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Klambt wehrt sich mit juristischen Mitteln gegen Bauers Magazin-Neuling Olivia

Klambt-Chef Lars Rose, Grazia Cover
Klambt-Chef Lars Rose, Grazia Cover

Die familiengeführte Klambt Mediengruppe will sich gegen den von Bauer Media gelaunchten Titel Olivia juristisch zur Wehr setzen. Zudem plant das Magazinhaus nach der Übernahme diverser Programmtitel von Springer/Funke künftig im Digitalgeschäft stärker Fuß zu fassen. So hat sich Klambt an diversen Start-ups engagiert. Ein MEEDIA-Gespräch mit Klambt-Chef Lars Rose.

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Herr Rose, im People- und Lifestyle-Segment wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Bauer Media Group bläst mit dem Magazin-Neuling Olivia frontal zum Angriff gegen die von Klambt und Gruner + Jahr gemeinsam produzierte Zeitschrift Grazia. Ist dies eine Retour-Kutsche von Bauer, um Gruner+ Jahr zum Rückzug von Frei! aus dem Markt zu zwingen?

Ich kenne die Motivation der Bauer Media Group nicht. Bauer hat als einziger Player bereits zwei neue Hefte auf einen sehr vollen Markt gebracht. Warum das Unternehmen jetzt einen weiteren Titel an den Kiosk bringt, ist mir ein Rätsel. Doch wer Olivia neben Grazia liegen sieht, weiß, worum es bei diesem Test wirklich ging. Nach unseren Erkenntnissen ist das Magazin nur noch vereinzelnd verfügbar und zum Teil bereits ausremittiert.

Ausremittiert – warum so schnell?

Wenn sie einen One-Shot in einen wöchentlichen Markt drücken, ist klar, dass das Heft nicht acht Wochen lang in den Regalen liegt. Es ist daher verständlich, dass ein solches Magazin schnell vom Handel ausremittiert wird.

Sie haben sich zu dem Bauer-Vorstoß Olivia in einer Pressemitteilung zwar ironisch geäußert und den Titel als ein gut gemachtes Plagiat hingestellt. Dennoch: Wollen Sie hiergegen gerichtlich vorgehen?

Es gibt hierzu zwei Ebenen. Die erste ist: Grundsätzlich sehen alle Verlage Wettbewerb sportlich. Wettbewerb ist etwas Positives. Er zeigt, dass wir eine lebendige Branche sind. Doch alle Verlage wissen: Großartige neue Printtitel werden wir alle nicht mehr erfinden. Die Unternehmen testen deshalb ihre Grenzen aus. Und die Frage ist dabei. Wie nah stoßen die Unternehmen dabei an ihre Grenze. Das wollten wir mit unserer Pressemitteilung auf ironischer Art ausdrücken. Es ist aber verständlich, dass es noch eine andere Ebene geben muss. Sie sieht vor, dass wir juristisch eine Grenze ziehen müssen.

Das heißt. Es gibt ein Rechtsfall?

Ja, Olivia ist ein Plagiat zu Grazia. Wir haben daher in Abstimmung mit dem Lizenzgeber Mondadori eine einstweilige Verfügung gegen die Bauer Media Group verfügt, dies künftig zu unterlassen. Der Fall ist aber noch nicht abgeschlossen.

Warum?

Es gibt die Möglichkeit des Beklagten, hiergegen vorzugehen. Daher kann ich zum endgültigen Ergebnis noch nicht viel sagen.

Sie haben mit der Bauer Media Group ein Joint-Venture bei der Freizeitwoche. Belastet der Olivia-Vorstoß nicht hier ihre geschäftliche Zusammenarbeit?

Zum Glück nicht. Das Joint-Venture besteht seit 2004. Wir halten an dem Gemeinschaftsvorhaben zwar nur 20 Prozent. Doch die Redaktion findet in unserem Hause in Baden-Baden statt. Wir stimmen uns eng mit Bauer ab und arbeiten hier freundschaftlich zusammen. Und dies erfolgreich. Die Freizeitwoche mit einer wöchentlichen Auflage von 450.000 Stück ist eine markant wirtschaftliche Einheit. Sie sehen also: Eine Zusammenarbeit ist möglich, auch wenn man Wettbewerber ist.

Die verkaufte Auflage von Grazia ist mit 140. 000 Exemplaren so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Der Einzelverkauf sank um 16 Prozent auf mehr als 46.000 Stück. Wie wollen Sie der Auflage wieder Schwung geben?

Zunächst. Grazia ist ein Fashion-Weekly, das im Umfeld der People-Hefte liegt. Es gibt kein anderes Fashion-Weekly. Und andere Fashion-Titel haben keine wöchentliche Frequenz. Wie alle Wochentitel unterliegt aber auch Grazia einem gewissen Auflagendruck. Wir wissen dies und steuern dagegen. Wir haben daher mit Claudia ten Hövel, die sich gerade noch im Mutterschutz befindet, und Klaus Dahm, der die Chefredaktion interimistisch leitet, unser Titel-Konzept geändert.

Und wie sieht dies aus?

Wir haben seit Jahresanfang wieder mehr Fashion-DNA aufgenommen. Dass heißt: Wir versuchen auf dem Cover unseren Lesern noch mehr klar zu machen, dass wir ein hochwertiges Luxusprodukt sind, das im wöchentlichen Rhythmus erscheint. Das Konzept wird aus unserer Sicht von den Lesern und Anzeigenkunden sehr gut angenommen. Wie sich der neue Heftkurs aber auf die Auflage niederschlägt, kann man nach zehn Ausgaben noch nicht sagen. Die Auflage ist für uns ohnehin nicht die relevante Maßstab. Grazia ist in 23 Ländern eine wahre Love-Brand. Uns kommt es dabei auf 1000 bis 2000 zusätzlich verkaufte Exemplare nicht an. Zudem ist Grazia ein Juwel in der Vermarktung. Wir haben mit dem Titel im vergangenen Jahr brutto einen Anzeigenumsatz von 21 Millionen Euro erzielt.

Ihr größter Coup war im April 2014. Damals haben Sie von der Funke Mediengruppe beziehungsweise Axel Springer ein Portfolio an Programmzeitschriften (Funk Uhr, Bildwoche) erworben. Damit halten Sie einen Marktanteil von 10 Prozent. Leiden die Print-Titel nicht darunter, dass das TV-Angebot – gut aufbereitet – bereits im Netz zu finden ist?

Mit dieser Frage haben wir uns natürlich vor der Akquisition sehr stark beschäftigt. Ich glaube, dass es schwierig ist, junge Zielgruppen für dieses Segment zu begeistern. Sie schauen wie meine Tochter kaum noch Fernsehen, sondern suchen sich ihre Bewegbild-Inhalte bei YouTube. Doch auf der anderen Seite gibt es noch viele ältere Menschen, die treue Leser sind und seit Jahren eine Programmzeitschrift kaufen. Wir sehen daher für unseren Titel bei den Absatzentwicklung keine nachlassende Kurve. Im Gegenteil. Wir haben es sogar geschafft, den Auflagenrückgang bei großen Titeln wie Funk Uhr und Bildwoche abzufangen.

Viele Verlage versuchen, TV-Zeitschriften mit mehr redaktionellen Inhalten jenseits der Fernsehwelt aufzupeppen. Ist das ein Trend, dem sie folgen?

Wir haben ein Portfolio erworben, das sich im Segment der Frauen-TV-Zeitschriften bewegt. Nehmen Sie eine FunkUhr. Das ist eine Frauen-Service-Zeitschrift, ähnlich wie Lea, Lisa, Laura, die als beratende Frauen-Titel gelten. Dies stützt unsere Verkäufe. Sollte sich also eine Frau nicht mehr für den Programmteil interessieren, dann bleibt ihr noch der gutgemachte Mantel mit vielen Servicethemen. Wir sehen für unser Produkt-Portfolio keine Not, es aufzupeppen. Dies mag bei mehr männlich-geprägten 14-tätigen TV-Titeln anders sein.

Welche Programmies werfen Licht und Schatten auf ihre Ertragsrechnung?

Hier sehen wir viel Licht. Wir haben das Programmtitel-Portfolio finanziert gekauft. Der einzige Schatten ist, dass wir die schönen Erträge nicht alle an uns ausschütten können. Denn wir müssen die Kredite noch einige Jahre zurückzahlen. Dies machen wir aber schneller als wir anfangs vorhatten. Geht dies so weiter, haben wir in drei bis vier Jahren alle Verbindlichkeiten zurückgeführt.

Sie haben jetzt die Videoplattform Programmheft myPG gestartet, die ihre Schwester Ingrid Rose leitet. Wie passt dies in ihr TV-Segment?

Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen, das ich und mein Bruder in sechster Generation leiten. Und wir haben große Lust, das Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben. Damit stellt sich aber die Frage, wer wird in 15 Jahren noch Programmtitel kaufen. Und: Wie viele Titel wird es dann noch am Markt geben? Da blicke ich dann auf meine Kinder, die wie gesagt, kaum noch linear Fernsehen schauen. Sie sind 12 und 15 Jahre alt und surfen lieber auf You Tube.

Daher ihr Vorstoß mit myPG?

Ja, die Kids kennen das YouTube-Universum genau. Sie wenden hier viel Zeit auf, um sich aus einer großen Menge an Bewegtbildern freie und interessante Videos anzusehen. Doch unser Angebot ist nicht an sie adressiert. Es gilt der Generation 30 plus. Denn es gibt immer mehr Menschen zwischen 30 bis 60 Jahren, die Bewegtbilder im Netz konsumieren. Sie haben aber keine Zeit, von morgens bis abends auf YouTube zu surfen. Für sie haben wir diese Plattform entwickelt. Die Redaktion kuratiert die Bewegtbilder aber nicht nach einem Algorithmus. Wir suchen hier die witzigsten Videos mit Seele und Verstand aus.

Und wie wollen Sie damit Geld verdienen?

myPG ist für die User kostenfrei. Vorerst geht es uns darum zu verstehen wie der User die App nutzt. Erst dann integrieren wir diverse Vermarktungsmöglichkeiten. Hierfür sind wir mit mehreren Online-Vermarktern im Gespräch. Zudem ist myPG ein Start-up, das noch nicht viel Geld kostet. Hier arbeiten in Berlin bislang fünf bis zehn Leute im Schichtbetrieb – von morgens um sechs bis nachts um 24 Uhr.

In der EU wird derzeit diskutiert, bei Bewegtbildern Presseunternehmen mit TV-Gesellschaften gleichzustellen. Welche Gefahren birgt dies für Pressebetriebe?

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Dies birgt riesige Gefahren. Ich habe mich seit Längerem mit dem Thema Audiovisuelle Richtlinie beschäftigt. Hierzu hatte ich mit dem Geschäftsführer des Europäischen Zeitschriftenverbands einen Termin beim EU-Internet-Kommissar Günther Oettinger. Denn es kann nicht angehen, dass Verlage mit ihrem Bewegbild-Content großen staatlichen Medien gleichgestellt werden. Diese Unternehmen sind gebühren-, wir Presseunternehmen privatfinanziert. Bei uns ist Bewegbild-Content eindeutig als Zusatz-Content zum redaktionellen Angebot zu werten. Es kann daher nicht sein, dass es mit Angeboten öffentlich-rechtlicher Medien gleichgeschaltet wird. Dagegen wehren wir uns mit aller Kraft. Denn wenn sich Presseunternehmen künftig alles von den Landesmedienanstalten genehmigen lassen müssen, ist das Zensur.

Erstmals 2015 hat die Klambt Mediengruppe die Programmies voll konsolidiert. Wie hat sich dies auf ihren Umsatz ausgewirkt?

Derzeit sind noch die Wirtschaftsprüfer im Haus, um den Abschluss für 2015 zu erstellen. Deswegen kann ich Ihnen noch keine genauen Angaben machen. Nur so viel. Unser Umsatz wird von 104 Millionen in 2014 auf rund 120 Millionen Euro in 2015 klettern. Auch unsere Ebitda-Marge wächst: Sie wird nach vorläufigen Angaben von zwölf auf 15 Prozent steigen.

Können Sie den Umsatz auf Anzeigen- und Vertriebsbereich aufschlüsseln?

Die Klambt Mediengruppe ist ein Unternehmen mit starken Wurzeln im Vertrieb. Rund 85 Prozent unserer Erlöse erzielen aus diesem Geschäftsbereich. Damit fühlen wir uns in der derzeitige Situation am Medienmarkt ausgesprochen wohl.

Werfen wir einen kurzen Blick auf ihre Vermarktung. Was erwarten Sie für 2016 in ihrem Segment?

Schauen wir auf unser Zeitschriften-Portfolio, sind wir sehr stark im Pharmamarkt aktiv. Dies liegt an unserem Massenmarkt-Portfolio bei TV- und Frauenzeitschriften. Unser Anzeigengeschäft konnten wir 2015 gegenüber dem Vorjahr ausbauen. Im 1. Quartal 2016 haben wir gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal noch einmal deutlich zugelegt. Dies liegt an der Spezialentwicklung auf dem Pharmamarkt. Es ist ansonsten kein Geheimnis. Märkte wie Beauty, Kosmetik, Fashion sind in Deutschland derzeit ein taffes Geschäft.

Erzielen Sie auch mit digitalen Geschäften nennenswerte Umsätze?

Unser Digitalumsatz ist mit einem Anteil von einem Prozent am Gesamtumsatz noch sehr gering. Er wächst aber stetig, wenn auch auf kleinem Niveau. Das Geschäftsfeld wird aber auf absehbare Zeit keine entscheidende Rolle in unserem Gesamtergebnis spielen. Dennoch planen wir, den Bereich auszubauen.

Zu ihren Expansionsplänen gehört dann wohl der Start von „idee für mich“, einem Online-Portal für Glück und Inspiration. Zu den Themen zählen hier Beauty, Reise, Wohnen, Ratgeber und Gesundheit, alles Ressorts, die auch die Webseiten anderer Frauentitel anbieten. Wodurch sticht ihr Angebot hervor?

Wir sind ein Verlag, der ein breites Themenspektrum abdeckt. Es lag daher auf der Hand, unsere gedruckte Kompetenz auf eine größere Digitalplattform auszudehnen. So stellen künftig alle unsere Print-Titel dem neuen Online-Portal Inhalte zur Verfügung. Einer unserer Schwerpunkte ist hier Medizin. Wir sind zwar kein fachmedizinischer Verlag. Wir gehören aber zu den Privathäusern in Deutschland, die die meisten Medizinseiten veröffentlichen. Hier verfügen wir über eine hohe Kompetenz. Zu den Themen des Portals gehören aber auch Servicethemen wie Food, Reise und Beauty, sowie Glück und Work-Life-Balance.

Wie finanzieren Sie das Angebot?

Hier setzen wir auf eine crossmediale Vermarktung. Unsere Anzeigenpartner hatten seit Längerem verlangt, ob wir ihnen nicht auch mehr Inventar im Internet anbieten können. Dies tun wir nun mit Idee für mich.

Thema Bezahlinhalte. Sie haben vor geraumer Zeit OK!Daily, eingeführt, ein kostenpflichtiges Angebot. Wie hat sich dies entwickelt?

Es ist die Aufgabe aller publizierender Häuser, Online-Nutzer dazu zu bewegen, für gut gemachte Nachrichten und Unterhaltung im Netz zu zahlen. Dies war auch unsere Absicht bei OK!Daily. Das Angebot hat sich jedoch nicht so entwickelt wie ursprünglich erhofft. Wir werden deshalb hier unseren Fokus wieder verstärkt auf unser kostenfreies Hauptangebot lenken.

Viele Verlage investieren jenseits des Printgeschäfts in digitale Geschäftsmodelle. Sie haben sich am Berliner Start-up Insenio beteiligt, einem Online-Shop, der Inkontinenz-Produkte für Erwachsene vertreibt. Wollen Sie andere Geschäfte neben Print starten?

Print ist heute eines unserer wichtigsten Geschäftsfelder. Wir haben eine große bundesweite Versicherungsagentur, die nichts mit Print zu tun hat. Uns gehören Radiobeteiligungen, die nichts mit Print zu tun hat. Wir sind also ein kleiner mittelständischer Mischkonzern. Doch in 20 bis 25 Jahren wird Print nicht mehr eine so große Rolle spielen wie heute. Es ist deshalb unser natürliches Anliegen, dass wir die Klambt Mediengruppe breiter aufstellen. Wir werden aber sicherlich keine Schrauben verkaufen. Wir wollen in digitale Plattformen investieren, sei es in e-commerce-Firmen oder in anderen Bereichen, zu denen wir thematisch eine gewisse Affinität besitzen

Daher jetzt Kontinenz-Produkte?

Produkte für Inkontinenz sind ein riesiges Geschäft. Er betrifft nicht nur alte Menschen, sondern auch Schwangere oder Menschen mit Prostata oder seelischen Problemen. In Japan wurden vorletztes Jahr erstmals mehr Windeln für Erwachsene als für Kinder verkauft. Wir haben uns deshalb aus zwei Gründen mit 50,1 Prozent an Insenio beteiligt. Zu einen, weil Jonas Schmieder als früherer Kollege der Klambt Mediengruppe das Berliner Unternehmen betreibt. Zum anderen, weil es ein Gesundheitsthema betrifft. Zudem verspricht die Firma großes Wachstum. Sie erzielt auf Basis des heutigen Wochenumsatzes wenige Monate nach dem Start bereits einen hochgerechneten Umsatz von 1 Million Euro p.a.

Haben Sie für Insenio eine eigene Lagerlogistik aufgebaut?

Ja, die Logistik erfolgt über unseren Standort in Speyer. Dort haben wir genügend Platz. Den Versand wickeln wir klassisch über DHL ab. Wir verhandeln derzeit mit größeren Logistikpartnern, um die Distribution auszubauen. Zudem wollen wir weitere Unternehmen aus der Wertschöpfungskette als Investoren gewinnen.

Wollen Sie in weitere Start-ups investieren?

Ja. Wir haben uns vor einigen Monaten an einer jungen Firma namens Tales of Taste beteiligt. Ihr erstes Projekt ist eine virtuelle Weinmeta-Suchmaschine, die den Namen vinoa.de trägt. Denn wir glauben, dass Wein ein gutes Geschäft ist.
Doch das Weinangebot im Web ist riesig und unübersichtlich. Suchen Sie beispielsweise einen Weißburgunder, finden sie hierzu im Netz 40.000 Ergebnisse. Wir wollen mit der Internet-Plattform helfen, das Weinangebot im Web zu ordnen, zu verlinken und Kunden zu beraten. Verdienen wollen wir mit dem Unternehmen Geld, indem wir vorhandene Wein-Shops verlinken. Wir arbeiten bereits bundesweit mit 40 Shops zusammen. Unser Angebot umfasst seit Kurzem 40.000 Weine.

Ist das alles?

Nein, vor Kurzem haben wir uns an Define Media engagiert, einem Content-Vermarkter aus Karlsruhe. Das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt im Gesundheitsbereich. Wir halten zudem Anteile an einer Shobbits GmbH in München. Das Unternehmen ist eine Sozial-Media-Agentur, die auch als Ticket-Vermarkter für Schlagerstars und Merchandising arbeitet. Da schließt sich wieder der Kreis zu unserem Print-Geschäft, beispielsweise mit Berichten über Stars aus der Volksmusik-Branche. Sie sehen, wir beteiligen uns nur an Web-Firmen, die in unser Themensegment passen. Dabei investieren wir in einer frühen Phase, da uns nicht so viel Kapital zur Verfügung steht – wie Konzernen.

Die Klambt Mediengruppe ist auch am Radio engagiert. Sie halten an Radio RocklandPfalz einen Anteil von 25,74 Prozent und an Radio Regenbogen (bigFM) von 3,7%. Wollen Sie dieses Segment ausbauen?

Ja, das würden wir gerne. Radio hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut behauptet. Denn Radio ist ein Medium, das nicht unter der Digitalisierung leidet. Ich will hier jetzt keine Produktwerbung betreiben. Doch ich höre gern Radio über mein SONOS-Sound-System – und das bequem mittels W-LAN in allen Zimmern unseres Hauses. Es zeigt mir also, dass Radio dauerhaft eine stärkere Bedeutung haben wird. Wir sind deshalb offen für Beteiligungen, die sich uns bieten.

Zu ihrem Portfolio gehören auch diverse Presse-Großhandelsbetriebe. Viele der mittelständischen Familienbetriebe wollen sich von ihrem Geschäft trennen. Nutzen Sie die Gunst der Stunde, um Grossisten aufzukaufen?

Ja, viele familiengeführte Pressegrossisten wollen sich aus ihrem Geschäft zurückziehen. Das liegt vor allem an den Absatzrückgängen. Ich habe daher großen Respekt für die Entscheidung vieler Familienunternehmer, wenn sie ihr Unternehmen verkaufen wollen. Denn viele Inhaber betreiben ihre Geschäfte bereits seit Jahrzehnten. Wir werden uns hier aber nicht stärker engagieren. Denn es gibt ein gewisses Verständnis oder Moratorium zwischen Grossisten und Verlagen. Es sieht vor, dass sich Verlage zum Schutz der Pressefreiheit nicht stärker an Grossisten beteiligen sollten.

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    “Die Auflage ist für uns ohnehin nicht die relevante Maßstab.”

    “Wir haben mit dem Titel im vergangenen Jahr brutto einen Anzeigenumsatz von 21 Millionen Euro erzielt.”

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