Partner von:
Anzeige

Grimme-Online-Awards: Jan Böhmermann „für seine persönliche Leistung“ nominiert

Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts und Jan Böhmermann
Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts und Jan Böhmermann

Es ist wieder Zeit für die Nominierungen der Grimme-Online-Awards: Aus mehr als 1.200 Einreichungen filterte die Jury 28 „herausragende“ Web-Angebote in vier Kategorien heraus. Nach eigenen Angaben hatten sie dabei mit einem „Luxusproblem“ zu kämpfen, so viele „hochwertige Angebote“ seien dieses Mal dabei gewesen. Nominiert sind u. a. Projekte des Weser Kuriers, von Zeit Online, der NZZ, aber auch Jan Böhmermann.

Anzeige
Anzeige

Begeistert schreibt die Nominierungskommission in ihrem Statement: “Sowohl die Dichte aus inhaltlich wie formal gelungenen Onlineauftritten war hoch, als auch in besonderem Maß die Vielfalt an netzspezifischen Formaten: Vom Podcast über den Twitter-Account, das gute alte Blog, die inzwischen ausgereifte und weit verbreitete Multimedia-Reportage bis hin zum Meme aus der Kohlenstoffwelt war die Konkurrenz groß und leistungsstark.”

Nominiert hat die Jury in der Kategorie Information:
Airbnb vs. Berlin
Das Paris-Protokoll
Dekoder – Russland entschlüsseln
Draußen – 24 Stunden mit einem Obdachlosen
Geld zieht Ärzte an
In den Dschungel von Calais
Sandalen im Schnee
Straßengezwitscher
Technische Aufklärung

“Das Internet wird nicht nur zur Information, sondern auch und zurzeit verstärkt zur Desinformation genutzt”, beklagt hierbei die Nominierungskommission, deshalb sei jetzt die Auseinandersetzung und Aufklärung wiederum im Netz so wichtig: “schnell und jederzeit verfügbar und aus verlässlicher Quelle, deren Vertrauenswürdigkeit sich manchmal genau daraus speist, kein Verlagshaus, keine Partei und kein Digital-Promi zu sein”.

Kategorie Wissen und Bildung:
BrainFed
Falcianis Swissleaks
Jagd aufs Matterhorn
Klangökologie: Die Symphonien der Natur
Nollendorfblog – Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber
Opas Krieg
Staatsbürgerkunde – Vom Leben in der DDR
TOUCHDOWN 21

In dieser Kategorie wird „BrainFed” besonders gelobt. Der YouTuber DarkViktory präsentiere sich als verlässliche Nachrichtenquelle, gerade für Jugendliche: “BrainFed ist derzeit wohl das einzige animierte und gleichzeitig redaktionell betreute News-Format in der deutschsprachigen YouTuber-Szene, das Hintergrundinformationen zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und vielen Netzthemen liefert“, heißt es in der Grimme-Begründung.

Anzeige

Kategorie Kultur und Unterhaltung:
@schafzwitschern
DADA-DATA
Imagoras – Die Rückkehr der Bilder
makellosmag – die blog (fem.)
Puerto Patida
Trappeto-Solingen-Trappeto … und zurück

Kategorie Spezial:
Barbara.
Do Not Track
Hoaxmap
Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost
Jan Böhmermann für: persönliche Leistung

Ein besonders Augenmerk muss in diesem Jahr wohl auf die Spezial-Kategorie gerichtet werden. Dort gehört Jan Böhmermann zu den Nominierten. Ihn hält die Jury wegen „seiner persönliche Leistung“ für preiswürdig, „also das Bespielen seiner nahtlos verzahnten Online-Präsenz“.

Aus den insgesamt 28 Nominierungen wird die Jury nun bis zu acht Preisträger ermitteln. Zeitgleich sind alle Nutzer zum abstimmen aufgerufen. Für den Publikumspreis kann bis zum 16. Juni abgestimmt werden.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Finde ich klasse, dass Jan Böhmermann „für seine persönliche Leistung“ einen Grimme-Online-Award erhalten soll. Zeigt: geht doch. Und zwar, dass man auch mit vulgärsten Schipmpftiraden und Fäkalsprache heute ganz easy als Satiriker sowie Hörfunk- und Fernsehmoderator Karriere machen kann. Einfach flamen, haten und möglichst derb ablästern und schon klappt das mit dem Grimme. Gratulation.

  2. “Der Grimme Online Award ist eine nicht dotierte Auszeichnung für publizistische Qualität im Internet,…” so Wiki.

    Schön zu sehen, dass Daimler, Nordrhein-Westfalen und die Stadt Köln eine solche Veranstaltung finanzieren und was man dort unter Qualität versteht.

    Aber so ist halt der deutsche “Qualitätsjournalismus”. Passt schon.

  3. Wie kann man Böhmermann für einen solchen Preis nominieren, er, der in Fäkalsprache Personen charakterisiert und verunglimpft. Erdogan “verdient” intelligentere und treffendere “Faustschläge”. Satire darf sehr viel, aber nicht alles. Zitat Tucholsky: “Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.” Böhmermann ist kein gekränkter Idealist, sondern Opportunist, der rechtzeitig bei Erscheinen seines Buches mit “Shit” Aufmerksamkeit erregt, um “Kohle” zu machen. Vielleicht sollte er Erdogan das Honorar für dessen Anwalt zahlen. Schließlich machte er für ihn “tolle” Publicity.

  4. Ach, da sind sie wieder, die selbsternannten und einzig wahren Satire- und Sprachspezialisten.
    Was sie nicht gut finden darf auch nicht preiswürdig sein. Diese Wahrnehmung geht schon über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein heraus.
    Gut das diese Welt, hier im speziellen Wertung von Satire, Geschmack, Humorempfinden vielschichtig ist.

  5. Da hat er ja noch Glück, dass er nicht für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.
    Denn die Karriere hat sich für ihn wohl erledigt.

  6. Wenn die Jury Böhmerwahn für preiswürdig hält, hat sich der Grimme-Preis erledigt.
    Begründung: Beleidigung hin, Erdowahn her: das Blassgesicht hat, ernsthaft gesehen, kaum Landesliga-Niveau.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia