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Rückzug vom Rückzug: Investigativ-Papst Leyendecker will bei der Süddeutschen weitermachen

Will noch nicht in Rente: Hans Leyendecker
Will noch nicht in Rente: Hans Leyendecker

Investigativ-Legende Hans Leyendecker, 66, will doch noch nicht in Rente gehen. Im Sommer vergangenes Jahr spielte er öffentlich mit dem Gedanken, sich nach dem Auslaufen seiner Ressortleiterstelle ins Private zurückzuziehen. Jetzt sagte er gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen (HAZ), dass er bei der Süddeutschen Zeitung weitermacht. Wegen den Panama Papers.

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Im Sommer hört Leyendecker als Ressortleiter Investigativ der Süddeutschen Zeitung auf. Vor der Enthüllung der Panama Papers sei er sich nicht sicher gewesen, wie es danach weitergehen soll. Auch ein Rückzug ins Private sei denkbar gewesen. “Ich hatte ein paar Angebote, auch außerhalb des Journalismus, und war nicht sicher, was meine Frau wollte. 45 Ehejahre sind mir wichtiger als 45 Jahre Journalismus. Jetzt sagt sie: Mach weiter. In anderer Funktion, klar, aber bei der SZ weitermachen will ich schon. Es heißt zwar, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber jetzt? Ausgerechnet jetzt?”

Leyendecker bezeichnet in dem Interview mit der HAZ  (Paid Content) die Enthüllung internationaler Finanzgeflechte in den Panama Papers als “Sternstunde des Journalismus”. Seine SZ-Kollegen, Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die die Enthüllung in Gang gebracht haben, lobt er als geerdet und charakterstark. Die Enthüllung habe auch Auswirkungen auf das Klima in der Redaktion: “Sie müssten sehen, wie hier jeder mit einem Lächeln durchs Haus läuft, weil wir etwas erreicht haben, wovon wir immer nur schwätzten und träumten”, so Leyendecker.

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Dass die Affäre rund um das Schmähgedicht Jan Böhmermanns auf den türkischen Präsidenten Erdogan viel Aufmerksamkeit von den Panama Papers abzog, ärgert Leyendecker nicht: “Das eine Thema ist für den Moment, das andere handelt von einem strukturellen Missstand und ist von hoher Nachhaltigkeit. Das ist wie Synchronschwimmen und Wasserball: nicht zu vergleichen.”

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