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„Ein bisschen jünger und moderner“: die neue Neon im Mediaagenturen-Check

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Fast ein Jahr ist Nicole Zepter Chefredakteurin des Jugendmagazins Neon. Jetzt hat die ehemalige „The Germans“-Macherin den 2003 gegründeten „Stern“-Ableger mit der Mai-Ausgabe optisch und inhaltlich einer Kurskorrektur unterzogen. Mit dem Relaunch will die Journalistin das Magazin endlich aus dem tiefen Auflagental führen. Anlass für MEEDIA nachzufragen, wie der Umbau bei den Media-Agenturen ankommt.

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Neue Ressorts, die Schrift etwas schriller, das Layout flockiger, das Cover mit einem Rahmen verziert – Nicole Zepter hat sich mit ihrer Art-Direktorin Maja Nieveler einiges ausgedacht, um das kriselnde Magazin nach dem Weggang der Chefredaktion um Timm Klotzek und Michael Ebert wieder zum Verkaufsschlager bei den 25- bis 35-Jährigen zu machen. Doch Andrea Malgara, Geschäftsführer der zu Serviceplan gehörenden Mediaplus Gruppe, ist Zepters Umbau zu wenig, um nachhaltig am Kiosk zu wirken:  “Wir sehen bei Neon keine großartige Veränderung. Der Titel wirkt jetzt ein bisschen moderner und jünger – aber ob Wendecover und ein neues Design gleich eine deutliche Änderung der Positionierung mit sich bringen, ist fraglich“, betont der frühere ProSiebenSat.1- und Sky-Vermarkter.

Auch andere Media-Agenturen sind trotz des vielversprechenden neuen Auftritts skeptisch, ob der Relaunch des Heftes von den Lesern goutiert wird. „Abgesehen vom Online-Auftritt kann man den Machern der Neon wirklich keinen fehlenden Mut zur Veränderung unterstellen, um die als Zielgruppe nach wie vor hochinteressante Neon-Leserschaft zu begeistern. Doch ob das genügt, wird sich zeigen müssen, denn als Generalist wird es der Titel bei der zunehmenden Spezialisierung von Print-Titeln weiter alles andere als einfach haben“, meint Nicole Piontek, Print-Expertin bei Amplifi Germany. Für die Spezialistin war die Frischzellenkur längst überfällig. „Über 50% weniger Auflage seit 2011, ein hoher Abo-Anteil und ein schrumpfender Einzelverkauf – der Relaunch war also durchaus notwendig. Und durch ihn macht Neon im Zeitschriftenregal und auf dem Anzeigenmarkt auf jeden Fall auf sich aufmerksam“, betont die Managerin. So würde die aktuelle Ausgaben dem „Leser für 3,70€ eine vielversprechende Menge an Inhalt“ bieten, der sich noch dazu deutlich verändert habe.

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Gabi Flinzenberg, Deputy Director Activation Print bei OMD Germany, kritisiert vor allem das Medienhaus Gruner + Jahr. Das Hamburger Unternehmen habe bei der Vermarktung der neuen Neon-Ausgabe nicht das gehalten, was es zuvor öffentlich  versprochen hatte. „Der Relaunch der neuen Neon sollte laut Verlag mit einem „Marketing-Feuerwerk“ begleitet werden – wirklich aufgefallen ist uns dies nicht“, sagt die Expertin. Gruner + Jahr hatte nach eigenen Angaben unter anderem für große Print- und Online-Kampagnen ein Brutto-Werbevolumen von 580.000 Euro geplant.

Vom neuen Layout ist Flinzenberg angetan. Es wirke klarer und aufgeräumter. Das Magazin spreche zudem weiterhin deutlich die junge Zielgruppe 18+ an, die „in einer gesellschaftlich aufregenden Zeit lebt und ihre eigenen Vorstellungen von Bewegung hat.“ Inhaltlich sei Neon gut gemacht, ergänzt auch durch aktuelle Rubriken, wie beispielsweise den ‚Tindergarten‘. Dennoch bleibe nach Ansicht der OMD-Managerin abzuwarten, ob „Gruner es mit diesem Relaunch schafft, die junge, sehr online-affine Zielgruppe zurückzugewinnen und die deutlich sinkende Auflage zu stoppen“. Noch vor vier Jahren hatte die Bertelsmann-Tochter von der Zeitschrift 250.000 Exemplare verkauft. Aktuell bewegen sich die Verkaufszahlen bei 120.000 Stück.

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