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Ruf-Schädigung: Helmut Kohl verklagt Ex-Ghostwriter Heribert Schwan auf 5 Mio. Euro

Helmut Kohl (r.) hat Autor Heribert Schwan verklagt – und bekommt eine Million Euro Geldentschädigung
Helmut Kohl (r.) hat Autor Heribert Schwan verklagt – und bekommt eine Million Euro Geldentschädigung

Altkanzler Helmut Kohl will einem Zeitungsbericht zufolge ab dieser Woche mindestens fünf Millionen Euro Schadenersatz von seinem einstigen Ghostwriter Herbert Schwan erstreiten. Wie die Bild am Mittwoch schreibt, befasst sich das Landgericht Köln von Donnerstag an mit einer entsprechenden Klage des CDU-Politikers.

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Hintergrund ist die inzwischen verbotene Veröffentlichung brisanter Äußerungen des Altkanzlers über andere Politiker in Schwans Buch “Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle”. Die Höhe der Entschädigung richte sich nach der historischen Dimension des Vorgangs, dem Ausmaß der versuchten Geschichtsfälschung und dem irreparablen Schaden, heißt es “Bild” zufolge in der Klageschrift.

Die Argumentation der Kohl-Anwälte lautet demnach: “Es gibt keinen vergleichbaren Fall, in dem ein langgedienter Staatsmann in politischen Spitzenämtern eines Landes nach seinem Ausscheiden in gleicher Weise derart hintergangen und durch Rechts- und Vertrauensbruch derart öffentlich bloßgestellt, vorgeführt und verspottet wurde.” Die beantragte Entschädigungssumme sei nicht unverhältnismäßig – zumal Schwan dem Altkanzler im Herbst 2012, also zwei Jahre vor der Buchveröffentlichung, noch in einem persönlichen Schreiben versichert habe, kein “Enthüllungsbuch” zu schreiben.

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Das Oberlandesgericht Köln hatte im Mai 2015 die Veröffentlichung von 115 Kohl-Zitaten für unrechtmäßig erklärt. Das Buch von Schwan und Ko-Autor Tilman Jens darf deshalb in der ursprünglichen Form nicht mehr verbreitet werden. Die Zitate stammen aus Gesprächen, die Kohl vor mehr als zehn Jahren mit Schwan geführt hat. Auf der Grundlage dieser Gespräche schrieb der Journalist in Kohls Auftrag als Ghostwriter dessen Memoiren. Bevor der vierte und letzte Band erscheinen konnte, zerstritten sich beide. Schwan veröffentlichte daraufhin im vergangenen Jahr zusammen mit Jens das Vermächtnis-Buch.

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Alle Kommentare

  1. Wenn das Oberlandesgericht nun mal entschieden hat, das die Veröffentlichung von immerhin 115 Zitaten unrechtmäßig war, dann stehen Helmut Kohl für diese 115 Unrechtmäßigkeiten eben auch Schadenersatz zu, das ist dich wohl die logische Konsequenz aus dem Urteil.

    Ob es nun 5 Millionen werden oder ob man sich dann irgendwo in der Mitte trifft, wie regelmäßig bei den Tarifverhandlungen, das wird sich ja zeigen.

    Aber er darf doch erstmal für sich beziffern, wie hoch er den Schaden für sich selber einschätzt, wo ist da das Problem?

    Im Übrigens bin ich der Meinung, das Helmut Kohl einer der drei größten Kanzler war, die unser Land je hatte, neben Adenauer und Brandt.

    Helmut Kohl hat uns die Einheit gebracht. Nicht er ganz alleine, das ist schon klar aber ohne ihn hätte es sie bis heute nicht gegeben. Er war da und hat gehandelt, als alle anderen Politiker und auch die meisten links bewegten Journalisten versagt und verzögert haben.

    Kurz nach der Einheit gab es dann den Militärputsch in Moskau, da war das Fenster schon wieder zu.

    Ich werde ihm das nie vergessen, was er damals für uns und für unser Land getan hat und mir ist es dabei auch vollkommen egal, was die Bundesbedenkenträger von damals später alles an Schmutz über ihn auskippten.

    Er hat auch Fehler gemacht, keine Frage aber nur wer nichts macht, der macht auch keine Fehler. Seine Leistung wird damit nicht geringer, auch wenn einige das möchten.

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