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BuzzFeed über das „digitale Medien-Blutbad“ bei sich und anderswo

Buzzfeed-CEO Jonah Peretti
Buzzfeed-CEO Jonah Peretti

Die britische Financial Times berichtete diese Woche über einen deutlichen Umsatz-Dämpfer beim US-Digitalpionier BuzzFeed im vergangenen Jahr. Statt erwarteter 250 Mio. Dollar seien nur 170 Mio. erlöst worden. BuzzFeed selbst greift die Berichterstattung auf, nimmt auch noch weitere digitale Medienhäuser ins Visier und schreibt vom „digitalen Medien-Blutbad“.

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Der Bericht der Financial Times über die Umsatz-Rückgänge bei BuzzFeed, mithin einem der Vorzeige-Unternehmen der neuen Digital-Welt, sorgte für Aufsehen in der Branche. Noch schlimmer als die verfehlten Umsatzziele 2015 ist, dass die FT schrieb, die Umsatz-Prognose von BuzzFeed für das laufende Jahr sei von 500 Mio. auf 250 Mio. US-Dollar halbiert worden.

Diese Zahl wurde von BuzzFeed umgehend dementiert. BuzzFeed-Chairman Ken Lerer sagte dem Techportal Recode, dass BuzzFeed seine Umsatzprognose für das laufende Jahr nicht verändert habe. Im ersten Quartal 2016 habe man zudem die Ziele erreicht und sei zuversichtlich, im restlichen Jahr die Ziele zu übertreffen. Konkrete Zahlen nannte Lerer freilich nicht.

Bedenklich ist, dass die FT weiter schreibt, dass es unter Experten Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells Native Advertising gibt, auf das BuzzFeed sehr stark setzt. Bei Native Advertising werden Inhalte von Werbekunden gesponsert aber redaktionell aufbereitet. BuzzFeed gilt als Vorreiter dieser Werbeform. Das Problem dabei ist, dass Native Ads aufwändig zu erstellen und nicht skalierbar sind. Eine Native Ad ist teuer, funktioniert aber nur für einen bestimmten Kunden für eine bestimmte Buchung auf einer bestimmten Website.

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BuzzFeed selbst nimmt die FT-Berichterstattung zum Anlass, selbst über Probleme bei digitalen Medienhäusern zu schreiben.  Martialischer Titel: “Das digitale Medien-Blutbad: hunderte Jobs verloren”. Dabei wird auch die Fixierung zahlreicher Digitalmedien auf große Facebook-Reichweiten kritisch beleuchtet. „Es zeigen sich erste Risse, die Abhängigkeit von Plattformen bedeutet, dass sie ihre Kern-Identität verlieren“, zitiert BuzzFeed Rafat Ali, den Gründer und Chefredakteur von Skift, eine Fachinfo-Seite für die Reise-Industrie. Ali weiter: „Wenn man nur eine Marke in einem Feed ist, im Gegensatz zu einer Marke zu der die Nutzer hinkommen, dann holt einen das irgendwann ein.“

Das ist bemerkenswert, da BuzzFeed selbst sehr stark auf Facebook-Reichweite setzt. Aber auch traditionelle Medienhäuser haben so ihre Probleme mit der digitalen Expansion. Wie BuzzFeed weiter berichtet, hat Al Jazeera seine Dependance in den USA, die stark auf digitales Publizieren ausgerichtet war, komplett dicht gemacht. Und der britische Guardian, der mit hohen Investitionen in die USA expandiert ist, hat vor kurzem ein Sparprogramm inklusive dem Abbau von 250 Stellen verkündet.

Insgesamt, so BuzzFeed, seien von Digitalmedien in den USA in den vergangenen zwölf Monaten über 1.000 Stellenstreichungen verkündet worden. Branchenbeobachter fürchten, es werden weitere folgen.

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Alle Kommentare

  1. Kein Wunder. Native Advertising Kampagnen auf BuzzFeed sind sehr einseitig, qualitativ schwach und preislich teure Angelegenheiten. Es dauert eine Weile bis die Werbekunden kapieren, dass von den Kampagnen ausschließlich BuzzFeed von profitiert. Eine wahre Native Advertising Kampagne muss über den Radius eines Mediums und dessen eigener Reichweite hinaus funktionieren. Es genügt nicht Clickbaits als Native Ads zu verkaufen oder einfach nur die “eigene” soziale Reichweite anzuzapfen. Der Anspruch im Native Advertising liegt deutlich über den Grenzen von BuzzFeed. Die Variante, wie sie von BuzzFeed gefahren wird ist nicht auf Dauer haltbar.

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