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Gala Rebrush: mehr Meinung, mehr Inhalt und eine freche Katja Kessler-Kolumne

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Die Gala macht sich hübsch. Seit Herbst 2014 ist Anne Meyer-Minnemann Chefredakteurin von G+Js People-Zeitschrift. Jetzt legt sie einen ersten „Rebrush“ vor. Von einem Relaunch will man am Baumwall nicht sprechen. Die Herausforderung dabei: den anhaltenden Auflagenverlust stoppen und gleichzeitig den Star-freundlichen Grundton beibehalten. Und das in einem Segment, das um Marktanteile kämpft.

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So richtig renoviert wurde die Gala zum letzten Mal vor rund zehn Jahren. Damals noch unter dem Chefredakteur Peter Lewandowski. Jetzt ist es also wieder Zeit für die nächsten Veränderungen. Es ist jedoch eher ein neues Make-up, statt einer radikalen Typenveränderung. „Mit 20 braucht man noch keinen Facelift. Wir haben einen Rebrush gemacht“, erklärt Meyer-Minnemann gegenüber MEEDIA.

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Tatsächlich sind die Änderungen nicht so einschneidend, wie man im Vorfeld erwarten konnte. Immerhin kämpft das Magazin – wie allerdings auch das gesamte Segment – mit kräftigen Auflagenrückgängen, zudem sickerte durch, dass der ehemalige Stern-, aber auch Allegra-Chefredakteur Andreas Petzold bei den Umbau-Maßnahmen helfen sollte. Laut der Blattmacherin fungierte er als ihr Sparringspartner und nicht als Aufpasser.

„Wir haben etwas gemacht, was für unser Haus noch recht neu ist. Die Chef- und die Artdirektion haben eben nicht von oben herab entschieden, wie das neue Heft werden soll, sondern haben zum ersten Mal überwiegend auf unsere Leser gehört und dem Rebrush eine sehr große umfassende Marktforschung zu Grunde gelegt“, erklärt die Blattmacherin. Die Hamburger wollten wissen, was ihre Leser wirklich wollen und ob man mit dem aktuellen Konzept überhaupt noch bei ihnen sei. Mit einer gewissen Genugtuung konnten die Gala-Macher allerdings feststellen, dass die Befragungen ihr Tun bestätigten. „Die Marke Gala ist sehr stark. Zudem zeichnet sich die Berichterstattung nicht durch Häme aus, sondern ist wertschätzend“, sagt die Chefredakteurin. „All das schätzen unsere Leser sehr. Wir sind auf Augenhöhe mit den Stars. Dafür steht die Marke, wie keine andere im Segment“.

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Die Befragungen zeigten aber auch, dass es den Leserinnen an Überraschungsmomenten fehlte, dass der Lesestoff zu eindimensional sei und dass es ruhig mehr Inhalt geben könnte. Auf letzteres reagiert die Reaktion nicht mit längeren Texten oder mehr Seiten, sondern mit dem Kniff, dass man die News-Seiten nun kleinteiliger gestaltet. So bekommen die Gossip-Profis mehr Info-Happen und Klatsch-Stückchen auf die Seiten, was wiederum den Effekt hat, dass man den Leserinnen mehr News-Snacks anbieten kann.

Ebenfalls neu sind kleine Elemente wie die Immobilie der Woche. Zudem räumte die Artdirektion die Schriften und das Layout auf.

Besonders aufmerksamkeitsstark dürften zwei Veränderungen sein: Auf der Titelseite rückt das Logo nun von der Ecke in die Mitte und Katja Kessler bekommt eine neue Kolumne auf der letzten Seite.

Die ehemalige Society-Expertin der Bild soll sich jede Woche mit sehr spitzer Feder einen Prominenten vornehmen. Zum Start seziert die studierte Medizinerin erst einmal Oliver Pocher. Die Frau von Kai Diekmann soll der Gala helfen, als meinungsstark wahrgenommen zu werden. Denn, gerade auch im Vergleich zur Konkurrenz, steht die Gala nicht gerade für klare Kante.

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An der journalistischen DNA ändert sich erst einmal nichts. Die Hamburger hoffen, diese künftig aber besser herausarbeiten zu können. „Wir schreiben nicht böse und gehässig, nur weil einige Konkurrenten gerade so ein paar Hefte mehr verkaufen. Wir begegnen den Schönen und Reichen auf Augenhöhe und mit Respekt. Diesen Anstand erwarten und schätzen auch unsere Leser“.

Die Gala kam im letzten Quartal 2015 auf einen Gesamtverkauf von 310.322. Seit Jahren fällt die Auflagenkurve.

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Gala

Der Kampf gegen die schwindenden Auflagen sei keine leichte Aufgabe, sondern müsse mit jedem Titel, Woche für Woche aufs Neue ausgefochten werden. Hochzeiten und Babys laufen noch immer super. Auch große Events wie der Oscar oder die Bikiniausgabe im Sommer laufen immer gut. Die Herausforderung für Meyer-Minnemann und ihr Team besteht eher darin, den Alltag zu meistern und wieder mehr Leser davon zu überzeugen, Gala zu kaufen. „Ein verändertes Logo verkauft nicht mehr Hefte“, sagt die Blattmacherin. „Uns geht es vielmehr darum, die Gala insgesamt wieder attraktiver zu machen. Die Leser, die uns jetzt nur noch alle sechs Wochen kaufen, sollen einfach wieder häufiger zugreifen“.

Das bedeutet auch, dass die Hamburger an ihrem Themen-Mix aus deutschen Promis, internationalen Stars und Royals festhalten. Die Gala soll der Ort bleiben, an dem die Stars über ihre Themen sprechen können und sich dabei wohlfühlen. „Wir sind der verlässlicher Partner der Stars“, sagt Meyer-Minnemann. Auf die Frage, ob das die Leser stört, hat sie eine klare Antwort: „Der Leser kann sich bei uns sicher sein, dass es stimmt, was wir schreiben. Alleine schon, weil der Star es bei uns selbst sagt.“

Neben dem Rebrush beim Print-Heft wollen die Hamburger allerdings auch im Web kräftig Gas geben. Dort gilt es, wieder Boden zum großen Rivalen Bunte.de wett zu machen. „Online befinden wir uns im Angriffsmodus“. So bauten die Hamburger gerade die Netz-Redaktion aus und treiben die Verzahnung von Online und Print weiter voran. Im Vergleich zum gedruckten Heft darf die Ansprache im Web auch ruhig etwas frecher sein.

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