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Ende von Servus TV: geplante Betriebsratsgründung soll eine Rolle gespielt haben

Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz (Foto) wollte Servus TV einstellen – und lässt nun doch weiter senden.
Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz (Foto) wollte Servus TV einstellen – und lässt nun doch weiter senden.

Das plötzliche Aus für den TV-Sender Servus TV, der zum Red Bull-Reich des Dietrich Mateschitz gehört, hat nicht nur die Branche, sondern auch die Mitarbeiter überrascht. Wie Mateschitz gegenüber den Salzburger Nachrichten erklärte, hätten Bestrebungen zur Gründung eines Betriebsrats eine Rolle bei der Entscheidung für das Aus gespielt. Gewerkschaftsvertreter sind entsetzt über die Äußerung.

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“Dass diese Vorgehensweise bei der Entscheidung in der aktuellen Situation nicht gerade dienlich war, ist evident”, wird Mateschitz von den Salzburger Nachrichten zitiert. Mitarbeiter von Servus TV hätten online über die Gründung eines Betriebsrats abstimmen lassen wollen. Das habe Mateschitz empört. Weder beim Red Bull Media House, wo Servus TV angesiedelt ist, noch beim Getränkekonzern Red Bull mit seinen über zehntausend Beschäftigten gibt es einen Betriebsrat.

Nach dem Bekanntwerden der Äußerungen von Mateschitz unterschrieben über 200 Servus TV-Mitarbeiter einen offenen Brief, in dem sie sich gegen die Gründung eines Betriebsrats aussprechen – offenbar um den Red Bull-Patriarchen doch noch umzustimmen.”Die anonyme Umfrage über die mögliche Gründung eines Betriebsrates unterstützen wir – und das ist die überwältigende Mehrheit aller Mitarbeiter von ServusTV – ausdrücklich nicht”, heißt es laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA in dem Brief. Wegen der Einstellung von Servus TV verlieren 264 Mitarbeiter ihre Jobs.

Arbeitnehmervertreter zeigten sich “fassungslos und entsetzt” über die Äußerungen von Mateschitz und erklärten, diese seien dem Unternehmer nicht würdig. Gerald Forcher, Geschäftsführer der Gewerkchaft GPA-djp Salzburg sagte: “Wir leben in Österreich und nicht auf irgendeiner Bananenrepublik.” Es sei ein Grundrecht, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die Bild-Zeitung machte Mateschitz wegen seiner Betriebsrat-Äußerungen am Mittwoch zum “Verlierer des Tages”:

In der Tat wirkt es unglaubwürdig, das Aus für Servus TV auf die geplante Gründung eines Betriebsrates zu schieben. Schon in der Pressemitteilung von Servus TV, die über die Betriebseinstellung informierte, war davon die Rede, dass der Sender wirtschaftlich nicht tragbar war. Eine Einschätzung, die von anderen Medienleuten aus Österreich, wie dem ORF-Nachrichtenmoderator Armin Wolf geteilt wird:

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Alle Kommentare

  1. Bedauerlich, habe gerade die Qualität der Sendungen genossen. Leider ließ sich der hohe Anspruch nicht finanzieren.Schade. Schon das Streichen des Budget von Sportrechten ließ mich böses Ahnen. (Servus, Alpenländisches “ARTE”)

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