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Liebe, Leid, Lotto und viele Lacher: der neue Tschirner/Ulmen-„Tatort“ aus Weimar im MEEDIA-Check

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Der dritte „Tatort“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen und zum dritten Mal gelingt ein großartiger Mix aus Krimi und Komödie, aus Drama und Klamauk, der voller überraschender Ideen steckt. Warum nur schreibt jemand spiegelverkehrt Tagebuch auf der Rückseite von Lottoscheinen? Natürlich ist passend dazu am Ende auch noch alles anders, als es scheint.

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Die Story
In einem Stahlwerk in Weimar wird ein Häufchen Asche entdeckt. Schnell scheint klar: Es handelt sich um Roy Weischlitz (Florian Lukas), der in ein 800 Grad heißes Schlackenloch gestoßen wurde. Wer war der Täter? Roys alter Kumpel “Flamingo” (Thomas Wodianka), der früher einmal mit der Schwester des Toten Sigrid (Fritzi Haberlandt) zusammen war, bis er bei einem Unfall sein Bein verlor? Oder war es gar die eigene Schwester oder ein Zuhälter der Prostituierten Irina, in die sich Roy verliebt hatte. Das einzige, was – zumindest erst einmal – gegen den Tod von Weischlitz spricht, ist der Umstand, dass der Stahlarbeiter unsterblich zu sein scheint. So überlebte er bereits die Sprengung eines Hochhauses auf wundersame Weise.

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Die Story hinter der Story
Natürlich hat auch die vermeintlich fluffige Komödie aus Weimar einen ernsten Kern. So verriet Regisseur Gregor Schnitzler gegenüber Tittelbach.tv: „Für mich geht es um ‚Illusionen’. Menschen geben sich Illusionen hin und sehen oftmals nicht, was wirklich in ihrem Leben passiert. Menschen laufen Illusionen hinterher und tun Dinge, die sie nicht reflektieren können oder wollen. Dadurch entstehen gefährliche Situationen, die sie an den Rand ihrer Existenz bringen.“

Was taugt das Drehbuch?
Das Autoren-Team Murmel Clausen und Andreas Pflüger servieren eine meisterlichen Mix der Elemente. Höchst stilsicher wechseln sich die Spannungs- und Slapstick-Teile ab. Höhepunkt bleibt natürlich, wie bereits zuvor in den Ulmen/Tschirner-Filmen, die Pingpong-Dialoge zwischen den ermittelnden Eheleuten von der Kripo. Dem frotzelnden Ermittler-Duo setzten die Autoren das traurige Geschwisterpaar Siegried und Roy entgegen.

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Sind die Ermittler in Form?
Sehr sogar. Sie meistern spielend die dünne Linie zwischen sachlicher Krimi-Ermittlung und chaotisch-sympathischem Eheleben. Grundsätzlich leben sie jedoch vom tollen Buch und der wunderbaren Besetzung, die ihnen das (Schauspieler)Leben sehr einfach machen.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
„Von allen Bekloppten, die je in meinen Wohnwagen gekommen sind, bist Du das Maskottchen“. Die vermeintliche tschechische Prostituierte (Irina) entpuppt sich nicht nur als Weimer Mädchen, sondern auch als sehr ärgerliche junge Dame. Warum? Merken Sie sich nur die Zahlen 1, 8, 12, 15, 19 und 26

Der Satz zum Mitreden
„Gegen Roys Leben war die spanische Inquisition eine Bachblütentherapie“.

Fazit
Einfach einschalten, zurücklehnen und genießen. Der Ernst des Lebens holt Sie spätestens im Anschluss bei Anne Will wieder ein.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10
9

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Alle Kommentare

  1. Nein, ich musste nach rund 25 Minuten verzweifelt abschalten. Verkrampft locker, und darüber hinaus mit einer typischen deutschen Theaterschauspielerleistung. Affektiert ohne Ende, gehalten in reinem Bühnenhochdeutsch (immerhin ist Ulmen in einer Theateraussprache nicht so versiert) – da kommt meine ganze Verachtung für die Realitätsferne sogenannten Schauspiels zum Vorschein. Unerträglich, aber das sind leider die meisten deutschen Fernsehproduktionen. Bis zu den richtigen Zoten habe ich es so wohl leider nicht geschafft. Mit Sicherheit ein leise daherrieselnder, heiterer Streifen für Überfünfzigjährige – wenn man keine Maßstäbe des Kinofilms anlegt, sondern sich bewusst macht, dass halt auch irgendwer deutsche Standardschauspieler in Lohn und Brot setzen muss. An innovative Tatorte wie (zu Anbeginn) die der Thiel-Börne-Kombo, den Streifen “Das Dorf”, den erfrischenden Striesow-Erstlingsstreifen “Melinda”, den ersten Tatort mit Ulma und Tschirner sowie viele Filme der Polizeiruf-Reihe konnte dieser nicht anstinken. Überdurchschnittlich womöglich, aber bis Minute 25 über einem Durchschnitt, der die Betrachtung imho nicht ansatzweise lohnt. Nächsten Sonntag einfach mal ins Programmkino – wie wär’s?

  2. Was ist denn ein “Weimer”Mädchen? Meinen Sie “Weimarer”? Im Tatort wird gesagt, sie stamme aus Sachsen. Das wiederum ist eher nicht in Thüringen. Ist der Osten wirklich so kompliziert für Euch?

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