Und Gleichgesinnte trifft man in Deutschland derzeit auch noch nicht. 

(swi)

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