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Von wegen Listicles und Katzenbilder: Online-Leser wollen angeblich lange, gut recherchierte Geschichten

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"7 Dinge, die man über Donald Trumps Frisur wissen sollte" – eine Überschrift, an der alles "Klick-Garant" schreit. Doch tatsächlich kommen Listicles und Promi-Klatsch weniger gut an, als man vermuten könnte. Das will jedenfalls eine neue Untersuchung herausgefunden haben. Online-Leser schätzen demnach angeblich vor allem längere, tiefgründig recherchierte Beiträge, die neue Perspektiven bieten.

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Zu diesem Ergebnis kam die aktuellen Studie des American Press Institutes (API), für die mehr als 400.000 Artikel von 55 Publikationen analysiert wurden. Demnach bevorzugen die Leser vor allem eine tiefgründige und investigative Berichterstattung auf Eigeninitiative der Redaktion – und eben nicht schnell und leicht zu lesende Listicles, Katzenbilder oder Geschichten über Donald Trumps Frisur.

Das European Journalism Observatory (EJO) fasst die Ergebnisse zusammen: “Diese Beiträge erfordern zwar einen höheren Einsatz der Redaktion, machen sich aber durchaus bezahlt, denn sie zogen laut der Studie 48 Prozent mehr Leser an als andere und hatten 83 Prozent mehr Seitenaufrufe zur Folge. Weiterhin verwendeten Leser 39 Prozent mehr Zeit auf diese Beiträge und teilten sie mehr als doppelt so oft (103 Prozent).”

Die Studienergebnisse zeigen außerdem, dass auch die gängige Annahme, Texte müssten für die mobile Nutzung besonders kurz aufbereitet sein, nicht uneingeschränkt stimmt. Längere Beiträge mit etwa 1.200 Wörtern zogen 23 Prozent mehr Nutzer an und sorgten gleichzeitig für mehr Seitenaufrufe, eine längere Verweildauer und mehr geteilte Beiträge.

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API-Geschäftsführer Tom Rosenstiel erklärt: „Die Leser schätzen Qualität und Tiefgang und lesen eine gut erzählte Geschichte auch zu Ende.“ Zwar käme auch ein kurzer Artikel bei den Lesern gut an. Doch auch hier sei eigene Recherche und eine neue Sichtweise ausschlaggebend, so Rosenstiel. Selbst recherchierte Storys seien schließlich von Natur aus einzigartig.

Redaktionen, die effektiver über ein Thema berichten möchten, sollten nicht schlussfolgern, dass sie mehr darüber berichten sollten. so Rosenstiel. „Es bedeutet, dass sie anders berichten sollten.“

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Alle Kommentare

  1. Darum ist auch Bild.de ganz oben in IVW-Online, wg. der ausführlichen Artikel, im Netz verstehen halt viele nicht mehr als 140 Zeichen. Für viele ist Twitter fast schon zu komplex.

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