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RBB-Intendantenwahl: Entscheidung soll zwischen Volker Herres, Theo Koll und Patricia Schlesinger fallen

Die Kandidaten für die RBB-Spitze: Volker Herres, Patricia Schlesinger, Theo Koll (v.l.)

Nach 13 Jahren mit Dagmar Reim an der Spitze gibt es einen Führungswechsel beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der RBB-Rundfunkrat entscheidet am 7. April über die Nachfolge von Gründungsintendantin Dagmar Reim, 64. Die Entscheidung soll zwischen drei Kandidaten fallen.

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Zur Wahl stehen sollen ARD-Programmdirektor Volker Herres, 58, der Leiter des ZDF-Studios in Paris, Theo Koll, 58, sowie Patricia Schlesinger, 54, die Leiterin des Programmbereichs Kultur und Dokumentation beim NDR-Fernsehen. Ein Mitglied des 29-köpfigen Rundfunkrats, das namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte entsprechende Medienberichte. Die Findungskommission hat dem Rundfunkrat die Namen der ausgewählten Kandidaten vorgelegt. Reim hatte Ende vergangenen Jahres ihren vorzeitigen Rückzug aus privaten Gründen zum 30. Juni angekündigt.

Schlesinger und Koll wollten sich dazu nicht äußern. Herres war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Der RBB wollte mit Hinweis auf das vertrauliche Verfahren keinen Kommentar abgeben.

Rundfunkratsvorsitzende Friederike von Kirchbach sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie sei zuversichtlich, dass nächste Woche Donnerstag eine neue Intendantin oder ein neuer Intendant feststehe. Von Kirchbach, von der Evangelischen Kirche entsandt, leitete die zehnköpfige Findungskommission. Reims Nachfolgerin oder Nachfolger muss vom Rundfunkrat mit Zweidrittel-Mehrheit gewählt werden. Die Amtszeit des neuen RBB-Chefs beträgt dann fünf Jahre.

„Es ist eine gute Nachricht für den RBB, dass so hervorragende Kandidaten im Gespräch sind“, sagte Rundfunkratsmitglied Frank Zimmermann, medienpolitischer Sprecher der Berliner SPD-Fraktion. Offiziell wäre Reims Amtszeit erst im Frühjahr 2018 zu Ende. „Ich will und werde jetzt eine andere Priorität setzen – und die gehört der Familie“, hatte die Ehefrau, Mutter und Großmutter bei der Ankündigung ihres Rückzugs gesagt.

Reim hat im Jahr 2003 als Gründungsintendantin den aus ORB und SFB entstandenen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) aus der Taufe gehoben und harte Sparrunden durchgesetzt. In den Führungsetagen des Senders verdoppelte sie die Frauenquote. Reim ist derzeit neben Karola Wille vom MDR die einzige Senderchefin.

Der RBB ist der drittkleinste der neun ARD-Sender. Er hat knapp 2.000 Mitarbeiter. Zu den Aufgaben des neuen Intendanten wird es unter anderem gehören, wieder mehr Zuschauer für das unter niedrigen Einschaltquoten leidende Fernsehprogramm zu gewinnen und die Multimedialität des Senders weiter auszubauen.

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