Partner von:
Anzeige

Postillon schlägt Enthüllungsmedien: die Klick-Profiteure der Panama Papers im Social Web

Die Beiträge zu den Panama Papers mit den meisten Reaktionen im Social Web kamen gar nicht von der SZ
Die Beiträge zu den Panama Papers mit den meisten Reaktionen im Social Web kamen gar nicht von der SZ

Die Enthüllung eines Geflechts weltweiter Briefkastenfirmen in den so genannten "Panama Papers" sorgte weltweit für Schlagzeilen. Enthüllt wurde die Story unter Federführung der Süddeutschen Zeitung und dem Recherche-Verbund ICIJ. Im Social Web profitierte aber die Satire-Website Der Postillon am meisten von dem Interesse an den "Panama Papers".

Anzeige
Anzeige

Für MEEDIA haben die Content-Marketing-Experten der Content Fleet ausgewertet, welche Internet-Quellen aus Deutschland zwischen dem 3. und 7. April zu dem Stichwort “Panama Papers” das größte Social Engagement hatten. Das Social Engagement wird laut ContentFleet gemessen bei Facebook (Shares, Likes, Comments), Twitter (Retweets, Favs/Likes), Youtube (Views, Comments) und Instagram (Likes, Comments). Die Content Fleet wertet mit einer Software insgesamt 500.000 Datenquellen weltweit in Echtzeit aus. Hier nun die zehn Inhalte, die laut Content Fleet zu den “Panama Papers” die meisten Reaktionen im Social Web hervorgerufen haben:

  1. Der Postillon – “Ex-Angestellter von Briefkastenfirma: “Es war schrecklich eng und stickig” (ca. 23.000 Reaktionen)
  2. Sahra Wagenknecht auf Facebook “Wenn man sich die bisherige Berichterstattung zu den Panama Papers ansieht …” (ca. 15.000 Reaktionen)
  3. Business Punk: “Die #PanamaPapers – erklärt für einen Fünfjährigen” (ca. 8.000 Reaktionen)
  4. Sahra Wagenknecht auf Facebook: “Was lernen wir aus den Panama Papers?” (ca. 7.000 Reaktionen)
  5. Süddeutsche.de: “Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern und Prominenten in Steueroasen enthüllt” (ca. 7.000 Reaktionen)
  6. Spiegel Online: “Panama Papers: Nimm, was Du kriegen kannst!” (ca.7000 Reaktionen)
  7. Spiegel.tv: “Panama Papers: “Wie Mächtige und Prominente Steuern vermeiden” (ca. 4.000 Reaktionen)
  8. Die Zeit: “Frankreich: Panama Papers belasten rechtsextremen Front National” (ca. 3.000 Reaktionen)
  9. Zeit Online: “Panama Papers: Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern enthüllt” (ca. 3.000 Reaktionen)
  10. Transparency International auf Facebook: “The tremendous Panama Papers Investigation unmasks …” (ca. 3.000 Reaktionen)

Die Auswertung zeigt, dass das deutsche Medium, welches die “Panama Papers”-Story exklusiv ans Licht brachte, die Süddeutsche Zeitung, laut Content Fleet nicht die meiste Aufmerksamkeit bekam. Die drei Stücke mit den meisten Reaktionen waren mit dem Postillon ein Satire-Beitrag, mit Sahra Wagenknechts Facebook-Beitrag eine eher platte Medienschelte gegen “westliche Mainstreammedien” und mit “Business Punk” ein simpler Verweis auf einen englischsprachigen Facebook-Beitrag, der in einfachen Worten die Funktionsweise von Briefkastenfirmen erklärt. Alle drei Stücke sind im Vergleich zur aufwändigen Groß-Recherche der SZ schnell gestrickte Inhalte, die entweder witzig (Postillon), populistisch (Wagenknecht) oder erklärend (Business Punk) sind.

Dass es beim Publikum einen Bedarf an Erklärung gibt, legt auch nahe, dass es ein Spiegel-TV-Video, das erklärt wie Reiche Steuern vermeiden, in die Top Ten geschafft hat. Die eigentliche Enthüllungs-Story findet sich in dieser Liste “erst” auf Platz fünf und es ist sogar die einzige SZ-Story, die es in diese Top Ten geschafft hat. Eine meinungsstarke Spiegel Online-Kolumne von Jakob Augstein mit der pointierten Überschrift “Nimm, was Du kriegen kannst!” erzielte fast genauso viel Aufmerksamkeit, wie die Original-Story.

Anzeige

Der englischsprachige Facebook-Beitrag von Transparency International findet sich in der Liste, weil die Seite von Deutschland aus betrieben wird.

Zu teilweise ganz anderen Ergebnissen kommen die Social-Media-News-Charts von 10000 Flies. Sie werten aus, welche Inhalte deutschsprachiger Websites bei Facebook, Twitter und Google+ wie oft geteilt, geliket und kommentiert werden. Diese Interaktionen werden zu so genannten Flies addiert. In der 10000-Flies-Top-Ten zu den “Panama Papers” finden sich fünf Artikel der Süddeutschen – u.a. auf den Rängen 2 und 3.

1. Der Postillon: “Ex-Angestellter von Briefkastenfirma: ‘Es war schrecklich eng und stickig’” (23.000 Flies)
2. Süddeutsche Zeitung: “So reagiert Argentiniens Staatspräsident” (17.000)
3. Süddeutsche Zeitung: “Das sind die Panama Papers” (13.000)
4. Der Postillon: “Superreiche gezwungen, fünf Minuten nach neuer Steueroase zu suchen” (11.000)
5. Süddeutsche Zeitung: “Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern und Prominenten in Steueroasen enthüllt” (9.000)
6. NachDenkSeiten: “Die Massenmedien beschützen die westlichen Eliten vor den Panama Papers” (8.000)
7. Business Punk: “Die #Panamapapers – erklärt für einen Fünfjährigen” (7.000)
8. Spiegel Online: “S.P.O.N. – Im Zweifel links: Nimm, was du kriegen kannst!” (7.000)
9. Süddeutsche Zeitung: “Putins beste Freunde”  (5.500)
10. Süddeutsche Zeitung: “Mossack Fonseca: Die Firma” (4.500)

Reine Facebook-Einträge wie die von Sarah Wagenknecht werden von 10000 Flies nicht ausgewiesen und gemessen. Trotz der Unterschiede in den beiden Top Tens, vorn liegt auch hier die Briefkastenfirma-Satire des Postillons.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia