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„Ich finde Ihr Gedicht gelungen“: Springer-CEO Mathias Döpfner schreibt offenen Unterstützer-Brief an Jan Böhmermann

Während die Türkei offenbar einen Strafprozess gegen Jan Böhmermann erwartete, erhält der ZDF-Moderator Unterstützung von Mathias Döpfner. In klaren und deutlichen Worten äußert sich der Springer-Chef in einem offenen Brief. „Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht.“

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In der Welt am Sonntag veröffentlichte der Verlags-Boss seine Unterstützungsnote. Darin heißt es:

Dass Ihr Gedicht geschmacklos, primitiv und beleidigend war, war ja – wenn ich es richtig verstanden habe – der Sinn der Sache. Sie haben doch einfach alle beleidigenden, insbesondere alle in der muslimischen Welt beleidigenden Stereotype zusammengerafft, um in grotesker Übertreibung eine Satire über den Umgang mit geschmackloser Satire zu machen.

Weiter schreibt Döpfer, dass hierzulande eigentlich eine von Tucholsky geprägte Tradition der Meinungs-, Kunst- und Satirefreiheit gebe. Vor allem wenn es um Provokationen religiöser, christlicher Gefühle geht, gehe in Deutschland alles. „Sie, lieber Herr Böhmermann, mussten nun lernen, dass andere Maßstäbe gelten, wenn es um türkische Spitzenpolitiker geht. In Deutschland brach eine Art Staatskrise aus, nur weil Sie Herrn Erdoğan als „Ziegenficker“ bezeichnet haben“.

Der offene Brief endet mit dem Postskriptum:

Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen. Vielleicht lernen wir uns auf diese Weise vor Gericht kennen. Mit Präsident Erdogan als Fachgutachter für die Grenzen satirischer Geschmacklosigkeit.

Währenddessen berichtete der Tagesspiegel, dass der türkische Botschafter in Deutschland in einer Verbalnote an das Auswärtige Amt deutlich gemacht habe, dass die Türkei einen Strafprozess gegen den Komiker erwarte. Die Bundesregierung wiederum will deren Inhalt „sorgfältig und so zügig wie möglich prüfen“.

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