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International Journalism Festival in Perugia: Bällebad war gestern

Mark Heywinkel berichtet aus Italien für MEEDIA vom International Journalism Festival in Perugia
Mark Heywinkel berichtet aus Italien für MEEDIA vom International Journalism Festival in Perugia

Wie klappt es denn nun endlich mit der Innovation im Journalismus? Am dritten Tag des International Journalism Festivals in Italien stellt Guy Degen eine spannende Methode vor, um Inspiration fürs Neue zu gewinnen: Spielen mit Lego-Steinen.

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Von Mark Heywinkel

Nach Temperaturen von annähernd 30 Grad regnen am dritten Festivaltag dicke Wolken über Perugia ab. Statt Armbändern bieten die Straßenverkäufer nun Regenschirme an, in den Vortragssälen des International Journalism Festivals wird es enger und stickiger. Doch die gute Stimmung der Medienkonferenz hält an, die Diskussionen werden reichhaltiger.

Am Morgen setzt sich ein Podium intensiv mit Podcasts auseinander. Dafür ist unter anderem Nick Quah aus den USA angereist. Mit Hot Pod“ liefert der ehemalige Business-Insider- und Buzzfeed-Redakteur den wichtigsten Newsletter zum Thema. Aus Belgien ist Borja Rojano gekommen, um seine kürzlich gestartete Seite Tapewrite vorzustellen, die er als „Medium für die Ohren“ beschreibt. Francesco Bascieri zeigt seine Plattform Spreaker. Der Dienst soll als Produktions- und Vertriebskanal für Podcaster dienen. Die Runde ist sich einig: Podcasts stehen noch am Anfang ihrer Evolution, in den kommenden Jahren werden wir in diesem Bereich viel Neues hören.

Francesco, der Titel eurer Session mutete zunächst sehr gestrig an: In den USA ging der Podcast-Trend bereits 2014 mit Sarah Koenigs Krimireihe „Serial“ los. Ist das Thema in Italien noch nicht angekommen?
Francesco Bascieri: Wenn es um Podcasts geht, hinkt Italien noch hinterher. Bei iTunes findet sich in den Top 10 entweder die digitale Form von terrestrischem Radio oder eben US-Shows wie „Serial“. Das bedeutet aber auch, dass es in Italien noch ein großes Potenzial gibt. Italien ist kein First-Mover, wenn es um Medien geht, aber wir holen schnell auf, und ich glaube, dass hierzulande bald viele spannende Podcast-Formate entwickelt werden.

Wo kommt diese Begeisterung für Audio-Formate auf einmal her?
Die Wahrnehmung und Nutzung des Mediums hat sich zum Positiven verändert. Als Podcasts geboren wurden, musste man sein Endgerät mit dem Computer synchronisieren, um sie hören zu können, das war ein lästiger und umständlicher Prozess. Smartphones haben das viel einfacher und praktischer gemacht. Und jetzt finden die Leute heraus, dass es spannende Inhalte in Podcast-Form gibt, die man im traditionellen Radio nicht findet.

Wieso sind gerade im Podcast-Bereich Innovationen möglich?
Podcasts eignen sich besser, um mit Formaten zu experimentieren, weil das Risiko geringer ist. Podcasting ist die natürliche Evolution des Mediums Audio in einen digitalen Distributionskanal. Ich bin sehr sicher, dass wir in Zukunft Live-Podcasts und andere neue Formen von Inhalten sehen werden, Podcasts werden um mehr Genres wie Talkshows oder Morningshows ergänzt. Was wir heute als Podcasting verstehen, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Mit Spreaker schafft ihr eine neue Plattform sowohl für Content-Produzenten als auch für ihr Publikum. Was kann Spreaker besser als iTunes, das bis dato die wichtigste Plattform fürs Podcasting ist?
iTunes hat Podcasts über die Jahre beflügelt und wachsen lassen, aber die Software hat zwei große Probleme, die das weitere Wachstum des Marktes verhindern. Erstens funktioniert iTunes nur mit Apple-Produkten, Android-Nutzer müssen sich nach Alternativen umsehen. Und zweitens gibt das Tool Inhalte-Produzenten keine Möglichkeit, Inhalte zu produzieren. Man muss seine Dateien sogar auf einem anderen Server hosten, um sie bei iTunes einzustellen. Mit Spreaker wollen wir eine vollständige Podcasting-Plattform schaffen. Wir wollen Produzenten auf der einen Seite helfen, Inhalte herzustellen und zu veröffentlichen, und auf der anderen Seite wollen wir Nutzern dabei helfen, spannenden Content zu entdecken. Spreaker soll das Equivalent zu Plattformen wie WordPress und Tumblr fürs gesprochene Wort sein.

Am Nachmittag lockt Guy Degen knapp 40 Festivalbesucher mit bunten Lego-Steinen zu einem der abgelegenen Vortragsorte. Der freie Journalist ist mit 30 Kilogramm Klötzchen angereist, um einen kurzen Einblick in das Workshop-Konzept Lego Serious Play zu geben, das 1996 von einem der Lego-Chefs entwickelt wurde.

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Bällebad war gestern: Die Klötzchen sollen dabei helfen, Probleme etwa in Organisationsstrukturen zu visualisieren und neue Ideen zu entwickeln. In drei Übungen sollen die Teilnehmer zunächst ihrer Social-Media-Identität eine Steinchenform geben, später kreieren sie in kleinen Teams gemeinsam ihre Idealvorstellung eines innovativen Newsrooms. Drei Stunden dauern solche Seminare in der Regel, die Degen von Berlin aus regelmäßig gibt. Beim #ijf16 reicht die Zeit nur für einen 90-minütigen Schnelldurchlauf. Der Funke springt allerdings über: Die Teilnehmer verlassen den Workshop mit einem breitem Grinsen im Gesicht, das auch das schlechte Wetter nicht verschwinden lassen kann.

Mark Heywinkel besucht das International Journalism Festival in Perugia mit der Masterklasse des Studiengangs Digital Journalism der Hamburg Media School.

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Alle Kommentare

  1. Wahnsinn wie vielfältig Bällebad Bälle so sein können 🙂 Das Bällebad macht jedem Kind aber sogar auch manch Erwachsenem – großen Spaß! Damit Ihre kleinen oder großen Kinder auch sicher im Bällebad spielen können, testen wir auf gefährliche Weichmacher, Speichel-und Schweißechtheit, TÜV Zertifikat und mehr.http://www.bällebad-test.de Viel Spass beim stöbern

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