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Duell mit Muddy Waters: Ströer bringt mit guten Zahlen US-Hedgefonds in Bedrängnis

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Muddy Waters legt gegen den Werbevermarkter Ströer nach. Der US-Hedgefonds erneuert seine Vorwürfe gegen das Kölner Unternehmen. Deren Vorstandschef Udo Müller tritt die Flucht nach vorn an und präsentiert gute Geschäftszahlen. Damit bringt er den Leerverkäufer unter Druck, der vor allem an einem fallenden Aktienkurs interessiert ist. Denn die Ströer-Notierung zieht an.

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Die Worte von Carson Block, Gründer und Chef des US-Hedgefonds Muddy Waters, wiegen schwer. „Ströers Management verdient das Vertrauen der Investoren nicht“, sagte Block gegenüber der WirtschaftsWoche. Block reagierte damit auf die 16-seitige Erwiderung von Ströer-Chef am vergangenen Freitag. Hier hatte Müller in einer Telefonkonferenz die Anschuldigungen des US-Hedgefonds als „im Kern falsch“ zurückgewiesen und rechtliche Schritte angekündigt. Nun hatte Block den Ton verschärft. „Meiner Meinung nach fehlte es den Antworten an Klarheit, weil sie vielfach darauf angelegt waren, Investoren noch weiter in die Irre zu führen.“ Damit setzt Block das Kölner Management weiter unter Druck, um den Kurs zu drücken.

Nun präsentiert Ströer vor Börsenbeginn gute Geschäftszahlen. Danach hatte das Kölner Unternehmen den Gewinn kräftig gesteigert. Das Operational Ebitda erhöhte sich in den ersten drei Monaten deutlich um 72 Prozent auf 45,3 Millionen Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Auch der Konzernumsatz war im Berichtszeitraum kräftig um 40 Prozent gestiegen. Mit den guten Zahlen bringen die Kölner den Leerverkäufer unter Druck, der vor allem an fallenden Kursen interessiert ist. Die Ströer-Aktie legte heute leicht zu. Sie verteuerte sich um rund 1,5 Prozent auf 45,90 Euro. Interessant dürfte es auch am Freitag werden. Dann präsentiert sich der Vorstand auf dem Capital Market Day. Dort dürfte er sich auch den Fragen von Fondsanlegern zu den Vorwürfen von Muddy Waters stellen.

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Der US-Hedgefonds kann ohnehin seine Angriffe gegen das Ströer-Management gelassen nehmen. Denn der Kölner Werbevermarkter wird er schwer haben, juristisch gegen das Unternehmen vorzugehen. Dies hatte erst jüngst Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), im MEEDIA-Gespräch deutlich gemacht. So enthalte der von Muddy Waters verfasste Report für sich genommen zunächst richtige Angaben. „In der Zusammensetzung und Abfolge der Tatsachen hingegen, wie sie im Bericht dargestellt werden, sind sie einseitig wertend und tendenziös. Ob der Report daher justiziabel ist, ist die entscheidende Frage“, stellte Tüngler fest.

Das Ströer-Management will nun erst einmal nicht auf die neuen Vorwürfe von Block reagieren. Das erklärte ein Unternehmenssprecher auf MEEDIA-Anfrage.

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