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Werbefreier Wirtschaftsdienst aus Frankfurt: Wie Balzer & Co. ein neues journalistisches Angebot finanzieren

Arno Balzer und sein neues Portal für Wirtschaftsnews
Arno Balzer und sein neues Portal für Wirtschaftsnews

Bilanz-Herausgeber Arno Balzer und Karsten Stumm, ehemals Chefredakteur von manager magazin online, haben ein neues werbefreies Wirtschaftsmedium namens irx.eu in Frankfurt gestartet. Finanziert wird dies über einen vom journalistischen Produkt strikt getrennten zweiten Arm. Er soll börsennotierten Unternehmen und Mittelständlern helfen, ihre Kommunikation in den Sozialen Netzwerken zu verbessern.

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Wenn ThyssenKrupp einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag verliert, Georg Thoma als Chefaufklärer den Aufsichtsrat der Deutsche Bank verlässt oder der US-Hedgefonds Muddy Waters den Kölner Werbekonzern Ströer zusetzt, sind Wirtschaftsportale wie Handelsblatt Online, manager magazin.de sowie die Online-Ressorts großer Tagesmedien wie F.A.Z., Süddeutsche Zeitung oder Welt schnell bei der Sache. Ob ausführliche Berichte, Analysen oder Hintergründe – die Webseiten bieten den Nutzern in Kürze eine breite und tiefgründige Berichterstattung.

Jetzt drängen auch noch Bilanz-Herausgeber Arno Balzer und Karsten Stumm, früherer Chefredakteur von manager magazin Online, in das hart umkämpfte Geschäft mit Wirtschaftsinformationen. Sie haben mit Partnern aus der Privatwirtschaft den digitalen Dienst irx.eu an den Markt gebracht. Sitz der Redaktion ist die Wirtschafts- und Finanzmetropole Frankfurt. Das Besondere an dem neuen journalistischen Portal aus Hessen: „Wir starten unseren Wirtschaftsdienst irx.eu komplett werbefrei, weil wir uns nicht in das Rennen mit anderen Anbietern um Werbemillionen einreihen wollten“, verrät Chefredakteur Stumm.

Denn Balzer und Stumm wollen ihr Online-Produkt über einen zweiten Arm finanzieren, der von dem journalistischen Angebot strikt losgelöst ist. Er soll börsennotierten Unternehmen und Mittelständlern helfen, ihre Kommunikation in den Sozialen Medien zu verbessern. Sollte ihr Modell funktionieren, würden sie sich von den diversen digitalen Wirtschaftsportalen hierzulande abheben, die ihr Geld mit Bannerwerbung und zunehmend mit Paid-Content-Modellen verdienen – in den meisten Fällen aber über ein Printprodukt quersubventionieren.

Mit ihrer neuen Dienstleistung wollen Balzer und Stumm vor allem Investor Relations-Abteilungen erreichen, die große Schwierigkeiten haben, Diskussionen über ihr Unternehmen auf Facebook & Co. zu führen, weil sie mit den Kommentatoren nur einseitig ins Gespräch kommen können. „Bislang ist die Kommunikation zwischen Unternehmen und den Sozial-Media-Nutzern eine reine Einbahn-Straße. Dies ändern wir, indem wir den Gesellschaften mit unserem Angebot eine zweibahnige Straße in der Kommunikation bauen“, sagt Stumm.

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Dafür screent der studierte Volkswirt mit seinem mehrköpfigen Team zunächst die Schar von Menschen, die sich in der Vergangenheit auf den Social Media-Kanälen wie Twitter, Facebook & Co. zu bestimmten Branchenthemen oder Nachrichten rund um den Auftraggeber geäußert haben. Gibt nun ein Unternehmenskunde eine Meldung heraus, die in den Sozialen Netzwerken Fragen aufwerfen oder im schlimmsten Fall einen Shitstorm auslösen, tritt Stumm mit den Teilnehmern in einen Dialog. Er leitet die Antworten oder darüber hinausgehende Informationen des Unternehmens direkt an die Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken weiter – und zwar blitzschnell.

Um die für die Firmen relevanten Kommentatoren zu erreichen, sattelt Stumm auf die Technologie von Gnip auf. Die Twitter-Tochter sammelt für ihre Auftraggeber die öffentlich zugänglichen Daten aus dem sozialen Netzwerk und wertet sie für die Unternehmen aus. Diese verwenden sie in der Regel für Marktforschungs- und Marketingzwecke – nicht jedoch Stumm. Er wertet die Gnip-Daten über ein selbst geschaffenes technisches Verfahren für seine Zwecke aus. „Unsere Technologie in Partnerschaft mit dem global führenden Datenanbieter Gnip verschafft uns einen zentralen Vorteil. Wir können hierüber mit den Nutzern der Social Media-Kanäle direkt in Kontakt treten, um ihnen Antworten der Unternehmen auf ihre Tweets oder sonstigen Einträge zeitnah zu übermitteln“, erklärt der Journalist.

Die Unternehmen zahlen für den Service je nach zeitlichem Aufwand. Erste Auftraggeber stünden kurz vor dem Vertragsabschluss, heißt es. „Wir haben bereits diverse Testkunden und hoffen sie, demnächst in feste Kunden zu wandeln“, sagt der Jungunternehmer. Gesteuert werden die gesamten Aktivitäten durch die neu gegründete Investors Voice Media AG. Darunter angehängt ist die Aktionärsforum Service GmbH, die die technische Dienstleistung stellt. Alleinvorstand der Aktiengesellschaft ist Stumm. Aufsichtsratschef ist Arno Balzer. Weiteres Mitglied des Kontrollgremiums ist Eric Nowak. Nowak ist in der Börsenwelt kein Unbekannter. Der Professor lehrt Finanz- und Rechnungswesen an der Universität Lugano in der Schweiz. Der Experte hat beispielsweise untersucht, wie sich der Börsenkurs eines Unternehmen verändert, wenn es den deutschen Corporate-Governance-Kodex beachtet oder nicht.

Bei der Investors Voice Media AG sind Stumm und Balzer Minderheitsaktionäre. Sie kennen sich aus alten Zeiten bei dem zum Spiegel-Verlag gehörenden Wirtschaftstitel Manager Magazin. Balzer leitete die Zeitschrift als Chefredakteur zehn Jahre lang bis 2013. Stumm war zeitweise Chefredakteur des Online-Ablegers. Die Mehrheit an der Investors Voice Media AG halten über eine Beteiligungsgesellschaft diverse Privatpersonen. Wer sich dahinter namentlich verbirgt, lässt sich der Alleinvorstand nicht entlocken. Dem Vernehmen nach sollen sich darunter Eigentümer bekannter mittelständischer Firmen befinden. Für Balzer ist das Vorhaben in Frankfurt völlig losgelöst von seinem Job als Herausgeber des bei Springer publizierten Wirtschaftstitels Bilanz.

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