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„Operation Naked“: Mario Sixtus‘ Film-Debüt mit der ersten Garde der ZDF-Moderatoren

Szenen aus "Operation Naked" - mit Jan Böhmermann, Claus Kleber, Dunja Hayali und Markus Lanz

Der Journalist und „Elektrische Reporter“ Mario Sixtus hat seinen ersten fiktionalen Film gedreht – für das ZDF. Das Besondere: Markus Lanz, Claus Kleber, Dunja Hayali, Oliver Welke, Jan Böhmermann und zahlreiche weitere prominente ZDF-Köpfe spielen mit. „Operation Naked“ beleuchtet die Geschichte eines Start-Ups, das Google-Glass-artige Brillen verkaufen will.

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Michelle Spark (Sarah Rebecca Gerstner), Hauptfigur in „Operation Naked“, ist Gründerin des fiktiven Startups „Real-o-Rama“, das eine gleichnamige Datenbrille entwickelt hat. Politik und Medien feiern sie dafür als „deutsche Wiedergeburt des Apple-Gründers Steve Jobs“. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine der Brillen live im Fernsehen einen Skandal auslöst: mit dem Outing eines homosexuellen Lehrers. Folge: Der Verkauf von Sparks Datenbrille wird verboten, die „Aluköpfe“, Datenschutz-Aktivisten mit silbernen Masken, bekämpfen und bedrohen Sparks & Co. ebenso wie ein konservativer Verein. Doch die Datenbrille ist nicht mehr aus der Welt zu bekommen und nur der Beginn einer Entwicklung zum Massen-Phänomen.

Das Besondere an „Operation Naked“ wird gleich in der ersten Sekunde deutlich, denn Claus Kleber ist der erste Mensch, der in dem Film zu sehen ist. Sixtus‘ Film-Debüt, das das ZDF im Rahmen des „Kleinen Fernsehspiels“ zeigt, vereint nämlich einen großen Teil der ersten Moderatoren-Liga des ZDF. Neben Kleber spielen u.a. Markus Lanz, Dunja Hayali, Jan Böhmermann, Oliver Welke, Gernot Hassknecht, Elmar Theveßen, Petra Gerster, Kay-Sölve Richter, Rudi Cerne, Peter Hahne, Gert Scobel und Harald Lesch mit.

Die ZDF-Köpfe haben für „Operation Naked“ fiktive Sequenzen ihrer realen Magazine, Shows und Nachrichtensendungen gedreht. Die Szenen wurden von Sixtus, der u.a. als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur gewirkt hat, zu einer Art Collage aneinander gereiht. So wird des Öfteren der Satz, den ein Moderator sagt, von einem Filmbericht des nächsten ZDF-Formats vervollständigt. Was kompliziert klingt, entwickelt im Lauf der 50 Minuten einen großen Reiz, der dazu führt, dass der Zuschauer schon allein deswegen dran bleibt, um zu erfahren, welche ZDF-Köpfe noch mitspielen.

Das Problem dieser Machart: Der Zuschauer bemerkt immer wieder den Unterschied zwischen den Moderatoren-Profis und den Schauspielern. Während Kleber, Lanz, Hahne, Cerne & Co. das „spielen“, was sie ohnehin immer machen – und das eben höchst professionell, merkt man dem einen oder anderen eigentlichen Schauspieler genau das an – dass er eben Schauspieler ist und nicht Startup-Gründer, Datenschützer oder Lehrer.

Die Story des Films passt perfekt in die Zeit, in der der Konflikt zwischen Innovation und Datenschutz eher noch wichtiger werden wird als er es bisher ohnehin schon war. Auf der einen Seite vereinfachen Produkte wie eine Datenbrille das Leben potenziell extrem – auf der anderen Seite bedrohen sie aber auch die Privatheit jedes von einer solchen Brille erkannten Menschen. Dieser Zwiespalt wird von verschiedenen Richtungen aus beleuchtet – ohne dass sich Sixtus explizit auf eine der beiden Seiten schlägt.

Klar ist: Daten-basierte Innovationen sind nicht mehr aufzuhalten und werden Gesetzgeber und Gesellschaft noch vor große Herausforderungen stellen. Oder um es mit Mario Sixtus zu sagen: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Digitalisierung für unsere Gesellschaft und für unser aller Leben noch einige Überraschungen mitbringen wird, an die wir jetzt noch gar nicht denken – weil wir sie uns nicht vorstellen können. Und genau so fest bin ich davon überzeugt, dass dieser Prozess keine Pause- oder gar Stopp-Taste besitzt. Es fängt alles gerade erst an.“

„Operation Naked“ ist ab sofort in der ZDF-Mediathek zu sehen – und im herkömmlichen Fernsehen am kommenden Montag, den 22. Februar um 23.55 Uhr.

Offenlegung: Der Autor dieses Textes ist mit dem „Operation Naked“-Macher Mario Sixtus befreundet. Für die kritische Auseinandersetzung mit dem Film wurde diese Freundschaft bestmöglich ausgeblendet.

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