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Investigativ-Journalisten im Daten-Nirwana: vom zweifelhaften Erkenntniswert der Panama Papers

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Die Panama Papers in der Süddeutschen Zeitung

Die unter Federführung der SZ veröffentlichten „Panama Papers“ sind auf den ersten Blick einer der größten Scoops des internationalen, investigativen Journalismus. Weltweit machen die Enthüllungen über dubiose Finanzgeschäfte und Briefkastenfirmen einer Kaste von Superreichen und super Einflussreichen Schlagzeilen. Tritt man aber einen Schritt zurück, mehren sich Fragezeichen: Was wird hier eigentlich enthüllt? Was sind die Konsequenzen der Enthüllungen? Und in welchem Verhältnis stehen der Erkenntnisgewinn beim Publikum und die PR-Wirkung für die beteiligten Medien?

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In der Medienwelt sind sich ziemlich alle ziemlich einig, dass die „Panama Papers“ eine verdammt große Sache sind. 400 Journalisten! 2,6 Terabyte Daten!, 11,5 Millionen Dokumente! 214.000 Offshore-Firmen! 100 Medien! Wladimir Putin (bzw.: sein Freund)!, der isländische Staatschef! Lionel Messi! So ist es überall zu lesen und zu hören und zu sehen. Nur: Was ist die eigentliche Aussage, was ist der Kern der „Panama Papers“-Story? Es gibt diese Kanzlei in Panama, die sehr viele Briefkastenfirmen für alle möglichen Leute, darunter auch Prominente und Politiker, verwaltet. Ah ja. Wo genau das Geld herkommt, was genau damit geschieht, bleibt zunächst im Ungefähren. Es reicht den meisten Medien aus, Worte wie „Briefkastenfirma“ oder „Offshore“ in den Raum zu stellen und mit mehr oder minder prominenten Namen in Verbindung zu bringen, schon scheint die Beweisführung, dass da schmutzige Geschäfte im Gange sind, abgeschlossen.

Dass der argentinische Fußballstar Lionel Messi ein Problem mit der Steuer hat, war freilich schon vor den „Panama Papers“ bekannt. Nun taucht sein Name in Zusammenhang mit einer Briefkastenfirma in den Akten einer dubiosen Kanzlei auf. Das ist ohne Zweifel interessant, vor allem für die Steuer- und Strafverfolgungsbehörden. Aber ist das für sich genommen ein welterschütternder Skandal?

Oder Wladimir Putin. Der Name des russischen Präsidenten taucht in den Panama Papers nicht auf, wie auch die SZ schreibt. Dafür aber der Name eines alten Freundes und langjährigen Weggefährten Putins. Weil der aber nicht so bekannt ist, arbeiten die Medien, allen voran die Süddeutsche, eifrig mit dem Gesicht Putins. Noch nie sei man dem russischen Präsidenten „so nah“ gekommen wie hier. Und aus einer Animation mit vielen Zahlen bildet sich eine Zeichnung, die in der Mitte Putin zeigt. Der Eindruck, der hier erweckt wird: Putin zieht die Fäden, der Russe ist mal wieder der Böse. Weil man sich dieses Vorwurfs bewusst war, wird darauf hingewiesen, dass auch der frühere ukrainisch Präsident Poroschenko in den Panama Papers auftaucht. Der indirekte Vorwurf gegen Putin hat aber als Narrativ deutlich mehr Sex-Appeal.

Wo genau das Geld herkommt, das das auf den Konten und bei den Firmen des Putin-Vertrauen, des Cellisten Sergej Roldugin, lagert, man scheint es nicht zu wissen. Womöglich wurde u.a. mit diesem Geld ein Ski-Resort bei St. Petersburg gekauft, in dem Putins Tochter später ihre Hochzeit feierte. Das mag stimmen und es mag auch alles irgendwie korrupt und dubios sein, zumindest nach den westlichen Maßstäben. Aber ist das wirklich so eine Überraschung? Putin stand auch schon bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Verdacht, allerhand krumme Dinger gedreht zu haben. Solche Vorwürfe gegen den russischen Präsidenten können richtig sein oder auch nicht, ein neues Licht auf ihn werfen sie nicht.

Es wirkt eher so, als ob die Geschichte hinter den „Panama Papers“ die eigentliche Geschichte ist. Das Datenleck selbst scheint die weitaus größere Story zu sein als das, was das Leck zu Tage fördert. Die Story von zwei wackeren SZ-Journalisten, zu denen ein anonymer Informant Kontakt sucht, der ihnen ganz uneigennützig ein riesiges Daten-Konvolut überlässt. Ein Informant der selbst im Dunkeln bleibt, ebenso wie dessen Absichten. Im Gespräch mit der österreichischen Zeitschrift Falter sagt Bastian Obermayer, neben Frederick Obermaier einer der beiden maßgeblichen SZ-Journalisten, auf die Frage, was sie über die Motivation des Informanten wissen:

Wirklich wissen können wir das nicht. Aber die Darstellung, die wir von der Quelle haben, erscheint uns plausibel. Jemand hatte – auf welchem Wege auch immer – Gelegenheit, einen Blick in diese Firma zu werfen, und hat gesehen, dass dort Schweinereien vor sich gehen. Und dieser Jemand wollte das stoppen. Es gibt gute Gründe, das zu glauben. Wenn uns jemand instrumentalisieren hätte wollen, um bestimmten Personen zu schaden, hätten wir auch nur ganz bestimmte Teile der Daten erhalten. Aber nicht 2,6 Terabyte. Das ist nicht mehr steuerbar, weil niemand weiß, worüber wir am Ende schreiben.

Muss das so sein? Wenn in einem Datenberg hunderttausende, ja Millionen Dokumente über unbekannte Personen stecken, ist es dann wirklich so eine Überraschung, dass sich Journalisten in erster Linie auf die bekannten Namen stürzen? Also auf Staatschefs und Prominente? Schließt allein die Menge der Daten schon aus, dass hier handfeste Interessen dahinterstecken könnten und müssten Journalisten dieser Frage nicht mit etwas mehr Nachdruck nachgehen?

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Die „Panama Papers“ rufen Erinnerungen wach an frühere Leaks, die sich mit dubiosen Finanztransaktionen befasst haben. Vor den „Panama Papers“ waren die so genannten „Offshore Leaks“ der größte Fall und auch da waren die SZ und das Internationale Konsortium für Investigativen Journalismus (ICIJ) dabei. Was waren noch gleich die Folgen der damaligen Enthüllungen? Wissen Sie das noch? Oder besser gefragt: Was waren die wesentlichen Enthüllungen von „Offshore Leaks“? Wissen Sie da noch was? War da nicht was mit Gunther Sachs?

In der Tat war der prominenteste Name der 2013 veröffentlichten „Offshore Leaks“ der der bereits 2011 verstorbenen Jet-Set-Legende Gunther Sachs, der in Offshore-Finanzplätze „verstrickt“ gewesen sein soll. Der Name Gunther Sachs war damals für viele „Offshore Leaks“-Schlagzeilen der Aufhänger. Dass Ermittlungen später ergaben, dass es bei den Steuerdaten von Sachs keine Unregelmäßigkeiten gab, machte dann am Ende weitaus leiser die Runde.

Damit soll keineswegs gesagt werden, dass die Daten von „Panama Papers“ oder „Offshore Leaks“ nicht korrekt oder irrelevant sind. Es ist nur so, dass die Stories, die diese Daten erzählen für das Publikum oft schwer greifbar sind. Größtenteils sind es außerdem Indizien-Stories, die finale Beweise schuldig bleiben und bereits herrschende Vorurteile bestätigen. Darum ist die Story dahinter leichter zu erzählen und für das Publikum interessanter. Die Radio- und TV-Sender berichten in der Regel nicht: „Freund von Putin hat Briefkastenfirmen“. Oder: „Präsident von Island hatte mal 50% an einer Briefkastenfirma“. Der Küchenzuruf lautet stets: „Größtes Datenleck der Welt!“ „400 Journalisten! 11,5 Millionen Dokumente!“

Dazu passt, dass die perfekt getimte Buch-Veröffentlichung „Panama Papers“ sich ebenfalls größtenteils um den Vorgang der Enthüllung dreht und weniger um das Enthüllte:

Alles beginnt in München. Zwei junge Reporter erhalten die Daten hunderttausender Briefkastenfirmen. Darin finden sie die vermögendsten, mächtigsten und reichsten Menschen der Welt. Die beiden Journalisten folgen den Spuren – mithilfe von 400 Reportern aus 80 Ländern – und stoßen auf die versteckten Milliarden von Präsidenten, Verbrechern und ganz normalen Superreichen.

So preist der Verlag Kiepenheuer & Witsch das Buch zum Skandal an. Es liest sich wie ein Klappentext zu einem Politthriller im Fernsehen. Mit den öden, möglicherweise illegalen Konto-Hin- und Herschiebungen lässt sich erzählerisch halt eher wenig anfangen. „Solche Daten sind das Gold des Journalismus“, schreibt die SZ an einer Stelle über die „Panama Papers“. Das trifft zu. Für allem für die Medien selbst.

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Alle Kommentare

  1. ja, bei näherer betrachtung kommt man den panamapapers eher mit der von sw hier veröffentlichtenskepsis näher – siehe mein kommentar schon zur ersten geschichte. im schwäbischen düfte man sagen: ein scoople . . .

    1. Es gehen wohl beide Schreibweisen: Nirvana und Nirwana. Mit “w” scheint es aber gebräuchlicher zu sein. Hab’s geändert. Danke für den Hinweis.

      1. Alldieweil die Überschrift offensichtlich deutsch sein soll, ist “Nirwana” korrekt. “Nirvana” ist die englische Übersetzung und, wie vom Vorredner richtig bemerkt, eben auch die Bezeichnung der gleichnamigen Band.

  2. Ich kann Ihnen da nicht so recht folgen. Wenn Staatsführer, den eigenen Staat missachten ist das doch die Freikarte für jeden Bürger gleiches zu tun, oder? Den Rest kann sich jeder selbst ausmalen…

  3. Also die Putin Geschichte ist halt einfach ein Megascoop, weil es endlich klare Beweise liefert für die mafiösen Strukturen in Russland, wo eine Clique den Staat gekapert hat. #Panamapapers schaffen es, dubiose Vorgänge einem der engsten Vertrauten von Putin zuzuordnen, der ganz offensichtlich nur ein Strohmann ist. Weiß nicht warum man das kleinreden oder madig machen muss?

    Und die gestrigen Leaks waren nur der Anfang, also einfach mal abwarten…

    1. Ach Harro. Für solche wie Dich werden derartige obskure Dinge aufgeblasen. Und was ist denn eigentlich so bedeutendes passiert?
      Offenbar arbeitslose Journalisten (400!) “recherchieren” Dinge, die von dem eigentlichen Fakt her lange bekannt sind.
      Und was “finden” sie? Keinen einzigen US-AMERIKANISCHEN Bürger und leider auch nicht Herrn Putin. Aber dafür muss dann sein “LIEBLINGS-Cellist” herhalten.
      Und auch keine Briefkästen mit CDU-SCHWARZGELD und nicht mal einen kleinen Briefkasten von Herrn Blatter.
      Wenn die Kanzlei sich richtig -ggf. juristisch – wehrt, wird das noch eine lustige Veranstaltung. Ansonsten kann man wetten, daß die ganze Story irgendwann und irgendwie ausplätschert.

  4. Sehr treffen ausgedrückt.
    Man ruft schonmal den ultimativen Skandal aus und in zwei Tagen erscheint das entsprechende Buch dazu.
    Und selbst jetzt nur Banalitäten.
    Es sei denn die Herrschaften sind empört, dass es für andere Menschen Treuhandkonten gibt; sowas wäre dann eine Neiddebatte und bei den selektiv Genannten handelt es sich ausnahmslos um Ausländer.
    Demnach wäre also vor dem aktuellen Hintergrund lediglich die Frage zustellen, ob bei der SZ und dem NDR, etc. mittlerweile auch nur stramme rechtsradikale Fremdenhasser ihr Unwesen treiben. Ist ja gerade in Mode.

  5. Ist es wirklich eine investigative journalistische Leistung graues Datenmaterial zugespielt zu bekommen?

    Viel spannender sind doch die Stories, die auf offenen Quellen basieren. Und selbst bei denen zeigt sich, dass Intermediäre oft im Dunklen tappen die eigentliche Brisanz zu verstehen oder zu kommunizieren. Es gibt so viele Skandale, die keine Konsequenzen hatten, weil sie von den Intermediären nicht richtig verstanden wurden oder schlichtweg technisch zu komplex waren. Man denke an den früheren Europaabgeordneten Lehne und der Artikel von Mary Jakoby im Wallstreet Journal Europe. Trotzdem wurde er wieder von seiner Partei aufgestellt. Null Konsequenzen. Ein Anti-Lobbyverband trollte ihn damit weiter, aber ohne die Schärfe der Darstellung, die zu seinem Rücktritt hätten führen müssen.

    Oder der damalige amerikanische Botschafter in Deutschland. Die Medien spielten die harmlosen “unvorteilhaften Einschätzungen” im Cablegate so laut, dass der aufgedeckte Skandal der Spionage bei den Koalitionsverhandlungen verpuffte und nur ein Mitarbeiter Westerwelles gehen musste; der Botschafter jedoch dreist im Amt blieb und sich sogar auf seine Mitarbeiter rausredete.

  6. Bislang nur Banalitäten, s. Kommentar oben trifft es. Nur weil jemand eine Briefkastenfirma oder Anteile daran hat, muss er keine Steuergelder hinterzogen haben oder dezidiert kriminelle Absichten haben. … Vielleicht wollte er sich auch nur ein paar Business Proposals oder Anfrageantworten einholen, und nicht wissen lassen, dass er/sie dahinter steckt. Und dass ein Vertrauter Putins .. ist LEIDER ebf kein Beweis für irgendetwas. Auch wenn ich auch glaube, da träfe es keinen Unschuldigen … Bin gespannt, ob wirklich noch etwas Belegbares herauskommt, außer sinnloser “Gerüchte”Rufmord an irgendwelchen Promis …

  7. Mich wundert zudem, dass ausgerechnet die SZ das Zentrum der durchgestochenen Daten bildet. Bei der weltweiten Dimension wäre mein Ansprechpartner die New York Times. Wenn die nicht will/kann: Guardian, Post u.a. – Warum also ausgerechnet die Süddeutsche und nicht die Zeit? Dafür wird es Gründe geben (müssen).
    Und kommen in den nächsten Tagen deutsche Namen ins Spiel?

  8. Wieso handelt es sich um eine “dubiose Kanzlei”, Herr Winterbauer? Briefkastenfirmen zu eröffnen ist in Panama nicht illegal. Aber da sehen Sie mal, wie schnell man im Zuge von halben und ganzen Wahrheiten selbst in Versuchung gerät, fremde Argumente zu den eigenen zu machen. Nur sollte man dann diese Praxis nicht anderen anlasten…

    1. Briefkastenfirmen sind fast nirgendwo illegal. Die USA beherbergt die meisten Off-Shore Firmen weltweit (Stichwort Delaware). Illegal wird es oft, wie und zu was diese Briefkastenfirmen benutzt werden.

  9. Die kritische Anmerkung ist ebenso berechtigt sie selbst etwas läppisch. Einerseits ist mit der Durcharbeitung der Millionen Dokumente noch keine komplette Story enthüllt. Läppisch, weil das gar nicht der Punkt ist und auch nicht zu erwarten ist. Journalisten sind ja weder Polizei noch mit staatsanwaltschaftlichen Befugnissen ausgestattet. Der “zweifelhafte Erkenntniswert” ist trotzdem nicht zweifelhaft für die Staatsanwälte, die ja auch bereits hier und da losziehen, weil die Papers in vielen Fällen wohl einen Anfangsverdacht und damit echte Untersuchungen begründen. Logisch, dass sich der “Erkenntiswert” erst nach jahrelangen Untersuchungen ergibt. Logisch auch, dass etliche “Meckie Messers” dabei sind, denen man nichts Gerichtfestes beweisen.
    Die Journalisten haben den Job, den sie tun konnten, nicht schlecht gemacht. Das Resultat ist eine Verunsicherung im Lager der internationalen Geldschieber, Unterschlager, Machtfinanzierer. Die chinesische Regierung, eine Top-down-Entscheidung, zensiert panisch. Der absolute Regent Putin zensiert ebenfalls. Die Recherchen sind also immerhin gründlich genug, um die Korrupteria nervös zu machen.
    Um den Vorgang historisch zu verstehen: Gab es vergleichbare Aufklärungsschocks früher? Kann mich nicht erinnern. Früher konnten Riesenräder gedreht werden, die höchstens in einzelnen Fällen ans Licht kamen, aber nie als schockartiger Dammbruch das Systematische der Schiebereien entblößten. Seit Banking nichts mehr weiter ist als vernetzte IT-Applikationen sind und Netztechnologien die Daten jederzeit “verflüssigen” können, fliegen immer öfter Korruptionskartelle auf. Neulich z.B. die Fifa. Das geht weiter. Selbstbedienungspolitiker werden deshalb nicht verschwinden, aber sie haben es erheblich schwerer, schattige Konstruktionen zu finden, die wirklich sicher sind. Von daher kann man den Erkenntniswert dieser Veröffentlichungen vermutlich erst in ein paar Jahren wirklich richtig einstufen. So wie bei Snowdon auch nicht die Publikation der Geheimpapiere an sich das große Ding waren (auch da gab es ja vor her schon Hinweise und teilweise auch genaue Schilderungen der Systeme), sondern die Folgen, die immer noch weitergehen.

  10. Auch bezeichnend, dass man bisher keinen USBürger bekannt gemacht hat.
    Die Süddeutsche und ihre Washington-Achse. So wird das nix mit dem “investigativen” “Journalismus”. Aber Quellenschutz und Pressefreiheit vorschützen und dabei sieht es eher nach nem Gefälligkeitsverhältnis zum militärischen-wirtschaftlichen Komplex aus. Das Sommerloch fängt 2016 aber früh an. Wobei in Libyen stehen schon Millionen Schlange, aber nicht das Merkel sich dazu auch noch äußern muss. Also … wo bleiben die bestellten, erfolgreichen Wirtschaftsdaten?

  11. Ev. war Panamapapers auch nur ein Trick oder Ablenkungsmanöver? So hat man 400 Investigativ-Journalisten immerhin ein Jahr gut beschäftigt. Wirklich überraschend sind die Erkenntnisse nicht. Die interessanteren Fragen sind: Welche Motivation hatte der Whistleblower? Warum hat er/sie sich (ausgerechnet) die Süddeutsche Zeitung ausgesucht? Hat er/sie eigentlich eine Vorauswahl der Daten getroffen oder stellen die Daten die Geschäftstätigkeit von Mossack Fonseca erschöpfend dar? Bisher wurden keine US-Kontakte enthüllt … Kommt das noch? Die Menge der Daten wird als der große Wurf dargestellt, dabei ist die Menge doch im Grunde irrelevant – außer, dass sie natürlich eine Menge Arbeit macht. Wie gesagt: ein Jahr gut beschäftigt …

  12. Sicherlich ahnte man schon vieles, aber man darf die Brisanz nicht unterschätzen, wir erhalten erst einmal einen ziemlich großen Einblick in die dunklen Gefilden des skrupellosen Anwaltskanzleien.
    Wir erfahren, wie solche Briefkastenfirmen bei kriminellen Geschäften nicht nur bei Steuerhinterziehung helfen.

    Die isländische Premier befindet sich in arger Erklärungsnot, David Cameron hat etwas zu erklären, für Poroschenko und Marie LePen gilt das gleiche, von einigen Kleptokraten ganz zu schweigen. Wenn das kein Skandal und kein Scoop ist, weiß ich auch nicht.

    1. Und wieder einmal nur Zweifel und viel Missgunst plus Neid auf SZ und Co statt klar zu sehen, wer alles sichtbar aufgeschreckt wurde, unter Garantie Hunderttausendfach dazu im Verborgenen grübelt im Wissen nichts ist mehr geheim…Erschütterungen bleiben, Anzeigen werden folgen, Rücktritte starten schon uvm. Ein netter Blick hinter den Vorhang, hätten alle Medien gern genommen, SZ vielleicht da Informant D ist oder Chef der Kanzler D. Wer weiss, investiger Journalismus aus D hat keinen so miesen Ruf. Aber wäre ja auch verwunderlich gewesen, wenn das grosse ABER und kritisieren plus Verschwörungseinschlag noch nicht mitteilungsbedürftig ihre Wege gefunden hätte. Zu würdigen, was da auch an Arbeit drin steckt ???! Für viele wie immer unmöglich.

  13. Ganz recht: Die beteiligten Medien feiern sich (selbst inszeniert) selbst. Mediale Vorverurtelungen, ohne dass bislang auch nur eine Straftat ermittelt werden konnte.

    Hat man aus dem Fall Wulff nichts gelernt?? Offenbar nicht!

    Im Falle der beteiligten ö-r Rundfunkanstalten ist das (zumindest nach dem, was bisher bekannt ist) Verschwendung der Beitragsgeldern.

  14. “Mich wundert zudem, dass ausgerechnet die SZ das Zentrum der durchgestochenen Daten bildet.”
    Oh, das haben wir doch jetzt zum dritten, vierten, fünften Mal innerhalb weniger Jahre serviert bekommen:
    Deutschland ist verstrickt. Der Rechercheverbund (sz, wdr, ndr) hat geheime Geheiminformationen … aus einer US-Quelle.

    Nachtigall, ich hör dir …

      1. Dann schauen Sie doch einmal ganz objektiv und mit Abstand die “scoops” des Rechercheverbundes an.
        Zuerst gab es die ADAC-Nummern um “credibility” zu bekommen und dann ging es los: Deutschland ist verstrickt … hat auch schon mal abgehört … der BND hat mitgemacht … etc.

        Und dann schauen Sie sich an, woher diese Informationen kamen. Die Quelle dürfte immer die gleiche gewesen sein. Besonders erheiternd, daß nun ausgerechnet Staassender (wdr, ndr) von den informanten als die richtige Adresse für regierungskritische Informationen identifiziert wurden. :-))

  15. Aus jeder Zeile liest man den blanken Neid!
    Gönnt den Leuten doch, für ein relevantes (-eres) Medium zu arbeiten anstatt seitenlang vergeblich zu versuchen die Arbeit anderer zu diskreditieren ohne selbst etwas zu produzieren.

  16. Also es müsste doch eigentlich auffallen, dass in erster Linie Personen hier benannt werden, welche schon vorher ob zu Recht oder Unrecht, (die absolute Wahrheit weiß niemand) jedenfalls jedweder Schelte durch den Westen ausgeliefert werden. Mir kann niemand erzählen, dass westliche Politiker, und andere westliche Prominenz mindestens genauso vorkommen. Aber das passt, und eine Mehrheit. Wie hier im Westen manipuliert wird, ist einfach nur noch unerträglich. Aber man strickt weiter an der Lebenslüge im Westen: “Wir seien die Guten” Merke wer mit dem Teufel speisen will, braucht einen langen Löffel.

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