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Panama Papers: Süddeutscher Zeitung gelingt größter Datenleak-Coup aller Zeiten

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Die Panama Papers in der Süddeutschen Zeitung

Sternstunde für die Süddeutsche Zeitung: Ein Jahr lang recherchierten Journalisten der Münchner Traditionszeitung zusammen mit am Ende 400 Reportern von 100 Medien (darunter auch NDR und WDR) aus 80 Ländern der Welt an einer der größten Enthüllungsgeschichten aller Zeiten – den "Panama Papers". Der gigantische Datensatz, der 11,5 Millionen Dokumente umfasst, legt die Korruption von Staatschefs, Unternehmen und Profisportlern in bisher nicht bekannter Weise offen.

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Es ist der Stoff, aus dem Hollywood-Filme sind: Ein Whistleblower gegen den Rest der Welt. Die Blaupause von Wikileaks findet nun sechs Jahre später ihre Fortsetzung in den Panama Papers – nur dass die Dimensionen weitaus größer sind. 1,7 Gigabyte war der Datensatz groß, der den Enthüllungen von Wikileaks zugrunde lag, 2,6 Terabyte sind es nun bei den Panama Papers – die 1400-fache Menge.

Die #PanamaPapers sind das größte Datenleck, mit dem Journalisten bislang gearbeitet haben. Alle Infos zum Leak: http://panamapapers.sueddeutsche.de/articles/56ff9a28a1bb8d3c3495ae13/

Posted by Süddeutsche Zeitung on Sunday, April 3, 2016

Die 11,5 Millionen Dokumente (Emails, PDFs, Kontoauszüge, Urkunden, Passkopien ) umfassenden Panama Papers wurden der Süddeutschen Zeitung vor rund einem Jahr von einer Quelle aus dem mittelamerikanischen Staat angeboten.

Alle Infos zum bislang größten Datenleck: http://panamapapers.sz.de/#PanamaPapers

Posted by Süddeutsche Zeitung on Sunday, April 3, 2016

Der anonyme Whistleblower übermittelte der SZ interne Dokumente der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca, die ihr Geld durch den Verkauf von weltweit operierenden Briefkastenfirmen verdient. Die Enthüllungen sind höchst brisant, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer großen Reportage schreibt:

Die Daten geben einen seltenen Einblick in eine Welt, die eigentlich nur im Verborgenen existieren kann. Sie belegen, wie eine globale Industrie, angeführt von großen Banken, Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern, die Besitztümer von Politikern, Fifa-Funktionären, Betrügern und Drogenschmugglern, aber auch von Milliardären, Prominenten und Sport-Stars in aller Verschwiegenheit verwaltet.

Die Panama Papers legen die fragwürdigen Geschäfte von 140 Politikern aus aller Welt offen – namentlich genannt werden etwa der Premierminister von Island, Sigmundur Davíð Gunnlaugsson und der Präsident der Ukraine, Petra Poroschenko. Auch das Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin gerät mit Transaktionen in Milliardenhöhe durch Briefkastenfirmen in Bedrängnis – Putin selber taucht allerdings namentlich nie auf.

Ins Rollen gekommen war die Enthüllungsgeschichte der Süddeutschen Zeitung, an der das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und Ende 400 Reporter von 100 Medien (darunter der NDR und WDR, die BBC, der Guardian, Le Monde) aus 80 Ländern der Welt mitwirkten, durch eine Botschaft an SZ-Reporter Bastian Obermayer, der eines Abends von einem gewissen “John Doe” (ein englischer Platzhaltername) gefragt wurde, ob er an Daten interessiert sei.

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Für den SZ-Reporter folgte daraufhin das “verrückteste Jahr meines Lebens”. Zusammen mit seinem Kollegen Frederik Obermaier geht Obermayer der Quelle nach und startet die Recherche seines Lebens, die ab Mittwoch auch in Buchform nachzulesen sein wird.

Making of Panama Papers2,6 Terabyte Daten, 11,5 Millionen Dokumente, 214.000 Briefkastenfirmen: Wie arbeitet man mit dem bislang größten Datenleck? Der Werkstattbericht. Mehr Infos: http://panamapapers.sueddeutsche.de/articles/56ff9a28a1bb8d3c3495ae13/#PanamaPapers

Posted by Süddeutsche Zeitung on Sunday, April 3, 2016

Whistleblower Edward Snowden adelte die Enthüllungen unterdessen als “größten Leak in der Geschichte des Datenjournalismus”:

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Alle Kommentare

  1. Wo war SPON gestern als die Meldung online überall zu lesen war…???

    Früher gingen solche Whistleblower zum SPIEGEL, dafür war er auch bekannt…, Dinge aufzudecken, wo sich andere zurück hielten, heute ein Schatten seiner selbst…!!!

    Ich frage mich immer wieder, wie die eigentlich überleben, nennen sich die Investigativen und stehen eigentlich hinten an…!!!

  2. Vorsicht, Vorsicht mit solch schäumenden Titeln. Ein Jahr Recherche sagt nichts über die Qualität und Richtigkeit sondern nur etas über die Dauer. Die SZ heimst den “Ruhm” ein, ist aber nur eines von zahlreichen Rädern im Getriebe einiger – offenbar von geheimer Hand – gesteuerter Interessenten. Wie der Spiegel bei der DFB-Story Zwanziger als Quelle nicht nennt, nennt die SZ ihren Informanten auch nicht – nur aus Gründen dessen Schutzes?! Dass Anne Will so freundlich war, sofort diese Sause auf Ihre Art zu präsentieren, offensichtlich voller Stolz und dazu sogleich Ihren geistigen Impitus G.G. dazu einlud – das ist öffentlich rechtlich gelenkterTalk: Man glaubt einem gewissen Trend, Tenor, einer veröffentlichen Meinungstaktik.

  3. Wenn ich meine Riester-Rente ausgezahlt bekomme, steht das Finanzamt schon mit offenen Händen und fordert seinen Anteil. Ich kann also nichts verheimlichen. Alleine könnte ich kein Konto in Panama, auf den Bahamas oder in Singapur eröffnen. Um diesen Sumpf der Kriminellen auszutrocknen, müssten die Banken und deren Mitarbeiter bestraft werden. Einfach mit dem doppelten Anlagebetrag. Das würde die kriminelle Idee zwar nicht unterbinden, aber manchen Mitarbeiter einer Bank zum Nachdenken bringen. Und dem Staat – wer ist der Staat? Das sind wir alle!!! – das geben, was ihm zusteht.

    1. Sie glauben das Märchen, dass wir alle der Staat sind? Stellen Sie sich den Staat als Bauernhof vor. Sie sind dort weder Bauer, Knecht noch Tierarzt. Ihre Rolle und die Ihrer Familie, Nachbarn und Kollegen besteht allein darin, gemolken und verwertet zu werden. Schöner Staat …

  4. Panama hat sich jahrelang durch Effizienz und Kompetenz bewährt. Die Gesetze gewährleisten den rechtsstaatlichen Schutz des Eigentums für In- und Ausländer gleichermaßen. Die Handels- und Zivilrechtsgesetze entsprechen westlichem Standard. Mit zweistelligen Zuwachsraten des Finanzsektors ist Panama Vorzugsziel von Anlegern weltweit. Panama verfügt über wichtige Vorteile: reinrassige Steueroase, privilegierte geographische Lage, modernes Finanzzentrum, vergleichsweise geringe Inflation und gute Flugverbindungen. Rund um den Globus machen immer mehr Investoren, Unternehmer und Vermögende von diesen Dienstleistungen Gebrauch. So, wie sie ihre Vermögen zunehmend international diversifiziert haben, versuchen sie nunmehr auch, ihre persönlichen Verhältnisse stärker international auszurichten und auf diese Weise, Risiken zu minimieren. Zum Beispiel durch Wohnsitznahme oder dem Erwerb einer (ökonomischen) Staatsbürgerschaft. Gerade wegen dieser evidenten Vorteile ist es aber auch für die meisten Interessenten z. B. aus Europa recht kompliziert geworden (denn meist kursieren mehr Mythen und Fehlurteile als reale Fakten bei deren Bewertung), den Zugang zu den geographisch abgelegenen Steueroasen zu finden. Hier bietet nicht nur die Kanzlei Mossack Fonseca ihre Dienstleistungen an.

    Es gibt aber auch noch weitere Steueroasen mit eigener Rechtsprechung, die nicht alle Standards der OSZE umgesetzt haben, bzw. umsetzen werden.
    An vielen Bankplätzen werden heute hinter vorgehaltener Hand die noch sicheren Steueroasen für jene Gelder genannt, die in den letzten Jahren von Schweizer, Liechtensteiner oder Luxemburger Bankkonten und Depots abgezogen wurden. Steueroasen ohne wirtschaftliche oder politische Allianzen mit Drittländern. In diesen Destinationen entfallen noch Meldepflichten und Datenerfassung und deren Souveränität ist die eigentliche Stärke die der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg etc. nicht mehr vorbehalten ist.

    Die Geldhäuser bieten die Übernahme großer Beträge an, die bislang vor allem in den Safes von Schweizer, Liechtensteiner oder Luxemburger Banken lagerten und ermöglichen so, die strategischen Privat- und Geschäftsziele einer weltweit tätigen und diskretionsbedürftigen Klientel, die sich nicht mit der staatlichen Überwachungsgesellschaft, die man Ihnen aufzwingen will, anfreunden kann, reibungslos umzusetzen. Großindustrielle zählen ebenso dazu wie wohlhabende Privatpersonen. Sie alle sind heute Nutznießer dieser erstklassig entwickelten Bank- und Finanzzentren und deren anonymen Dienstleistungen.

  5. Also auf Deutsch: der deutsche Zwangsgebührenzahler hat vielleicht mit seinem öffentlich-rechtlichen Zwangsbeiträgen dem Rechercheverbund SZ, NDR, WDR die finanziellen Mittel an die Hand gegeben, damit diese kriminelle Hehlerware aufkauft, ein Jahr rumrecherchiert und nun damit anfängt zunächst treudoof gegen einzelne zu veröffentlichen? Und dabei enden diese Meldungen ständig treudoof mit dem Hinweis, dass der Besitz eines Treuhandkontos nicht rechtswidrig ist. Und wo bleibt jetzt das Ergebnis? Das Poroschenko eine Marionette ist? Das haben die sog. Putin-Versteher schon vor einem Jahr gesagt. Alles wenig spannend. Aber erstmal dicke Backen machen.

  6. Viel Rauch um am Ende (wahrscheinlich) fast nichts. Aber man muss ja die Verschwendung von einem Jahr Arbeitszeit und reichlich Geld aus Gebührengeldern rechtfertigen.

    Und einige Leute, wie der lange pensionierte und sicher nicht für Peanuts von Honorar arbeitende Herr Lütgers, hatten ein paar schöne Reisen.

    Der größte Leak, vielleicht nicht quantitativ aber inhaltlich, bleibt der von Edgar Snowden.

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