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Ein TV-Format, so zäh wie eine Kakerlake: Was von der zehnten Dschungelstaffel übrig bleibt

Es lebt! Das RTL-Dschungelcamp in Staffel 10
Es lebt! Das RTL-Dschungelcamp in Staffel 10

Der RTL-Dschungel 2016 ist auf der Zielgeraden und die Ibes-Fangemeinde reibt sich vor Müdigkeit die Äuglein. War das nun der angekündigte „härteste Dschungel aller Zeiten“ oder zeigt das liebgewonnene Format Schlappheits-Erscheinungen wie die Unterarme von Gunter Gabriel? Das MEEDIA-Dschungelfazit.

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Diese zehnte Staffel des Dschungelcamps, die Jubiläumsstaffel, war von den Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich in bewährter Marktschrei-Manier angekündigt worden als „der härteste Dschungel aller Zeiten“. Das war natürlich eine unverschämte Lüge. Die Staffel mit „Höllena“ und dem Legator, mit Supersoftie Menderes, der Schlange Ricky und Atombusenwunder Sophia war eine stinknormale Dschungelstaffel, was aber bedeutet, dass sie ziemlich gut war. Vor allem in der zweiten Hälfte.

Immer noch ist der Dschungel eines der besten Quotenpferde im RTL-Stall. Das Format ist derart robust, dass es sogar mittelmäßig bis langweilige Saisons und sogar eine komplett überflüssige Sommerausgabe relativ unbeschadet übersteht. Dieses mal wollten die Macher die Konflikte unter den Teilnehmern mit der Brechstange erzwingen, indem man die „Stars“ zu Beginn getrennt voneinander unterbrachte, zunächst auf zwei Camps verteilte und gleich zum Einzug eine der berüchtigten Ekel-Fress-Prüfungen inszenierte. Nötig war das nicht.

Die eigentlich gute Idee mit den zwei Camps wurde vorschnell aufgelöst, bevor sich hier eine eigene Dynamik entfalten konnte. Man kann nur vermuten, dass produktionstechnische Probleme der Grund waren. Die Figuren-Konstellation kreiste um den Groß-Konflikt zwischen Helena Fürst und Thorsten Legat. Zwei Menschen, die so komplett unterschiedlich sind, dass sich der Streit mit Sicherheit auch dann ergeben hätte, wären sie schon vor der Show im Hotel Versace aufeinandergetroffen. Die Fress-Prüfung zum Einstieg sorgte für einen fulminanten Start, der dann aber in eine recht lange Abkühlungsphase überging.

In Woche eins zweifelte das tapfere Dschungelgucker-Herz. Die Charaktere waren im Prinzip toll, aber. Aber die Moderatoren waren nicht so lustig, die Prüfungen langweilten. Aber die Zuschauer wählten Camp-Philosoph David Ortega raus. War es das jetzt? War die Beziehung zum Dschungelcamp abgekühlt? Hat man sich auseinandergeguckt? Aber dann. Aber dann. Dann kam Woche zwei und es war wieder Schwung in der Bude.

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Nach der Rauswahl von Ricky Harris eskalierte der Konflikt zwischen Thorsten Legat und Helena Fürst. Auch die Moderatoren/Autoren schienen erst in Woche zwei zu ihrer gewohnt guten Form zu finden. Zu Beginn waren doch einige lahme Gags dabei, ab Tag elf war die Dschungel-Kommentierung von gewohnter Fiesheit. Die unschaffbare Fress-Prüfung mit Brigitte und Sophia und die witzige Auto-Prüfung mit Thorsten, Jürgen und Menderes waren echte Highlights der Produktion.

Das Format bleibt eine Ausnahmeerscheinung: Nach wie vor ist der Dschungel extrem unterhaltsam und funktioniert auf ganz vielen Ebenen. Nach wie vor gehört die Produktion zum Besten, was das deutsche Unterhaltungsfernsehen zu bieten hat. Nach wie vor spaltet der Dschungel aber auch die Nation in glühende Fans und gnadenlose Verächter.

Die gute Nachricht für die Fans ist, dass RTL mit Sicherheit an dem Format festhalten wird. Die Quoten erreichen nicht mehr ganz die schwindelerregenden Höhen wie bei den beiden Groß-Staffeln mit Sarah Knappik und Larissa Marolt. Aber das waren auch für Dschungel-Verhältnisse noch einmal Ausnahme-Staffeln. Trotzdem sind die Quoten immer noch gigantisch gut, mit regelmäßigen Marktanteilen von um die 40 Prozent in der Zielgruppe. Und auch die werbetreibende Wirtschaft hat seit Jahren keinerlei Berührungsängste mehr mit dem Dschungel.

Bleibt zu hoffen, dass sie bei RTL nicht aus lauter Verzweiflung die Frequenz des Dschungelcamps erhöhen oder das Format durch weitere Ableger beschädigen. Das Dschungelcamp ist als Format so robust und zäh wie eine Kakerlake. Die Ibes-Fans sind treue Seelen und bereit, einiges zu verzeihen. Bei RTL wissen sie hoffentlich, was sie da für ein Schätzchen haben.

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Alle Kommentare

  1. Ooch, fand, es waren ganz interessante Chraktere mit drin. Nebenbei, neben dem Tablet nehm ich’s immer noch gerne mit. Auch die Moderation ist immer noch einmalig erfrischend.

  2. Zuschauer nicht mehr dumm genug RTL-Grütze zu konsumieren.

    Mehr Casting-Shows, mehr Countdown-Shows, mehr Gekoche, mehr “Familien im Brennpunkt” …. mehr Material für Kalkofe

    Und wer noch nicht komplett verblödet ist ab zu Netflix & Cons.

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