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Coup im Magazinmarkt: Verleger Jan Wickmann kauft Ex-Focus-Ableger “Schule”

Jan Wickmann kauft Schule
Jan Wickmann kauft Schule

Jan Wickmann, Sohn des ehemaligen Gruner + Jahr-Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann, hat in Hamburg mit „Junge Familie“ und „Kinder“ ein kleines Zeitschriftenreich aufgebaut. Jetzt erwirbt er den ehemals unter der Burda-Marke Focus gegründeten Ableger Schule.

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Überraschend hatte der Münchener Burda-Verlag Anfang 2013 das Familienmagazin Focus Schule eingestellt – und das nach fast einem Jahrzehnt. Damit wollte sich jedoch Heftmacher Mathias Brüggemeier nicht abfinden. Im Zuge eines „Chefredakteurs MBOs“ führte er die Zeitschrift im Eigenverlag Woerterwelt unter dem Namen “Schule” fort. Jetzt hat der Journalist den sechsmal im Jahr erscheinenden Titel verkauft. Gestern informierte er die Redaktion über den Besitzerwechsel. Erwerber ist Jan Wickmann, Sohn des früheren Gruner +Jahr-Zeitschriftenchefs Rolf Wickmann. Er will den Sitz der Schule-Redaktion weiterhin in München belassen. Auch Mathias Brüggemeier soll unverändert Chefredakteur bleiben.

Für den norddeutschen Jungunternehmer passt die Akquisition genau ins Portfolio seines Verlagshauses Junior Medien, das nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Stammsitz des Spiegel-Verlags an der Brandstwiete entfernt liegt. „Mit Schule können wir Eltern lückenlos ins Schulalter ihrer Kinder begleiten“, erklärt Wickmann, geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter der Junior Medien GmbH & Co. KG, seine Strategie. Richtet sich das von ihm verlegte Magazin ‚Kinder’ an Schwangere und Eltern mit Zöglingen bis zu zwei Jahren, deckt die Zeitschrift ‚Junge Familie‘ die Interessen von Eltern mit Vorschulkindern bis zu sechs Jahren ab.

Mit dem Neuwerb spricht Wickmann, selber Familienvater, nun Eltern schulpflichtiger Kinder bis zu 16 Jahren an. Geplant ist, das frühere Burda-Blatt mit der nächsten im August erscheinenden Ausgabe einer Schönheitskur zu unterziehen, die vor allem den Einzelverkauf steigern soll. „Wir werden Schule optisch relaunchen, um vor allem den Kioskverkauf deutlich zu steigern“, sagt Wickmann. Als Zielmarke hat er hier rund 7.000 Exemplare im Blick, weitere 10.000 Stück gehen an Abonnenten. Der Copypreis soll unverändert 4,95 Euro betragen.

Mit dem Magazin-Trio Junge Familie, Kinder und Schule hofft der Geschäftsmann auf mehr Werbekunden. Vor allem sieht er für den früheren Focus-Ableger ein größeres Vermarktungspotenzial, das der bisherige Eigentümer Brüggemeier nicht ausreichend ausgeschöpft hat. „Wir erreichen mit unseren Junge Familie und Kinder viele Anzeigenkunden unter anderem aus der Automobilindustrie, der Pharma- und Gesundheitsbranche. Diese Kunden wollen wir auch für den Titel Schule gewinnen“, betont Wickmann.

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Besonders die Pharma und Gesundheitsindustrie hat der Magazin-Macher im Blick. Sie erreicht Wickmann vor allem mit seinem Verlagsflaggschiff Junge Familie, das in einer Auflage von 240.000 Exemplaren erscheint. Grund hierfür ist der besondere Vertriebsweg. Denn das Magazin geht an Gynäkologen, Hebammen oder Geburtskliniken. Sie drücken die Zeitschrift kostenlos in die Hände von Frauen, die entweder kurz vor der Entbindung stehen oder gerade das Mutterglück erfahren haben. Verteilt werden die Zeitschriften dabei in optisch ansprechenden Geschenkboxen, die mal rosa, blau oder grün sind. Ihnen beigelegt sind neben dem Magazin Produkt-Flyer, Gutscheine und Warenproben von Herstellern für Babynahrung und diversen Utensilien, die junge Mütter in den ersten Monaten nach der Entbindung für ihre Kinder benötigen.

Wickmann gilt in der Branche als ein umtriebiger Geschäftsmann. Zu seinen  vielfältigen Aktivitäten gehört Lektornet, ein Schluss-Redaktionsservice, den er mit seinem Partner Christian Krohn betreibt. Über die Online-Plattform www.lektornet.de können Verlagskunden Seiten hochladen und erhalten sie korrigiert zurück. Das Unternehmen betreut inzwischen rund 100 Magazine fast aller großen Verlagshäuser und gilt als eine Ertragsperle. Ein weiteres publizistisches Steckenpferd von Wickmann ist das „Deutsche Adelsblatt“, das Organ der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände. Zu den Anzeigenkunden gehören adelige Familien, die hier ihresgleichen über Geburten, Hochzeiten und Todesfälle unterrichten.

Öffentlich für viel Aufmerksamkeit sorgte vor vielen Jahren der Versuch des Unternehmers, den Kult-Comic Fix und Foxi am Markt wieder zu beleben. Trotz intensiver Bemühungen verlor der Titel massiv an Auflage und Anzeigen, sodass Wickmann das Kinderprodukt aus wirtschaftlichen Gründen einstellen musste.

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