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Verlags-Supervermarkter Score Media geht an den Start: heikler Job für Heiko Genzlinger

Neuer Chefvermarkter: Heiko Genzlinger
Neuer Chefvermarkter: Heiko Genzlinger

Ex-Yahoo-Deutschlandchef Heiko Genzlinger führt künftig den neuen Supervermarkter Score Media. Doch der 47-jährige Manager hat in seinem neuen Job viele Klippen zu bewältigen. Denn er steht vor einer Aufgabe, die ihm angesichts der heterogenen Gesellschafterstruktur des Vermarkters viel unternehmerisches Fingerspitzengefühl abverlangen wird.

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Von Gregory Lipinski

Ob die beiden RMS-Geschäftsführer Florian Ruckert und Alexander Sumpf, der frühere Burda-Vermarktungschef Andreas Schilling oder ehemalige Vermarktungschefs wie Martin Krapf und Jan Kühl – in den vergangenen Wochen kursierten viele Namen in der Branche, wer die Geschäftsführung des neuen nationalen Zeitungsvermarkters Lotus übernehmen soll. Nun wird es Heiko Genzlinger, ehemals Deutschland-Chef von Yahoo und bis vor kurzem noch CEO von Trademob, einem Anbieter von Mobile-App-Marketing. Auf den 47-jährigen Manager hätte wohl kaum einer getippt. Branchenkenner waren eher davon ausgegangen, dass sich die Zeitungsverlage der neu gegründeten Score Media Group einen namhaften Manager an ihre Seite holen, der deutlich mehr Vermarktungsluft geschnuppert hat.

Warum jetzt also einen Außenseiter? Offenbar hatten viele der durch einen Headhunter angefragten Top-Vermarkter kein Interesse, den heiklen Job anzunehmen. Und dies aus gutem Grund:  Denn Genzlinger steht vor schwierigen Aufgaben. Der Manager soll einen Supervermarkter leiten, der sich – anders als der Axel Springer/Funke-Vermarkter Media Impact – nicht aus wenigen, sondern einer Vielzahl von Einzelgesellschaftern zusammensetzt – nämlich den führenden Regionalverlagsgruppen der beiden bestehenden Vermarkter von Medienhaus Deutschland (MHD) und NBRZ – darunter beispielsweise Madsack, DuMont, Funke, Rheinische Post und Ippen.

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Genzlinger muss daher viel unternehmerisches Fingerspitzengefühl mitbringen, wenn er die verschiedenen Interessen der Regionalverlage unter einen Hut bringen will. Dabei kann er sich keine Fehler erlauben. Er würde ansonsten unzufriedene Gesellschafter schnell in die Hände von Konkurrenten wie Media Impact spielen. Denn MI lauert weiter, um neue Mandaten zu gewinnen, die die weiter bröckelnden Erlöse bei der Bild-Zeitung kompensieren könnten. Bereits im Vorfeld der Gründung von Score Media hatte sich MI-Chef Christian Nienhaus in Stellung gebracht. Er ließ nichts unversucht, das neue Konstrukt zu torpedieren und die Vermarktung von abtrünnigen Verlagsgruppen aus dem Lotus-Reich zu übernehmen.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem von Genzlinger. Score Media ist ein reiner Printvermarkter. Will das Unternehmen Werbetreibenden crossmediale Konzepte anbieten, muss es Ströer Digital ins Boot holen. Genzlingers erste Aufgabe muss es sein, hier eine Brücke zu bauen – mit Rückendeckung der Gesellschafter. Denn nur so kann er es schaffen, aus dem neuen Konstrukt einen am Markt wirklich schlagkräftigen Vermarkter zu schmieden. Genzlingers langjährige Internet-Erfahrung bei Yahoo und Trademob ist dabei nützlich. Sie könnte helfen, dass die Zeitungsverlage – endlich – im zunehmend crossmedial tickenden Vermarktungsgeschäft ankommen und zu einem ernstzunehmenden Player werden.

 

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