Offener Brief an Donald Trump ist meistgeteilter Facebook-Post aller Zeiten

Donald Trumps Siegeszug geht auch nach dem dritten Super Tuesday in Folge weiter – und mit ihm der Widerspruch gegen den Multimilliardär. Auf Facebook formulierte der amerikanische Blogger und Journalist Brandon Stanton, der den Blog „Humans of New York“ betreibt, in einem Offenen Brief seine Vorbehalte gegen Trump und erntete dafür auf Facebook die meisten Shares aller Zeiten. Auch Hillary Clinton gefiel der Post.

Die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei rückt für Donald  Trump immer näher. Offen erscheint aktuell nur noch, ob der streitbare Multimilliardär vor dem Wahlparteitag  im Juli die absolute Mehrheit der Delegierten für sich versammeln kann (wonach es eher aussieht) oder in die Kampfabstimmung muss.

Die Aussicht auf einen möglichen Präsidenten Donald Trump schürt fast täglich immer größeren Widerspruch. Die Vorbehalte gegen den 69-Jährigen formulierte nun der Journalist und Blogger Brandon Stanton in einem Offenen Brief auf Facebook.

Stanton ist Gründer des extrem beliebten Fotoblogs „Humans of  New York„, in dem New Yorker Bürger ihre Lebensgeschichte erzählen – die Facebook-Seite bringt es auf bemerkenswerte 17 Millionen Likes.

An Open Letter to Donald Trump:Mr. Trump,I try my hardest not to be political. I’ve refused to interview several of…

Posted by Humans of New York on Monday, March 14, 2016

Mit der Unterstützung seiner Fans im Rücken überrascht es nicht, dass der nur 300 Worte lange Offene Brief auf Facebook jede Menge Zuspruch erhielt – das Ausmaß jedoch ist absolut bemerkenswert.

Nicht nur, dass der Post binnen der ersten 48 Stunden über zwei Millionen Likes einsammelte (darunter auch ein Like von Hillary Clinton) – er avancierte mit über einer Millionen Shares tatsächlich auch zum meistgeteilten Post in der Facebook-Historie. Grund dafür ist die Eindringlichkeit, mit der Stanton versucht, Trump den Spiegel seiner Wahlkampfrhetorik vorzuhalten:

Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Bilder retweetet haben. Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Lügen retweetet haben. (…)  Ich habe gesehen, wie Sie freudig zu Gewalt aufgerufen und versprochen haben, denjenigen, die Gewalt in Ihrem Namen begehen, die Anwaltskosten zu bezahlen. (…)

Stanton erinnert Trump daran, dass er trotz einer möglicherweise gemäßigteren Wahlkampfrhetorik nicht vergessen werde, wer der Multimilliardär wirklich sei:

Diejenigen von uns, die aufgepasst haben, werden nicht zulassen, dass Sie sich neu erfinden können. Sie sind kein „Vereiner“. Sie sind nicht „präsidial“ . Sie sind kein „Opfer“ der Wut, die Sie seit Monaten mit Freude entflammen. Sie sind ein Mann, der Vorurteile und Gewalt zu Ihrem Vorteil gefördert hat. Und selbst, wenn sich Ihre Worte in den nächsten Monaten auch ändern mögen, werden Sie immer bleiben, wer Sie sind.