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“Tchibo-Check”-Neuauflage unterliegt RTL und ZDF, “Reimanns” machen RTL-II-Montag perfekt

Darf’s noch ein “Tchibo-Check” mehr sein? Kein Problem fürs Erste
Darf's noch ein "Tchibo-Check" mehr sein? Kein Problem fürs Erste

Das Erste ist einmal komplett durch mit seinen Checks und fängt wieder von vorn an, aber die Zuschauer gucken lieber "Wer wird Millionär?" und den ZDF-Fernsehfilm. Nur im jungen Publikum war der zweite "Tchibo-Check" ein Erfolg. RTL II hat derweil ein neues Dreamteam gefunden: Katzenberger und Reimanns.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Montag wissen müssen:

1. Nur Platz 7: “Der Tchibo-Check” ist kein “Deichmann-Check”

Mit dem “Tchibo-Check” nahm das Elend im WDR anno 2011 seinen Lauf: der erste “Markencheck” ward geboren, und die ARD sah, dass er publikumsreich war, also vermehrte sie ihn. Mehr als fünf Jahre später scheint das Prinzip einmal komplett durchgespielt, das ist aber lange noch kein Grund für den Senderverbund, sich etwas Neues auszudenken. Reicht ja vielleicht auch, einfach von vorn anzufangen. Die Begeisterung des Publikums hält sich allerdings in Grenzen: Mit 3,23 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren (10,7% Marktanteil) konnte der neue “Tchibo-Check” trotz des erreichten Warenrückrufs eines gesundheitsschädlichen aufblasbaren Minions (fragen Sie nicht) nicht an die Werte des “Deichmann-Check” vor einer Woche anknüpfen, den fast 4 Mio. gesehen hatten. Die Sendung muss sich daher mit Platz 7 in der Tageswertung begnügen. Beim jungen Publikum hingegen lief es mit 9,9% Marktanteil sehr gut für den “Check”.

2. RTL gewinnt vor dem ZDF, verhaltenes Interesse am “Hannover-Komplex” im Ersten

Anderthalb Millionen Zuschauer mehr (insgesamt 4,8 Mio.) sahen am Abend “Wer wird Millionär?” und machten RTL zum Tagessieger, das ZDF war Jauchs Quiz allerdings mit dem Fernsehfilm “Im Namen meines Sohnes” dicht auf den Fersen. Die Marktanteile lagen bei 15,8% und 14,7%. Am späten Abend lief Lutz Hachmeisters anderthalbstündiger Dokumentarfilm “Der Hannover-Komplex” über die niedersächsische Landeshauptstadt, die Politiker, die sie hervorgebracht hat, und ihre Affären im Ersten für 1,28 Mio. Zuschauer (9,4%), obwohl die “Tagesthemen” zuvor noch 2,93 Mio. anlieferten. Frank Plasberg hatte mit “hart aber fair” zum Thema “Bewährung für Täter, lebenslang für Opfer – urteilen unsere Richter zu lasch?” davor bessere Werte als der “Tchibo-Check”: 3,5 Mio., 11,6%, Platz 5. Und bei RTL konnte “Rach sucht” die “Wer wird Millionär?”-Vorlage wieder nicht nutzen (2,62 Mio.).

3. ProSieben fängt sich mit “Big Bang Theory”, “Circus HalliGalli” profitiert null

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Bei ProSieben weicht die Ernüchterung womöglich langsam der Erleichterung: Der Versuch, die Versteckte-Kamera-Show “Prankenstein” vom Samstagabend auf den Montag zu holen, darf als gescheitert bezeichnet werden – allerdings brachte ein uraltes Hausrezept augenblicklich Quotenlinderung: mehr “Big Bang Theory”. Mit 10,9% sah’s zu Beginn des Abends noch mau aus, die weiteren Episoden steigerten sich aber auf 13,0%, 13,1% und 13,6% und mussten sich nur “Wer wird Millionär?” geschlagen geben, das auch im jungen Publikum triumphiert (1,54 Mio., 15,1%). Gibt aber gleich schon wieder ein Problem: “Circus HalliGalli” hat das überhaupt nicht geholfen. Joko und Klaas sind in ihrer Stammshow auch ohne Lena-Gercke-Nachhilfe einstellig: Gerade mal 700.000 14- bis 49-Jährige schalteten ein, der Marktanteil lag bei 8,9%. Im Anschluss verabschiedete sich die erste Staffel “Studio Amani” immerhin mit 9,7% (520.000 Zuschauer). Ob’s auch die einzige bleibt, werden wir sehen.

4. “Die Reimanns” ist bei RTL II zum Staffelstart noch geringfügig erfolgreicher als Katzenberger

In Grünwald war am Montagabend Wachwechsel, statt den Geissens durften “Die Reimanns” mit neuen Episoden ran, und damit ist das Wochenstart-Glück von RTL II vorerst perfekt. “Daniela Katzenberger – Mit Lucas im Babyglück” lieferte um 20.15 Uhr bereits 850.000 junge Zuschauer und stattliche 8,4% Marktanteil an, “Die Reimanns” wussten das im Anschluss aber noch geringfügig zu steigern – auf 870.000 (nur der Marktanteil war etwas niedriger: 8,2%). Nach 21 Uhr lag RTL II damit nicht nur vor den direkten Konkurrenten, sondern hängte auch Sat.1 ab, wo “Detective Laura Diamond” nach 8,9% nur noch 7,6% schaffte (0,91 bzw. 0,82 Mio.). Auch “Rach sucht: Deutschlands Lieblingsrestaurant” eiert bei RTL so rum, diesmal waren nicht mehr als 11,6% drin (immerhin Platz 6). Wir müssen noch kurz zurück zu RTL II, das außerdem den Neustart “Deutschland, deine Promis” im Angebot hatte. Ohne direkte Personalisierung läuft die Dokusoap-Masche aber nur bedingt – auch wenn 6,7% (0,49 Mio.) zum Start natürlich kein schlechter Wert sind.

5. Actionhelden bringen kabel eins nach vorn, zögerlicher Start für “Westart live”

Bei kabel eins war Abend der alten Actionhelden, aber nix gegen ältere Herrschaften, die bringen’s immer noch: 6,6% Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen holte “Eraser”, bevor sich “John Rambo” auf 9,0% steigerte – 0,67 bzw. 0,55 Mio. sahen zu. Für Vox war es hingegen ein Abend zum Vergessen: Die meistgesehene Sendung “Night Shift” lief nach 22 Uhr und schaffte lediglich 4,7%, “Battle Creek” war zuvor mit 2,9% abgeschmiert. Kurzer Blick rüber zu den Dritten: Der WDR räumt der Kultur im Westen seit dieser Woche doppelt soviel Zeit ein wie bisher, die Moderator Matthias Bongard bei “Westart live” mit Themen und Gästen füllen darf. Das muss sich aber erst noch rumsprechen. Nur 70.000 Zuschauer ab 3 Jahren schalteten ab 22.40 Uhr ein (davon 10.000 14- bis 49-Jährige). Die “Mord mit Aussicht”-Wiederholungen am frühen Abend liefen hingegen hervorragend – die zweite Episode überzeugte 1,13 Mio. und brachte 3,6%.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums und der 14- bis 49-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Wenn man sich die “investigativen” Verfolgungsjagden von ARD und ZDF mal so anschaut und gleichzeitig alles das gut kennt, was sich öffentlich-rechtliche Sender-Anstalten ohne jede Hemmung erlauben (von Honorar-Dumping bei Freien und anderen Zulieferern, das mit ‘Ausbeutung’ noch freundlich umschrieben wäre), fasst man sich wirklich an den Kopf. Anstalten, die – ebenso wie andere Bürokratie-Monster – keinerlei interne Kontrollinstanzen eingerichtet haben aber einzelne Mitarbeiter – auch in niederen Rängen – mit Machtmöglichkeiten ausstatten, die Machtmißbrauch quasi kausal mit sich bringen, trauen sich in solchen Sendungen, andere anzuprangern, zu verurteilen, zu verfolgen?! Wohin sind wir geraten in dieser Republik, dass alle wissen (oder nicht wissen wollen) – von den Intendanten über den Verwaltungsrat bis zu den Rundfunkräten und den Politikern – was dort abgeht aber nichts tun. Und dann abends entspannt anschauen, wie die nicht überwachten “Dreckspatzen” andere “Dreckspatzen” so richtig in den Deck ziehen? Viele aus ‘dem Volk’ merken schon länger, dass da etwas nicht stimmt und wollen die Selbstbedienungsläden nicht mehr bezahlen. Zu Recht! Und wenn sich diese Monster und ihre Insassen nicht modernisieren lassen, unbedingt!

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