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Kein April-Scherz: Neuer Lokalchef versetzt Weser-Kurier

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Der Bremer Weser-Kurier (WK) hat erneut Pech bei der Besetzung einer wichtigen Ressortleiterstelle. Nach dem schnellen Abgang der neuen Wirtschaftsressortchefin Kristina Läsker Mitte 2015 gibt es jetzt Probleme im Lokalen: Der designierte künftige Lokalchef Frank Werner hat den WK kurzfristig versetzt. Nach MEEDIA-Informationen hat er eine attraktivere andere Stelle gefunden.

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Von Eckhard Stengel

Es klingt nach einem Aprilscherz, ist aber keiner: Eigentlich sollte Frank Werner zum 1. April Nachfolger von WK-Lokalressortleiter Arno Schupp werden, der zum Jahreswechsel die Leitung der Lokalredaktion der Berliner Zeitung übernommen hatte. Doch der Neue hat es sich offenbar anders überlegt. Jedenfalls trat er seinen Dienst am Freitag nicht an, wie WK-Chefredakteur Moritz Döbler berichtet. „Extrem kurzfristig“ habe der 43-Jährige seine Absage mitgeteilt. „Er hat offenbar ein anderes Angebot erhalten, das er wahrnehmen möchte“, so Döbler zu MEEDIA, ohne Einzelheiten zu nennen. „Ich finde das bedauerlich, bin aber sicher, dass wir für die Führung dieses entscheidenden Ressorts zügig eine überzeugende Lösung finden werden.“ Im WK-Impressum steht vorerst weiterhin André Fesser als kommissarischer Lokalchef.

Frank Werner war seit 1. April 2011 Chefredakteur der Hamelner Deister- und Weserzeitung (Dewezet). Vorher hatte er an der Universität Bielefeld Geschichte und Germanistik studiert, wissenschaftliche Aufsätze über die NS-Zeit verfasst und ein Buch über Schaumburger Nationalsozialisten geschrieben. Er volontierte bei der Schaumburger Zeitung in Rinteln und stieg dort 2003 zum Chefredakteur auf, bevor er zur Dewezet wechselte. Während seiner Amtszeit erhielt die Zeitung 2013 den Deutschen Lokaljournalistenpreis in der Sparte Verbraucher. Für eine Stellungnahme war Werner am Freitag nicht zu erreichen.

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Keine Probleme hat der WK offenbar mit dem neuen Wirtschaftsressortchef Philipp Jaklin. Der frühere FAZ-Onlineredakteur hatte zum Jahreswechsel die Nachfolge von Kristina Läsker angetreten, der ehemaligen Wirtschaftskorrespondentin der Süddeutschen Zeitung für Norddeutschland. WK-Chef Döbler, selbst erst seit Januar 2015 im Amt, hatte die angesehene Journalistin im Frühjahr 2015 von Hamburg nach Bremen geholt. Aber schon nach drei Monaten trennten sich die beiden „im gegenseitigen Einvernehmen“ – möglicherweise, weil sie lieber wieder mehr schreiben als organisieren wollte. Nach einem Intermezzo als freie Wirtschaftsjournalistin arbeitet sie seit Januar als Redakteurin im Ressort Politik und Wirtschaft beim Stern.

Inzwischen steht fest, wohin Frank Werner wechselt: Zum 1. Mai wird er Chefredakteur des Magazins Zeit Geschichte. Er löst dort Christian Staas ab, der sich laut einer Verlagsmitteilung künftig komplett der Leitung des Geschichtsressorts bei der Zeit widmet, aber dem Geschichtsmagazin als Herausgeber verbunden bleibt. „War anders geplant“, twittert der im Stich gelassene WK-Chef Döbler. „Nun Special Interest statt Wirkung.“ Döbler scheint die Lokalzeitung der zehntgrößten Stadt Deutschlands also für relevanter zu halten als das Geschichtsmagazin der Zeit. Aber er wünscht Werner dennoch „viel Glück“.

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