Anzeige

„Extra3“ lästert über Böhmermann: „Wie ein Gangsterrapper, der sich von seiner Mutti mit Spucke die Backe saubermachen lässt“

Die Geister, die man rief. Vor drei Wochen brachte „Extra3“ den Streit „der Satiriker gegen Erdogan“ ins Rollen. Seitdem beherrscht kein anderes Thema derart die Berichterstattung. Am gestrigen Donnerstag lief die nächste „Extra3“-Sendung und siehe da: die fiesesten Spitzen bekam nicht Erdogan oder Angela Merkel ab, sondern Jan Böhmermann.

Anzeige

Zu Beginn merkt Moderator Christian Ehring an, dass man sich inzwischen immerhin in Woche drei der Erdogan-Debatte befinde und es eigentlich an der Zeit sei, sich wieder etwas zu beruhigen. „Es ist mir zu viel. Ich kann nicht mehr“.

Bildschirmfoto 2016-04-15 um 11.09.34

Die persönliche Erschöpfung hielt den NDR-Mann dann aber doch nicht davon ab, recht gehässig über einen ZDF-Kollegen herzuziehen. Beispiel:

Endlich wird einmal diskutiert, wo die Grenzen der Satire in Deutschland sind. Böhmermann, genial wie er ist, hat uns diese Grenze gezeigt. Die Grenze der Satire ist erreicht, wenn man als Satiriker Peter Altmeier um Hilfe bittet.

Einen Politiker um Hilfe bitten?

Da muss man sich entscheiden. Ist man jetzt der coolste Junge auf dem Schulhof oder trägt man dem Lehrer die Taschen? So wirkt das wie ein Gangsterrapper, der sich von seiner Mutti mit Spucke die Backe saubermachen lässt

Natürlich gab es auch Saures in Richtung des türkischen Ministerpräsidenten. So stellt Moderator Ehring eine neue spezielle Rechtsschutzversicherung für Satiriker vor: die ErdoCard. Zudem wartet er auf die neue „Kusch-Rock“-CD. Immerhin bestehe die Gefahr, dass Merkel vor den Türken kusche.

Bildschirmfoto 2016-04-15 um 11.07.24

Die Reaktion von „Extra3“ in Richtung Böhmermann lässt sich auch als eine kleine Retourkutsche verstehen. Immerhin erweckte die gesamte „Neo Magazin Royale“-Sendung, deren Höhepunkt, das mittlerweile gelöschte Schmähgedicht war, den Eindruck, dass man den lustigen NDR-Jungs mal zeigen wollte, wie richtig bissige Satire geht.

Ein wenig agiert Ehring nach dem Motto: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Allerdings ruft er auch zur „uneingeschränkten Solidarität“ auf. „Natürlich stehen wir alle geschlossen hinter Böhmerman“ – oder war das jetzt auch wieder Ironie?

Anzeige