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Angriff auf Stiftung Warentest & Co.: Springer bringt Test Bild ab dem 27. Mai an den Kiosk

Verantwortlich für Test Bild: Springer-Manager Hans Hamer

Die Springer-Vermarktung haut schon einmal kräftig auf die Pauke: „Was wir machen, machen wir richtig“. Immerhin seien Bild, Computer Bild, Sport Bild oder auch die BamS die Nummer eins in ihren Segmenten. Ab dem 27. Mai soll ein neuer – potenzieller – Marktführer dazu kommen: die Test Bild. Der Verkaufspreis liegt bei drei Euro und die Druckauflage bei 300.000 Exemplaren. Erscheinen soll das Heft zunächst alle drei Monate.

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Die Verkaufsprofis von Media Impact preisen den Neuling vorab schon einmal als „perfekte Mischung aus kompetenten Testergebnissen und einer Integration von überprüften Käufer-Rezensionen zu aktuellen Produkten“ an. Tatsächlich soll das Heft damit punkten, dass nicht nur Fachleute bzw. eine Experten-Redaktion die einzelnen Produktgruppen testet, sondern dass das Magazin dazu jeweils noch echte Kundenrezensionen von Amazon.de, Idealo.de oder auch Mediamarkt.de dazustellt.

Insgesamt soll die erste Ausgabe rund 200 Tests umfassen. Die Titelgeschichte ist – laut Mediaunterlagen – „die zehn besten Kaffee-Vollautomaten“, zudem prüft die Redaktion Online-Fleischhändler und entlarvt „die Frühbucher-Lüge“ („zehn Online-Reiseportale im Test“).

Grundsätzlich beinhaltet das neue Magazin so unterschiedliche Kategorien wie Smartphones, TV-Geräte, Hochdruckreiniger oder Thermomixer.

Verantwortlich für das Projekt ist Hans Hamer, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Auto, Computer & Sport. Der Springer-Manager beschreibt das Projekt gegenüber MEEDIA als „Deutschlands einziges Magazin mit kuratierten Käuferrezensionen“. Außerdem verrät er, dass man über die weitere Erscheinungsweise entscheiden werde, „wenn uns die Resonanz aus dem Anzeigen- und Lesermarkt vorliegt, geplant ist eine Erscheinungsfrequenz von vier Ausgaben pro Jahr.“

Springer schielt mit dem Neuling auf einen attraktiven Markt. Die Nummer eins in diesem Segment ist das Test-Magazin der Stiftung Warentest. Im Jahr 2014 verkauften die Berliner durchschnittlich 440.000 Hefte pro Monat, wobei davon 380.000 auf Abonnenten entfielen. Damit erwirtschaftete die Stiftung nach eigenen Angaben einen Umsatz von 21,91 Millionen Euro. Dabei verzichten die Warentester auf den Verkauf von Anzeigen. Die Zahlen für das Jahr 2015 sollen erst im Mai auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt werden.

Für Springer ist das Projekt nicht neu. Vielmehr schlummerte es jahrelang im Wiedervorlage-Ordner der Verlagsmanager. In den Jahren 2006 und 2007 schraubte der Verlag schon einmal kräftig an einer Test Bild. Nach einer „grundlegenden verlegerischen Prüfung“ hatte das Management dem Projekt damals aber nur „geringe wirtschaftliche Perspektiven“ eingeräumt. Man befürchtete damals unter anderem, dass die Test-Ergebnisse so manchen Anzeigenkunden nicht gefallen könnten. Alleine in Hamburg kümmerte sich damals eine 20-köpfige Entwicklungsredaktion um das Konzept. Jetzt wagt Springer einen neuen Versuch und bringt das Magazin aus seinen Test-Laboren in die raue Kiosk-Realität.

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